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Volkswagen: Führungsfrage bleibt offen – und Elektro-Chef geht

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der VW-Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend eine vorzeitige Vertragsverlängerung für Konzernchef Herbert Diess vermieden. In der Führungsetage bleiben damit viele Fragen offen – insbesondere da nach Finanzressort und Einkauf jetzt auch die Elektroautosparte ohne Kopf dasteht.

Im Sommer war Diess bereits mit dem Vorschlag einer Vertragsverlängerung abgeblitzt. Der erneute Vorschlag einer Vertragsverlängerung galt daher vielen als Art Vertrauensfrage – nämlich, ob Diess sich für den Umbau des Konzerns und im Management noch der vollen Unterstützung der Familieneigentümer sicher sein konnte.

Doch auch in Wolfsburg ist es üblich erst ein Jahr vor dem Auslaufen eines Vorstandvertrags über die Verlängerung zu reden - Diess ist aber noch bis ins Frühjahr 2023 bestellt. Nach offiziellen Aussagen steht daher derzeit auch keine Vertragsverlängerung zur Debatte, und die Eigentümer stehen nach eigenem Bekunden auch weiter hinter Diess.

Keine Nachrichten seien in diesem Fall gute Nachrichten, schrieb entsprechend JPMorgan-Analyst Jose Asumendi in einer ersten Einschätzung. Es seien keine wichtigen Beschlüsse bekannt geworden, und so zähle für ihn das wiederholte Bekenntnis der Eigentümerfamilien zu Herbert Diess als Vorstandschef des Konzerns.

Zu viele offene Fragen bei Führungsstruktur

Das Machtvakuum, das den Autobauer seit Juni überschatte, sollte beendet werden, schrieb dagegen Arndt Ellinghorst vom Analysehaus Bernstein Research Anfang der Woche. Bereits zuvor hatte sich der Analyst ein klares Bekenntnis zu Diess gewünscht. VW habe die Größe, jede Technologie umzusetzen, und auch die Innovationskraft, ein Trendsetter zu sein. Was dem Konzern aber anscheinend fehle, sei die richtige Führungsstruktur, diese Möglichkeiten effektiv und nachhaltig anzugehen.

Für den Mitte 2021 freiwerdenden Posten des Konzern-Finanzchefs hatte Diess den Informationen zufolge den ehemaligen VW-Marken- und jetzigen Audi-Finanzchef Arno Antlitz vorgeschlagen. Offenbar fürchtet der Betriebsrat, dass mit Antlitz auch ein neues Sparprogramm auf den Tisch kommen könnte. Zudem muss das vakante Einkaufsressort neu besetzt werden.

Am Mittwoch wurde dann gemeldet, dass VW-Elektroauto-Vorstand, Thomas Ulbrich, den Konzern verlässt. Ausschlaggebend dafür seien rein private Gründe "nach einer extrem intensiven Arbeitsphase", sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch. Zuvor hatten einige Medien über den bevorstehenden Absprung von Ulbrich berichtet. Darstellungen, wonach Diess die Abberufung betrieben haben soll, wies das Unternehmen zurück.

Das macht die Aktie von Volkswagen

Das immer größere Machtvakuum bei VW ist nur einer der Gründe, der Anlegern Sorge bereitet. Die VW-Aktie +2,85% kann sich nicht nachhaltig aus dem seit Juni bestehenden Seitwärtstrend befreien. Zuletzt verliert das DAX-Papier rund 1,3 Prozent.

Mit Material von dpaAFX.
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