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Volkswagen: Endlich ist es soweit

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach monatelanger Vorbereitung ist es soweit: Die Entwicklung der eigenen Digital-Plattform soll am 1. Juli starten. Volkswagen hat sich damit große Ziele gesetzt, die nun mit sieben Milliarden Dollar verfolgt werden.

VW will die "komplette Fahrzeugarchitektur" inklusive Elektronik selbst kontrollieren und nimmt dafür mehr als sieben Milliarden Dollar in die Hand, wie Digitalvorstand Christian Senger am Freitag erklärte. Man bleibe aber offen für Partnerschaften, Joint-Ventures oder Beteiligungen. Es gebe Anfragen von außen, sagte der Digitalchef.

Die steigende Bedeutung von Software macht die Industrie abhängiger von den IT-Riesen – viele Unternehmen versuchen daher, ihre Kompetenz zu erweitern und so die Wertschöpfung zu vergrößern. Die "Car.Software"-Organisation bei VW soll nach bisherigen Plänen bis 2025 über 10.000 Experten umfassen, bis zum Ende des laufenden Jahres könnten es schon 5.000 Mitarbeiter sein.

Das eigene Betriebssystem "VW.OS" werde in der Ausbaustufe mit vollem Funktionsumfang für 2024 angepeilt. Es gehe um "ein System, das vom Kleinwagen bis zur Premiumlimousine skalierbar ist". Nicht alle Autobauer dürften bald Eigenentwicklungen haben, schätzt Senger: "Es wird in Zukunft wahrscheinlich weltweit weniger Betriebssysteme fürs Auto geben, als es Autohersteller gibt." Der Wettbewerb um die nötigen Experten sei in der Branche groß.

Der Ausbau der Software-Entwicklung gehört zu den strategischen Schwerpunkten von Konzernchef Herbert Diess. Zuletzt war allerdings auch deutlich geworden, dass viele der neuen Systeme einen bisher ungekannten Komplexitätsgrad haben. Beim Elektroauto ID.3 gibt es einen zunächst etwas abgespeckten Umfang an Funktionen, beim Golf 8 kam es zu Verzögerungen in der Produktion.

Entstehen soll ein "digitales Ökosystem", in dem Daten zwischen den Smartphones oder Tablets der Kunden, den Anwendungen im Auto, dem Hersteller, Händlern und weiteren Dienstleistern ausgetauscht werden. VW integriert dabei auch Cloud-Speicher und kooperiert mit Microsoft.

Mit Material von dpaAFX.
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