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Thyssenkrupp: Eine erschreckende Bilanz

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Thyssenkrupp liefert tiefrote Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Vor allem das Stahl- sowie das Zuliefergeschäft enttäuschten, da in der Corona-Pandemie die Nachfrage aus der Automobilindustrie eingebrochen war. Der Umbau soll nun noch schneller vorangetrieben werden.

Der Umsatz brach im fortgeführten Geschäft um 15 Prozent auf rund 28,9 Milliarden Euro ein, der Auftragseingang nahm mit 17 Prozent ebenfalls erheblich ab.

Milliardenverluste im abgelaufenen Geschäftsjahr

Ohne das mittlerweile verkaufte Aufzuggeschäft musste der Konzern im fortlaufenden Geschäft einen bereinigten operativen Verlust von 1,6 Milliarden Euro hinnehmen. Dabei hätten sich die Geschäfte im vierten Quartal stabilisiert, hieß es. Im Vorjahr war ein Minus von 110 Millionen Euro angefallen. Das Stahlgeschäft steuerte mit einem Verlust von fast einer Milliarde Euro den größten Teil zum Minus bei.

Dazu musste der Konzern bis zum Geschäftsjahresende insgesamt rund 3 Milliarden Euro auf das Stahl- sowie das Automobilzuliefergeschäft abschreiben, weshalb der Konzern einen Nettoverlust von 5,5 Milliarden Euro (Vorjahr 1,2 Milliarden Euro) auf das fortgeführte Geschäft verbuchte. Die Bilanz aufpolieren konnte Thyssenkrupp durch den Verkauf des Aufzuggeschäfts, aus dem 15 Milliarden Euro zuflossen. Dies führte zu einem Nettogewinn der Gruppe von knapp 9,6 Milliarden Euro.

Dank des Verkaufserlöses konnte Thyssenkrupp seine Schulden abbauen und wies zum Geschäftsjahresende ein Nettofinanzguthaben von 5,1 Milliarden Euro aus. Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 13,2 Milliarden Euro verfüge Thyssenkrupp "über eine sehr gute Liquiditätssituation."

Umbau soll vorangetrieben werden

Konzernchefin Martina Merz will den Umbau nun vorantreiben. Dabei betonte die Managerin: "Die nächsten Schritte können schmerzhafter werden als die bisherigen. Wir werden sie dennoch gehen müssen." So sollen zusätzlich 5.000 Arbeitsplätze in den kommenden drei Jahren wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Burkhard dabei nicht aus – sie sollen jedoch das letzte Mittel sein. Thyssenkrupp hatte bereits im Frühjahr 2019 den Abbau von 6.000 Stellen angekündigt.

Eine Grundsatzentscheidung für das besonders in Bedrängnis befindliche Stahlgeschäft soll im Frühjahr gefällt werden. Dabei will sich Thyssenkrupp weiter alle Optionen offen halten. Auf dem Tisch liegt bislang ein unverbindliches Übernahmeangebot des britische Konkurrenten Liberty Steel. Für den Anlagenbau gebe es verschiedene Gebote, die geprüft würden. Für den Bereich Infrastructure werde ein Verkauf vorbereitet. Bei Grobblech steige dagegen die Wahrscheinlichkeit für eine Schließung, da sich kein Interessent mehr im Bieterprozess befände.

Bessere Aussichten im neuen Geschäftsjahr

Für das kommende Jahr strebt Thyssenkrupp eine "erhebliche Verbesserung" des bereinigten EBIT an. Dennoch wird der Konzern weiter rote Zahlen schreiben – das Management geht von einem Verlust im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich aus. Dabei rechnet Thyssenkrupp mit weiteren Umbaukosten, die einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag ausmachen dürften, so dass unter dem Strich ein Fehlbetrag von mehr als 1 Milliarde Euro stehen dürfte. Beim Umsatz geht Thyssenkrupp dabei wieder von einem Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus.

Das macht die Aktie von Thyssenkrupp

Auf das schwache Zahlenwerk sowie die weiteren Sparmaßnahmen und hohen Umbaukosten reagierten die Anleger im vorbörslichen Handel enttäuscht. Die Aktie von Thyssenkrupp +3,49% rutschte rund 3 Prozent auf 4,70 Euro nach unten.

Mit Material von dpaAFX.
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