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Varta: Umsatzrückgang setzt Aktie kurzzeitig unter Druck

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Batteriekonzern Varta hat im dritten Quartal einen satten Dämpfer zu spüren bekommen. Insbesondere das in den vergangenen Jahren stark gewachsene Geschäft mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Knopfzellen enttäuschte. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Konzern die Umsatzprognose wegen der Schwäche in der Sparte empfindlich gesenkt, am heutigen Donnerstag legte das MDAX-Unternehmen nun detaillierte Zahlen vor.

Sorgen macht den Anlegern schon seit längerem, dass Varta gerade in dem Bereich mit den Knopfzellen größere Probleme mit Billig-Konkurrenz bekommen könnte. Vergangenes Jahr schloss Varta unter anderem eine neue Liefervereinbarung mit dem koreanischen Elektronikriesen Samsung ab, nachdem man zuvor über Patente gestritten hatte. Das beruhigte die Investoren zunächst. Auch Apple -2,49% gilt als Großkunde von Varta. Die Knopfzellen kommen unter anderem in teuren kabellosen Kopfhörern zum Einsatz, die seit geraumer Zeit boomen, aber auch in Hörgeräten.

Umsatzrückgang beschleunigt sich 

In den ersten neun Monaten bot sich nun ein ungewohntes Bild für Varta – der Gesamtumsatz ging zurück. Wegen der Schwäche bei Lithium-Ionen-Zellen und Mikrobatterien fiel der Erlös insgesamt um 1,3 Prozent auf 622,3 Millionen Euro. In der Sparte mit Knopfzellen beschleunigte sich der Rückgang – war es nach sechs Monaten noch ein Minus von 2,7 Prozent, lag dieses nun nach neun Monaten schon bei 5,9 Prozent. Rechnerisch bedeutet das im dritten Quartal allein einen Umsatzschwund von gut 11 Prozent. Neue Projekte mit Kunden für kleinformatige Lithium-Ionen-Zellen seien in Planung, hieß es vom Unternehmen. Das Segment mit Haushaltsbatterien entwickle sich sehr positiv.

Nettogewinn rückläufig 

In den ersten neun Monaten wuchs das bereinigte operative Ergebnis dank einer guten Margenentwicklung in den beiden Sparten konzernweit um 3,2 Prozent auf 182,5 Millionen Euro. Beim auf die Aktionäre entfallenden Nettogewinn sorgten höhere Abschreibungen und Zinsbelastungen für einen Rückgang von 3 Prozent auf 75,8 Millionen Euro.

Prognose gekappt 

Vorstandschef Herbert Schein hatte die Konzern-Umsatzprognose für 2021 Anfang November von 940 Millionen Euro auf 900 Millionen gesenkt. Auch in den kommenden beiden Jahren wird in Ellwangen nur mit einem Umsatzwachstum um jeweils rund 100 Millionen Euro kalkuliert. Die Profitabilität stimmt dem Management zufolge aber weiter. So sollen es Ende dieses Jahres rund 30 Prozent Marge beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sein, nach Konzernrechnung absolut rund 275 Millionen Euro.

Das macht die Varta-Aktie

Den Anlegern missfielen nun auch die Details des Zwischenberichts zu den ersten neun Monaten, wie ein Händler sagte. Die Varta-Aktie verlor am Donnerstag nach dem Handelsstart 2,4 Prozent auf 113,45 Euro. Zuletzt konnte die Aktie die Verluste jedoch fast wieder vollständig aufholen und notierte nur noch minimal schwächer bei 116,15 Euro. Trotzdem bleibt das Hoch aus dem August bei fast 166 Euro bleibt damit in weiter Ferne – ganz zu schweigen vom Jahreshoch bei über 181 Euro Ende Januar, als Spekulationen den Kurs kurzfristig auf Rekordhöhen trieben. Die Prognosesenkung in der vergangenen Woche hatte die Aktie gar unter 100 Euro fallen lassen. Mit dem deutlichen Zuwachs des Kurses ist es bereits seit längerem vorbei: Aktuell liegt das Papier unter dem Niveau von Ende 2019. Damals war Varta an der Börse der Shooting-Star und der stärkste MDAX-Wert -0,06% gewesen.

Sechs-Monats-Chart Varta (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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