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Traton: Starker Jahresauftakt, aber...

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Bei der VW-Nutzfahrzeugholding Traton zeigt sich der gute Start ins Jahr auch beim Auftragseingang. Die Bestellungen kletterten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über die Hälfte auf rund 81.700 Lkw und Busse, wie die im Nebenwerteindex SDax -0,75% notierte Holding mit den Marken MAN ±0,00% , Scania und der südamerikanischen VW Caminhoes e Onibus am Montag in München bei der Vorlage ausführlicher Zahlen mitteilte. 

"81.700 Aufträge innerhalb eines Quartals sind das beste Ergebnis, das die Traton Group bislang erzielt hat", erklärte Vorstandschef Matthias Gründler. Das große Plus sei auf das starke Lkw-Geschäft zurückzuführen, hieß es. Auch die Konkurrenten Daimler -0,23% und Volvo +0,18% hatten für das erste Quartal bereits von hohen Zuwächsen bei den Auftragseingängen berichtet.

Busgeschäft weiter unter Druck

Dagegen sei das Geschäft mit Bussen noch von den Auswirkungen der Corona-Krise belastet gewesen und deutlich geschrumpft, teilte Traton weiter mit. Vor allem Reisebusse seien wegen der Pandemie-Folgen nicht gefragt gewesen. Ungeachtet dessen sei der Trend aber klar positiv, sagte Gründler. "So rasch wie die Pandemie vor einem Jahr das Nutzfahrzeuggeschäft getroffen hat, so rasch geht es nun mit den Bestellungen unserer Kunden wieder aufwärts", sagte er. Ein Grund sei die Nachfrage nach den neuen Lkw-Generationen. 

Erholung spiegelt sich in den Quartalszahlen wider

Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein auf die Aktionäre entfallender Überschuss von 129 Millionen Euro nach 96 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Wie bereits bekannt, hatte Tratons Erholung von der Corona-Krise zum Jahresauftakt weiter Fahrt aufgenommen. Während der Umsatz um 15 Prozent auf rund 6,5 Milliarden Euro stieg, verdreifachte sich das bereinigte operative Ergebnis auf 516 Millionen Euro, die bereinigte operative Umsatzrendite lag bei 7,9 Prozent. Der Netto-Mittelzufluss des Industriegeschäfts - sprich ohne Finanzdienstleistungen - betrug 397 Millionen Euro.

Ohne die Bereinigungen lag das operative Ergebnis wegen hoher Umbaukosten bei MAN mit 155 Millionen Euro jedoch unter dem Vorjahreswert von 161 Millionen. Für den Stellenabbau und die erforderlichen Maßnahmen bei MAN Truck & Bus veranschlagte Traton von Januar bis März 362 Millionen Euro an Kosten. Für das Werk im österreichischen Steyr wurden dagegen noch keine gesonderten Kosten verbucht. Das Werk sieht der MAN-Vorstand klar auf dem Weg zur Schließung, nachdem eine angedachte Übernahme durch den Automanager Siegfried Wolf von der Mehrheit der Belegschaft kürzlich abgelehnt worden war.

Das sagen die Analysten 

Jefferies-Analyst Himanshu Agarwal verwies dennoch darauf, dass der Auftragseingang der Volkswagen-Nutzfahrzeugholding etwas schwächer gewesen sei als bei der Konkurrenz. Derweil machte Frank Schwope von der NordLB klar, dass die Marke MAN infolge der Restrukturierung erneut tief in die roten Zahlen gerutscht sei. Ziel des Vorstandes müsse mittelfristig eine Modulstrategie sein, ähnlich wie im Pkw-Bereich des Volkswagen-Konzerns, um deutliche Synergien bei MAN, Scania und Navistar zu heben.

Abschluss der Navistar-Übernahme im Q3 erwartet 

In einer Telefonkonferenz bekräftigte Gründler, dass er weiter mit dem Vollzug der Navistar-Übernahme zur Jahresmitte rechne und nannte hier das frühe dritte Quartal. Vor dem Abschluss der Transaktion könne man zu möglichen Synergien noch nichts sagen. Mit der Übernahme des US-Lastwagenbauers will Traton endlich auch auf dem US-Markt präsent sein, wo ein Drittel der weltweiten Gewinne der Branche erwirtschaftet werden. VW will mit dem Navistar-Investment in großem Stil auf den wichtigen nordamerikanischen Lkw-Markt vordringen, den bisher Platzhirsch Daimler -0,23% vor allem mit seiner Marke Freightliner in Beschlag hält.

Das macht die Traton-Aktie

An der Börse kam das Zahlenwerk gut an, die Traton-Aktie -0,23% lag am Nachmittag rund 2,3 Prozent im Plus und weiten die Kursgewinne auf zuletzt 5,9 Prozent bei 25,54 Euro aus. Damit zählten die Papier zu den Top-Titeln im SDAX.

Sechs-Monats-Chart Traton (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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