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Thyssenkrupp: Das verunsichert die Anleger

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Verkauf der Aufzugssparte war nur ein kurzer Hoffnungsschimmer für Thyssenkrupp. Der Abwärtstrend der Aktie hat sich sogar noch beschleunigt. Anleger sind nun hochgradig verunsichert und fragen sich, wie es in Zukunft weitergehen soll.

Der kriselnde Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp hat den Verkauf seines Aufzuggeschäfts besiegelt. Mit der Erleichterung über die Milliarden, die die marode Bilanz des Konzerns sanieren sollen, tritt nun aber auch die Frage nach dem Konzernbau in den Vordergrund. Wohin steuert Thyssenkrupp, wenn der einzige echte Gewinnbringer der Essener wegfällt?

Die Erleichterung wähnte nur kurz. Nach monatelangen Verhandlungen hat Thyssenkrupp den Verkauf seines Aufzuggeschäfts unter Dach und Fach gebracht. Ein Konsortium aus den Finanzinvestoren Advent und Cinven, sowie der RAG-Stiftung übernehmen die Sparte für 17,2 Milliarden Euro. Die Essener werden sich mit 1,25 Milliarden Euro an dem ertragreichen Geschäft rückbeteiligen und dabei einen "substanziellen Minderheitenanteil" übernehmen.

Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz sieht nun die Chance für einen "Neuanfang". Mit den Erlösen will die Managerin die Sanierung Thyssenkrupps finanzieren. So will der Konzern seine Schulden senken. Konkret ist geplant, die massiven Pensionsverpflichtungen des Unternehmens zum Teil auszufinanzieren. Thyssenkrupp strebt mittelfristig eine Bonitätsbewertung im Investment-Grade-Bereich an und will wieder dividendenfähig werden.

Doch ausgerechnet der Stahl soll wieder im Mittelpunkt stehen. Dort läuft es derzeit schlecht: Überkapazitäten, Preisdruck und eine schwache Konjunktur belasten. Thyssenkrupp muss investieren, um die Sparte zukunftsfähig zu machen und etwa die CO2-Emissionen in Zukunft deutlich zu senken. Ein erstes Konzept sieht neben jährlichen Investitionen von rund 570 Millionen Euro eine zusätzliche Summe von 800 Millionen vor.

Wie Thyssenkrupp letztendlich einmal aussehen soll - darüber schweigt sich das Management weiter aus. Die Pläne sollen im Mai vorgestellt werden. Bis dahin will der Konzern auch keine Wasserstandsmeldungen abgeben.

Das macht die Aktie von Thyssenkrupp

Die Thyssenkrupp-Aktie +5,96% profitierte nur ganz kurz von dem Verkauf der Aufzugsparte. Mit der Entscheidung über die Veräußerung wich auch eine gewisse Fantasie aus dem Kurs – nun konzentrieren sich Anleger ganz auf die Frage, was mit Thyssenkrupp in Zukunft passiert. Und da trauen die Investoren den Essenern derzeit nicht viel zu. Im Gegenteil: Der Mitte 2017 begonnene Kursverfall hat sich seitdem sogar noch beschleunigt.

Seit Bekanntgabe des Verkaufs der Aufzugsparte hat die Aktie von Thyssenkrupp rund ein Drittel an Wert eingebüßt. Anfang März rutschte der Kurs unter das Rekordtief von 2003 und notierte zeitweise unter 6,00 Euro. Damit hat Thyssenkrupp seit Jahresbeginn mehr als 50 Prozent eingebüßt.

Dazu haben spekulative Investoren zuletzt gegen die Aktien gewettet. Den Angaben des Bundesanzeigers zufolge hatten mehrere Investoren insgesamt netto knapp acht Prozent der Aktien am Markt leer verkauft.

Mit Material von dpaAFX.
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