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Unilever: Keine höhere Offerte geplant – Aktie zieht an

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Übernahme der Konsumgütersparte von GlaxoSmithKline durch den Konsumgüterriesen Unilever könnte an unterschiedlichen Preisvorstellungen beider Konzerne scheitern. Der britische Lebensmittel- und Kosmetikhersteller will sein Angebot nicht erhöhen, der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hält jedoch die bisherige Offerte für zu gering. An der Börse zeigten sich Unilever-Aktionäre erleichtert.

"Wir werden unser Gebot nicht über 50 Milliarden britische Pfund erhöhen", teilte Unilever am Mittwochabend in London mit. GSK hatte Unilevers Offerte in Höhe von umgerechnet etwa 60 Milliarden Euro am Wochenende als zu niedrig zurückgewiesen. Die Unilever-Führung zeigte sich von den Argumenten des Pharmakonzerns jedoch nicht überzeugt, der dem Geschäftsbereich einen höheren Wert zuschreibt.

Das sagen die Analysten 

Bei Analysten war eine mögliche Transaktion ohnehin auf wenig Gegenliebe gestoßen, einige Branchenkenner zweifelten am Sinn. Nach dem Bekanntwerden eines möglichen Deals war der Kurs der Unilever-Aktien an der Börse eingebrochen, am Donnerstagmorgen setzen die Papiere ihre tags zuvor begonnene Erholung nun aber mit einem Plus von rund einem Prozent fort. GSK-Aktien verloren hingegen mehr als ein Prozent.

Edward Jones von der kanadischen Bank RBC vermutete in einem ersten Kommentar, die Kombination aus den negativen Reaktionen von Investoren und dem deutlichen Kursrutsch hätten den Ambitionen von Unilever letztlich ein Ende gesetzt. Die Aktie des Konsumgüterkonzerns dürfte zwar wieder steigen, den Ruf des Unternehmens an der Börse sieht er jedoch angekratzt: "Die Anlagestory ist arg in Mitleidenschaft gezogen worden", stellte Jones zu Unilever fest.

Schwaches Umsatzwachstum

Der Konsumgüterhersteller Unilever steht nach Einschätzung von Beobachtern nach zuletzt vergleichsweise mauem Wachstum unter Druck. Der Produzent von Markenprodukten wie Langnese-Eiskrem, Pfanni-Knödeln und Dove-Seife will laut Ankündigung vom Montag nunmehr seine Präsenz im Gesundheitsbereich, der Schönheitspflege sowie der Hygiene ausbauen. Dafür hatte das Management ein Auge auf die GSK-Konsumgütersparte geworfen, von der sich der britische Pharmakonzern eigentlich in diesem Jahr über eine direkte Notierung an der Börse trennen will.

Bereits der dritte Versuch 

Das aktuelle Angebot von Unilever war nicht das erste, das GSK vom Konsumgüterkonzern erhielt. Nach Darstellung des Pharmaunternehmens hat das Unilever-Management insgesamt bereits drei Offerten unterbreitet, GSK lehnte sie allesamt ab. Zum aktuellen Angebot hieß es von GSK zuletzt, damit sei die Sparte, die zu den führenden Anbietern weltweit gehöre und über ein "Weltklasse-Portfolio" verfüge, ebenso unterbewertet wie ihre Zukunftsperspektiven. 2021 hatte die Sparte umgerechnet rund 11,5 Milliarden Euro umgesetzt, die Briten trauen dem Geschäft mittelfristig noch eine Beschleunigung des organischen Wachstums zu.

Unilever wiederum teilte zur Wochenmitte mit, die eigene Sicht auf den Wert der Sparte habe sich nicht geändert. Der Konzern unterstrich, sein existierendes Portfolio durch den Fokus auf operative Verbesserungen voranbringen zu wollen sowie durch eine anstehende Neuorganisation und Wechsel im Produktportfolio.

Das macht die Unilever-Aktie 

Die Nachricht, dass Unilever die Offerte nicht erhöhen will, kommt an der Börse gut an: Am Donnerstagvormittag zog die Unilever-Aktie +0,86% zuletzt um 0,7 Prozent auf 44,90 Euro. 

Sechs-Monats-Chart Unilever (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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