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Vonovia gibt bei Deutsche Wohnen nicht auf

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Immobilienkonzern Vonovia gibt auch nach dem abermals gescheiterten Versuch einer Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen nicht auf: Die Bochumer wollen nun mit einer leicht erhöhten Offerte einen weiteren Anlauf wagen. Vonovia will den Aktionären der Deutsche Wohnen 53 Euro je Anteil in bar zahlen und damit einen Euro mehr als zuletzt, wie das Unternehmen in der Nacht zu Montag bekanntgab. Zunächst muss aber noch die Finanzaufsicht Bafin grünes Licht geben.

Ein weiterer Übernahmeversuch hatte sich zuletzt bereits abgezeichnet, Vonovia-Chef Rolf Buch hatte sich öffentlich in diese Richtung geäußert. Zusammen stehen die beiden DAX +1,43%-Konzerne weiter hinter dem Vorhaben. "Vonovia und Deutsche Wohnen halten ein Zusammengehen beider Unternehmen weiterhin strategisch und gesellschaftspolitisch für sinnvoll, hieß es in der Mitteilung weiter.

Mit der aufgestockten Offerte wird das Deutsche-Wohnen-Kapital mit rund 19 Milliarden Euro bewertet. Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will erneut mindestens die Hälfte der Anteile an der Nummer zwei der Branche erwerben. An dieser Schwelle war Vonovia zuletzt Ende Juli knapp gescheitert. Aktuell hält Vonovia knapp 30 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien.

Der Konzern will sein neues Angebot nun zeitnah vorlegen, doch dafür werde Vonovia zunächst bei der Bafin um die Aufhebung der geltenden einjährigen Sperrfrist bitten müssen. Falls die Behörde grünes Licht gibt, hoffen beide Konzerne darauf, den Deal im vierten Quartal endlich über die Bühne bringen zu können.

Die Vonovia-Aktie +1,87% legte im frühen Handel am Montag um 1,2 Prozent zu, konnte die Gewinne aber nicht ganz halten. Für das Papier der Deutsche Wohnen -0,26% ging es um 0,2 Prozent auf 52,72 Euro nach oben.

12-Monats-Chart Vonovia (in Euro, Xetra)
12-Monats-Chart Deutsche Wohnen (in Euro, Xetra)

Es handele sich nur um eine kleinere Anhebung der Offerte, schrieb Analyst Kai Klose von der Privatbank Berenberg. Da mit größeren Portfolien auch die Chance auf eine höhere Profitabilität steige und die angepeilten Synergien erreichbar seien, dürften die Aktionäre von Vonovia von dem Deal profitieren.

Vonovia mit Sitz in Bochum besaß Ende März knapp 415.000 Wohnungen, davon gut 354.000 in Deutschland. Damit ist das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits jetzt Europas größter Wohnungskonzern. Die Deutsche Wohnen wiederum ist der größte Privatvermieter in der Hauptstadt: Rund 114.000 der insgesamt mehr als 155.000 Deutsche-Wohnen-Immobilien stehen im Großraum Berlin.

Beide Unternehmen seien sich einig, dass große Herausforderungen am Wohnungsmarkt wie etwa Klimaschutz, bezahlbares Wohnen und Neubauten sich gemeinsam "wesentlich kraftvoller bewältigen" ließen, hieß es. Auch sei ein Zusammenschluss gleichermaßen von Vorteil für Aktionäre, Mieter und den Wohnungsmarkt. Beide Konzerne erwarten jährliche Synergien von 105 Millionen Euro, da die gemeinsame Bewirtschaftung erhebliche Kostenvorteile schaffe. Auch ergänzten sich die Portfolios von Vonovia und Deutsche Wohnen ideal.

Bereits 2016 war Vonovia mit einem Übernahmeversuch der Deutsche Wohnen gescheitert. Auch damals wurde die Mindestannahmequote für die Milliarden-Offerte nicht erreicht. Anders als in diesem Jahr hatte damals jedoch der Vorstand der Deutsche Wohnen aus Berlin das Angebot als feindlich eingestuft und sich heftig gegen den Plan gewehrt. (Mit Material von dpa-AFX)

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