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Varta: 9 Dinge, die Aktionäre jetzt wissen sollten

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Varta-Aktie erzielte in diesem Jahr trotz zweier Kursschocks beeindruckende Kursgewinne. Nach Erreichen des Rekordhochs am Donnerstag setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein. Neun Dinge, die Aktionäre jetzt wissen sollten.

1. Patentverstöße führten zur Klage

Für Varta kam die erste große Schockwelle aus China bereits Anfang Januar. So erschütterten den Batteriehersteller mutmaßliche Patentverstöße chinesischer Wettbewerber bei wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen für Kopfhörer. Varta hatte seinem Großkunden Samsung wegen des Kaufs solcher Nachahmerprodukte Patentverletzungen vorgeworfen.

Das Unternehmen einigte sich mittlerweile mit den Koreanern, alle gegenseitigen Klagen zurückzuziehen und baute die Zusammenarbeit stattdessen aus: Varta bleibt demnach in den nächsten Jahren der Hauptlieferant für Samsungs Headset-Batterien. Dieser Deal erhöht die mittelfristige Planbarkeit und gefällt sowohl Analysten als auch Anlegern.

2. Starke Umsatzentwicklung ermöglicht Prognoseanhebung

Wie die Mitte August veröffentlichten Halbjahreszahlen von Varta zeigten, tat diese Episode dem Tagesgeschäft offenbar keinen großen Abbruch. Es lief sogar so gut, dass der Konzern die Jahresziele deutlich anhob. Der Umsatz soll um bis zu 129 Prozent auf 810 bis 830 Millionen Euro steigen –  zuvor wurde von bis zu 800 Millionen Euro ausgegangen.

"Es gibt weiter eine hohe Nachfrage", sagte Vorstandschef Herbert Schein. Der Umsatz stieg denn auch im ersten Halbjahr um das Zweieinhalbfache auf 391 Millionen Euro. Auch ohne die Übernahme der Geschäfte mit Varta-Konsumentenbatterien wäre der Erlös um zwei Drittel geklettert.

3. Varta wieder unter einem Dach

Anfang des Jahres hatte Varta das Geschäft für Haushaltsbatterien für Endverbraucher mit dem bekannten Markennamen "Varta" von der US-Holding Energizer erworben und vereint damit alle "Varta"-Produkte wieder unter dem eigenen Dach. Inklusive Schulden war der Deal 180 Millionen Euro schwer.

4. Investitionen für anhaltendes Wachstum

"Mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Zellen auf 300 Millionen Batterien bis Ende 2021 setzen wir unseren Wachstumskurs fort", sagte Schein, der dafür auch das Investitionsbudget für dieses Jahr auf 320 bis 360 Millionen Euro hochschraubt. Bisher war eine Kapazität von 200 Millionen Zellen pro Jahr angestrebt.

Insgesamt nimmt Varta für diesen Ausbau der Fertigung vorwiegend in Nördlingen rund 175 Millionen Euro in die Hand. Ein Neubau soll dort die bestehende Produktion erweitern und mit produktiveren Anlagen ausgestattet werden.

5. Marktführer im Wachstumsmarkt

Varta beziffert den eigenen Marktanteil bei den Zellen, die vorwiegend in höherwertigen und teureren kabellosen Kopfhörern verwendet werden, auf über 50 Prozent. Zudem wachse der Markt dafür jährlich um 30 bis 40 Prozent. Die Nachfrage in diesem Bereich sei trotz des weltweiten Nachfrageschocks weiter hoch.

6. Öffentliche Fördergelder erhalten

Schein hatte zuletzt auch öffentliche Fördergelder eingeworben. 300 Millionen Euro bekommt Varta von Bund und Ländern für die Erforschung und Entwicklung sowie die erste industrielle Anwendung der nächsten Generation von Lithium-Ionen-Zellen. Die sollen dann auch in größeren Formaten genutzt werden können, zum Beispiel in Robotern, Energiespeichern, aber auch in der Mobilität.

7. Das sagen die Analysten zu Varta-Aktie

Von den fünf im dpa-AFX-Analyser erfassten Stimmen empfiehlt eine Analystin den Kauf der Aktie, drei Experten ein Halten und ebenfalls ein Analyst den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel von vier Analysten liegt bei 105 Euro und damit deutlich unterhalb des aktuellen Kurses.

8. Varta-Aktie: Erst der Schock

Am Anfang sah es schlimm aus: Hatte sich der Kurs der Varta-Aktien -1,93% von Anfang 2019 bis Dezember noch auf über 127 Euro verfünffacht, brach er nach Bekanntwerden der Patentstreitigkeiten im Januar ruckartig ein. Der Corona-Schock beendete dann auch noch jäh einen ersten Erholungsversuch.

9. Varta-Aktie: Dann die Aufholjagd

Doch dann kam die rasante Aufholjagd: Bis Mitte August schoss der Kurs – getrieben durch starke Geschäftszahlen, einen fortgesetzten Kapazitätsausbau und die Einigung mit Samsung – bis auf einen Rekord von 129,10 Euro nach oben. Dann aber machten einige Aktionäre nach der Prognoseerhöhung im Zuge der Halbjahreszahlen erst einmal Kasse. Die Papiere knickten am Freitag um zehn Prozent auf 115,60 Euro ein.

Mit Material von dpaAFX.
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