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Tesla: Mehr als 800 Einwände gegen Gigafactory – Aktie stark

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der US-Elektroautobauer Tesla hält die Einwände zahlreicher Kritiker gegen den Bau seiner ersten europäischen Fabrik in Grünheide bei Berlin für unbegründet. In einer Online-Erörterung von mehr als 800 Einwänden weist das Unternehmen zum Beispiel die Bedenken wegen des geplanten Wasserverbrauchs, wegen eines fehlenden Störfallkonzepts und wegen der Zerstörung des Lebensraums von Tieren zurück.

Seit Freitag sind die Einwände gegen den jüngsten Antrag von Tesla für die Fabrik mit Reaktionen Brandenburger Umweltbehörden und von Tesla für drei Wochen im Internet zu sehen. Der neue Antrag war unter anderem wegen der geplanten Batteriefabrik nötig geworden. Folgende Kritikpunkte stehen dabei im Fokus:

Trinkwasser 

Kritiker warnen davor, dass das Trinkwasser in der Region wegen der Fabrik knapp werden kann und verweisen darauf, dass das Werk teils im Wasserschutzgebiet liegt. Tesla entgegnet darauf, es seien Verträge mit einem Wasserversorger geschlossen worden, "der die Lieferung von hinreichend Trinkwasser gewährleistet". Auch der Landkreis Oder-Spree sieht keine Wasserknappheit: "In der Region besteht grundsätzlich die Möglichkeit, im Hinblick auf eine weitere demografische oder gewerbliche Entwicklung des Gemeindegebiets weitere Wasserressourcen zu erschließen (...)."

Artenschutz 

Antragsgegner befürchten eine Schädigung des Waldes, der Lebensraum für viele geschützte Tierarten sei. Tesla verweist darauf, dass gerodeter Wald an anderen Stellen als Mischwald aufgeforstet werde. "Die Einwendung, dass seltene Tierarten wie Fledermäuse, Eidechsen oder Waldameisen dezimiert oder ganz ausgerottet würden, trifft nicht zu", schreibt das Unternehmen. Das Landesumweltamt erklärt, Reptilien oder Waldameisen seien umgesetzt worden. Das Vorgehen sei vereinbar mit dem Umwelt-, Natur- und Artenschutz.

Störfallkonzept 

In mehreren Einwänden zweifeln Kritiker das Konzept zum Umgang mit Störfällen an. Das Unternehmen schreibt, es werde die Forderung nach einem tragfähigen Störfallkonzept im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben erfüllen. "Grundsätzlich werden als mögliche Gefahren Stofffreisetzung, Brand und Explosion betrachtet, wobei dies von dem Stoff abhängt." Die Zielvorgaben eines Gutachters im Zusammenhang mit gefährlichen Stoffen und Sicherheitsabständen seien im Antrag berücksichtigt.

Schwärzungen 

Im neuen Antrag waren zahlreiche Passagen geschwärzt, bei denen Tesla auf Geschäftsgeheimnisse verwies. Das ist ein Kritikpunkt mehrerer Einwände. Das Landesumweltamt entgegnet, es habe die Einwendung zum Anlass genommen, die Schwärzungen nochmals kritisch auf Notwendigkeit zu prüfen. Im Ergebnis seien in Abstimmung mit Tesla zahlreiche Stellen in der Online-Erörterung offengelegt. Das gilt weitgehend nicht für die Batteriefabrik. "Wenn die Inhalte, die jetzt offengelegt worden sind, in den Unterlagen wesentlich sind für die Genehmigungsfähigkeit, müssen die Unterlagen vier Wochen lang neu ausgelegt werden", sagte der Landesgeschäftsführer der Grünen Liga Brandenburg, Michael Ganschow, der Deutschen Presse-Agentur.

Das macht die Tesla-Aktie 

An der Börse ließen die zahlreichen Bedenken der Kritiker hingegen kalt: Die Tesla-Aktie notierte am Freitagabend im deutschen Handel knapp ein Prozent fester bei 647,10 Euro. An Nasdaq zogen die Papiere ebenfalls um rund ein Prozent auf 762,46 Dollar an. Seit Jahresanfang haben die Papiere etwas mehr als vier Prozent zugelegt.

Sechs-Monats-Chart Tesla (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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