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Tesla: Nur ein Hype?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Mit einer Marktkapitalisierung von zuletzt rund 286 Milliarden Dollar ist Tesla mit Abstand der am höchsten gehandelte Autohersteller der Welt. Ein Riesenerfolg für Elon Musk – doch ist die Tesla-Aktie tatsächlich so viel wert?

Operativ hat Tesla jedenfalls alle Erwartungen übertroffen. Vor einem Jahr kämpfte er mit tiefroten Zahlen, die Mittel waren knapp, die Zweifel an der Zukunft von Tesla groß. Dann drehte der E-Autobauer auf: drei Quartale schwarzer Zahlen in Serie. Plötzlich scheint der bislang chronisch verlustreiche Konzern profitabel und hebt an der Börse ab.

Zuletzt kam es noch besser: Während der globale Automarkt stark von der Corona-Krise ausgebremst wird, trotzt Tesla dem Abwärtstrend. Im zweiten Quartal wurde Musks Firma deutlich mehr Autos los als erwartet. Anders als die Konkurrenz, die mit geschlossenen Autohäusern zu kämpfen hat, setzt Tesla auf Online-Verkäufe und kommt wegen der vielen Vorbestellungen kaum mit Produktion und Lieferung nach.

Vorsprung noch einzuholen?

Doch warum ist ein Unternehmen, das bisher kaum Geld verdient und relativ kleine Stückzahlen fertigt, mehr wert als alle großen deutschen und US-Autobauer zusammen? Zum einen: Finanzmarkt-Erwartungen sind ein Spiel mit der Zukunft, sie müssen keineswegs die tatsächliche Substanz einer Firma widerspiegeln.

Zum anderen mehren sich die Stimmen derer, die glauben, dass Teslas Vorsprung vor allem bei Software und Digitalisierung nur noch schwer einzuholen ist. "Die Kernkompetenz, die Tesla so wertvoll macht, liegt weniger im Feld E-Mobilität", sagte der Continental-Vorstandschef Elmar Degenhart der DPA. Entscheidend in der Beurteilung sei vielmehr das Know-how bei neuen "Elektronik-Architekturen, deren Programmierung, drahtlosen Updates, den damit verbundenen Sicherheitsanforderungen und der Vernetzung des Autos mit der Cloud".

Gerade dort tun sich Volumenanbieter wie Volkswagen, wo sowohl der neue Golf als auch der Elektro-Hoffnungsträger ID.3 mit IT-Problemen zu kämpfen haben, aktuell noch schwer. Die altbekannten Marktführer müssen sich sputen, wollen sie in den kommenden Jahren nicht unter die Räder geraten.

Produktion entwickelt sich besser

Der Autobranchen-Experte der NordLB, Frank Schwope, ist überzeugt: "Die Tesla-Produktion entwickelt sich besser als bei der Konkurrenz." Das werde besonders an der Entwicklung in der heißen Corona-Phase deutlich. Trotz pandemiebedingter Rückschläge fuhr Musk die Fertigung im größten Automarkt der Welt China weiter hoch. Und in Grünheide bei Berlin investiert Tesla mehr als eine Milliarde Euro in seine erste europäische Fabrik – der Produktionsstart soll in einem Jahr sein.

Die Gesamtbranche blickt derweil düsteren Monaten entgegen. "Wir gehen davon aus, dass Autoproduktion und -absatz 2020 gegenüber dem Jahr 2019 weltweit um 15 bis 25 Prozent einbrechen", so Schwope. Ähnliche Werte nimmt auch der deutsche Branchenverband VDA an. "Tesla hingegen könnte die Auslieferungen gegen den Trend um rund 20 bis 35 Prozent steigern."

Das macht die Aktie von Tesla

Sowohl Bullen als auch Bären liefert Tesla gute Argumente – und der Börsenhandel kann sich oft von den realwirtschaftlichen Grundlagen abkoppeln. Die jüngste Kursrallye der Tesla-Aktie +4,14% gibt in jedem Fall den Bullen Recht. Denn an 250 Prozent seit Jahresanfang lässt sich aktuell nicht rütteln.


Mit Material von dpaAFX.
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