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Volkswagen: Informiert über den aktuellen Stand

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Volkswagen setzt auf die Zukunft des Elektroautos hat aber gleichzeitig mit Dieselskandal und Coronavirus zu kämpfen. Finanztreff.de informiert über den aktuellen Stand und wie es um die Aktie bestellt ist.

Volkswagen setzt auf die Zukunft des Elektroautos. Ab diesem Jahr muss sich zeigen, ob der Konzern schnell genug die Kurve bekommt. Denn milliardenschwere Strafen der EU-Kommission drohen, wenn die Kunden nicht genug der Elektroautos kaufen.

SUV-Verkäufe helfen bei der Elektrowende

Dass sich die vor einigen Jahren angeschobenen SUVs immer besser verkaufen, spielt VW in die Karten, wenn die hohen Kosten für die Elektrowende drohen, die Gewinne zu verhageln. So kommen die Wolfsburger bisher sehr ordentlich durch den anstehenden Umbruch der Branche, der hohe Vorleistungen in neue Technik und Modelle erfordert.

Selbst in Nordamerika soll 2020 dank der SUVs wieder ein Gewinn erzielt werden – dort hatte VW schon vor dem Auffliegen der manipulierten Dieselmotoren im Herbst 2015 seit längerem nur Verluste eingefahren.

Der eingeschlagene Kurs dürfte von den Zahlen weiter untermauert werden. Der Konzern steigerte die Auslieferungen weltweit um 1,3 Prozent auf 10,97 Millionen Fahrzeuge. Umsatz, Ergebnis und Gewinn dürften teils deutlich gestiegen sein, wenn es nach Meinung von Analysten geht. Neben den SUVs sorgen auch die Sparprogramme bei der Kernmarke VW Pkw und beim schwächelnden Premiumautobauer Audi für Schub. Gleichwohl lauern Risiken.

Baustelle Dieselskandal

Größte Baustelle bleibt die Bewältigung des Dieselskandals. Nachdem außergerichtliche Gespräche mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen für Kunden aus dem Musterklage-Verfahren gescheitert waren, hatte VW ein eigenes Entschädigungsangebot von insgesamt bis zu 830 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Inzwischen sprechen beide Seiten wieder miteinander. Bis Ende des dritten Quartals hatte VW für die in den USA im Herbst 2015 aufgeflogenen Softwaremanipulationen insgesamt schon 30,3 Milliarden Euro verbucht.

Neues Problem: Coronavirus

Vollkommen unklar ist bisher, wie stark sich die Coronavirus-Epidemie in China auswirkt. Die meisten VW-Werke mit den Partnern FAW und SAIC laufen zwar wieder. Am Ende könnte aber vor allem ein Einbruch der Nachfrage VW belasten. Chinesische Verbände rechnen mit deutlichen Rückgängen am Markt in den ersten Jahresmonaten. China steht im VW-Konzern für rund 40 Prozent der Auslieferungen weltweit.

Es gibt jedoch auch Erfolge vorzuweisen

Bei einigen strategischen Projekten kann Diess derweil Erfolge vorweisen. Die Lkw- und Bustochter Traton ist mittlerweile an der Börse, wenn auch zunächst in homöopathischer Dosis. Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler geht derzeit sogar die seit langem erwartete Komplettübernahme des US-Truckherstellers Navistar an. Der Mehrheitsanteil am Maschinenbauer Renk wird für über 500 Millionen Euro an den Finanzinvestor Triton verkauft. Und mit Ford steckt VW Milliarden in die Erforschung und Entwicklung des autonomen Fahrens, zugleich wollen die Amerikaner die Elektroplattform MEB der Wolfsburger für eigene Modelle nutzen, was Geld in die Kasse spült.

Analysten bullish

Bei den Aktienanalysten stehen die Volkswagen-Vorzugsaktien hoch im Kurs. Aktuell empfehlen 14 von 20 Experten die Papiere zum Kauf. Fünf von ihnen raten zum Halten und nur eine Stimme rät zum Verkauf der Titel. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit gut 193 Euro fast 40 Euro über dem aktuellen Kurs.

Das macht die Aktie

Nach einer längeren Dümpelphase setzten die VW-Vorzugsaktien +0,22% Ende 2019 zu einem deutlichen Aufwärtstrend an. Fast wurden wieder Kurse rund um die Hochs von über 190 Euro wie im Frühjahr 2018 erreicht, bis im neuen Jahr erneut Tristesse einsetzte. Im laufenden Jahr ging es für die Volkswagen-Aktie um mehr als 11 Prozent bergab. Vor einigen Tagen wurde sogar die 200-Tage-bei aktuell 160,66 Euro gerissen.

Diess hat angekündigt, den eigenen Marktwert in den kommenden Jahren deutlich steigern zu wollen, indem er VW zu einem softwaregetriebenen Konzern machen will, um an der Börse ebenfalls die Bewertungen eines Technologiekonzerns zu erreichen. Ob das gelingen kann, hängt auch vom Erfolg der neuen Fahrzeuge mit neuer, eigener Betriebssystem-Software ab – und ob VW den Kunden in dieser Hinsicht den gleichen Service bieten kann wie zum Beispiel Tesla.

Mit Material von dpaAFX
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