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TeamViewer-Aktie crasht – das ist der Grund

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Schwache Quartalszahlen und vorsichtigere Töne zum Gesamtjahr haben am Donnerstag die Aktien von TeamViewer zum Absturz gebracht. Dennoch zeigte sich die Analysten mehrheitlich weiter zuversichtlich für den Fernzugriffspezialisten gestimmt und glaube mittelfristig wieder an einen steigenden Aktienkurs. 

Das TeamViewer-Management um Chef Oliver Steil hatte bereits darauf vorbereitet, dass das erste Halbjahr vor allem wegen der hohen Wachstumswerte rund um den Ausbruch der Corona-Pandemie vor gut einem Jahr eher weniger Schwung aufweisen dürfte. Dennoch sollten auch in den ersten beiden Quartalen die währungsbereinigten Wachstumsraten bei den Billings mindestens 20 Prozent erreichen. In den beiden letzten Quartalen sollten sie dann wieder auf deutlich über 30 Prozent anziehen.

Gedämpfter Optimismus 

So hatte TeamViewer im Gesamtjahr einen währungsbereinigten Zuwachs bei den Rechnungsstellungen von 29 bis 33 Prozent auf 585 bis 605 Millionen Euro einkalkuliert - nun dürfte nur noch ein Wert am unteren Ende erreicht werden. Die Geschäftsentwicklung im Juni sei allerdings sehr positiv verlaufen, hieß es. Die Vertragsvolumina bei Verlängerungen seien wieder angestiegen und der Abschluss neuer Verträge mit Großkunden habe stark zugelegt.

Die Zielmarge für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll 2021 nach wie vor 49 bis 51 Prozent erreichen - sie bemisst sich an den Billings, damit dürfte auch das operative Ergebnis nicht so hoch ausfallen wie vom Unternehmen zuvor erhofft. Im zweiten Quartal sank das operative Ergebnis nach vorläufigen Zahlen leicht auf 56,6 Millionen - unter anderem weil die ersten Zahlungen für die Sportmarketing-Verträge anfielen. Die operative Marge betrug damit rund 47 Prozent. Nach dem ersten Halbjahr liegt sie bei rund 55 Prozent.

Das sagen die Analysten 

Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für TeamViewer nach Zahlen und einem Ausblick auf "Outperform" mit einem Kursziel von 64 Euro belassen. Die in Rechnung gestellten Umsätze (Billings) lägen um sechs Prozent unter der Konsenserwartung, schrieb Analystin Sherri Malek in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Die Wachstumsziele des Software-Entwicklers für das zweite Halbjahr werde das Management aber wohl erreichen.

Deutlich niedriger fällt hingegen das Kursziel von Goldman Sachs aus: Die US-Investmentbank hat TeamViewer nach vorläufigen Eckzahlen und vorsichtigeren Tönen für das Gesamtjahr auf "Neutral" mit einem Kursziel von 37 Euro belassen. Die in Rechnung gestellten Umsätze (Billings) hätten die Konsenserwartung und auch seine eigene sowie die des Unternehmens selbst verfehlt, schrieb Analyst Mohammed Moawalla in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Daraus resultierten verfehlte Schätzungen für den Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis. Die Unternehmensdynamik bleibe zwar stark, doch mit Blick auf die Jahresziele für das Wachstum der Billings bleibe er vorsichtig gestimmt.

Das macht die TeamViewer-Aktie 

Die TeamViewer-Aktien -0,73% rissen gleich zum Handelsstart die 21-Tage-Linie bei rund 32 Euro, die am Mittwoch noch eine Unterstützung dargestellt hatte. Auch das Anfang Juni erreichte Zwischentief ließen sie dabei hinter sich und sackten auf das Kursniveau, das sie zuletzt im März 2020 hatten, als der Corona-Börsencrash seinen Höhepunkt erreicht hatte. Inzwischen sind sie nun auch nicht mehr weit entfernt vom Ausgabepreis der Aktien zum Börsengang im September 2019 von 26,25 Euro. Ihr Rekordhoch bei knapp unter 55 Euro ist hingegen Geschichte: Es wurde im Juli 2020 erreicht, als TeamViewer noch als einer der großen Corona-Krisengewinner galt. Zuletzt notierten die Papiere rund 14 Prozent tiefer bei 27,77 Euro. 

Sechs-Monats-Chart TeamViewer (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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