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ThyssenKrupp: Erholung mit Hindernissen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

ThyssenKrupp hat seine Erholung auch im dritten Quartal fortgesetzt. Auftragseingang, Umsatz und Gewinn verbesserten sich – doch hohe Rohstoffkosten und Lieferengpässe zehren am Ergebnis. Ein schwaches Umfeld, das Anlegern nicht gefällt.

"Das Umfeld bleibt extrem herausfordernd, aber was wir selbst in der Hand haben, das liefern wir", kommentierte Vorstandschefin Martina Merz die Zahlen. So wurden im dritten Quartal (per Ende Juni) die Auftragseingänge mit 8,8 Milliarden Euro fast verdoppelt. Der Umsatz nahm um 51 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro zu.

Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich signifikant auf 266 Millionen Euro. Im Vorjahr stand hier ein Fehlbetrag von 693 Millionen Euro zu Buche. Aber auch gegenüber dem Vorquartal konnte sich ThyssenKrupp hier steigern. Analysten hatten beim operativen Ergebnis mit etwas weniger gerechnet. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 125 Millionen Euro hängen, nach einem Verlust von 678 Millionen Euro im Vorjahr.

Alle Segmente wachsen

Alle Bereiche konnten zu dem Wachstum beitragen, besonders gut entwickelte sich dank der stark gestiegenen Stahlpreise das Handelsgeschäft. Dies konnte operativ ein Rekordergebnis erzielen und schnitt dabei deutlich besser ab als von Analysten erwartet.

Auch das Stahlgeschäft selbst profitierte von der steigenden Nachfrage. Die Entwicklung wurde jedoch durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise gebremst. Durch langfristige Verträge kann ThyssenKrupp höhere Preise nur zeitverzögert an seine Kunden weitergeben.

Auch beim Automobilzuliefergeschäft wurde das Wachstum gebremst – Lieferengpässe bei Halbleitern und diversen Vormaterialien sorgten für verzögerte Abrufe von Komponenten durch die Kunden. Dazu kam es zu Kostensteigerungen bei Material und Logistik. Die Halbleiterknappheit wird sich ThyssenKrupp zufolge voraussichtlich auch auf das vierte Quartal auswirken, ehe sich die Versorgungslage ab dem kommenden Geschäftsjahr sukzessive normalisieren dürfte.

Prognose bestätigt

Die Jahresprognose bekräftigte ThyssenKrupp. Dabei geht das Management für das Schlussquartal von einer anhaltenden wirtschaftlichen Erholung und strukturellen Verbesserung der Geschäfte aus. 2020/21 soll der Umsatz im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen, von 28,9 Milliarden Euro im Vorjahr – jedoch noch unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie bleiben.

Das bereinigte operative Ergebnis soll einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag erreichen. Wegen der hohen Restrukturierungskosten prognostiziert das Unternehmen weiterhin einen Nettoverlust bis zu einem mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Im Vorjahr hatte Thyssenkrupp hier ein Minus von 5,5 Milliarden Euro verbucht.

Seine Prognose für den von Analysten besonders beachteten Mittelfluss (Cashflow) vor Fusionen oder Zukäufen präzisierte Thyssenkrupp und erwartet nun einen Abfluss von 1,2 Milliarden bis 1,5 Milliarden Euro. Bislang hatte das Management angekündigt, die Kennziffer "in Richtung minus 1 Milliarde Euro" verbessern zu wollen.

Das macht die Aktie von ThyssenKrupp

Die Anleger enttäuschte der höhere prognostiziere Barmittelabfluss für das laufende Geschäftsjahr. Im vorbörslichen Handle ging es daraufhin mit der Aktie von ThyssenKrupp +0,02% kräftig nach unten. Zuletzt notierte das Papier rund 3,4 Prozent im Minus auf 8,65 Euro.

Mit Material von dpaAFX.
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