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Vonovia: Immobilienkonzern erntet Lob und Kritik

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia hat die Auswirkungen der Corona-Krise dank einer ungebrochenen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum bislang kaum zu spüren bekommen. Allerdings weht dem Unternehmen schon seit längerem ein kräftiger Wind wegen steigender Mieten auf dem deutschen Heimatmarkt entgegen: Die Mietpreisbremse wurde verlängert und in Berlin wurde der Mietendeckel eingeführt.

 Beim Jahresziel für den operativen Gewinn (FFO) will Vonovia 2020 das obere Ende der prognostizierten Spanne von 1,275 bis 1,325 Milliarden Euro erreichen. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren, die für 2020 eine Dividende von 1,69 Euro je Aktie bekommen sollen. Das wären 12 Cent mehr als ein Jahr zuvor. 2021 will der Konzern noch mehr verdienen, das operative Ergebnis soll um bis zu 11 Prozent zulegen. 

Gegenwind nimmt zu

Im Fokus steht vor allem der Berliner Wohnungsmarkt wegen des Mietendeckels. Mit diesem wurden dort die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen, die vor 2014 gebaut wurden, für fünf Jahre eingefroren. Für Neuvermietungen gelten Obergrenzen. Dies trifft besonders Immobilienkonzerne wie Deutsche Wohnen und Ado Properties, die Immobilien überwiegend in Berlin besitzen. Vonovia gehören in der Hauptstadt etwa 42.000 Wohnungen.

Zudem startete eine Bürgerinitiative erst vor wenigen Tagen in Berlin ein Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungskonzerne. Die Initiatoren setzen sich dafür ein, Immobilienunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen zu "vergesellschaften", also gegen eine Milliardenentschädigung zu enteignen. So soll der Anstieg der Mieten gestoppt werden. Der Senat, so die Forderung, soll dazu ein Gesetz auf den Weg bringen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) lehnt das Vorhaben ab, auch die Wirtschaft ist dagegen. 

Auch sonst weht den großen Wohnimmobilien-Konzernen in Deutschland ein stärkerer Gegenwind entgegen. Im vergangenen Jahr verlängerte der Bundestag angesichts der anhaltenden Knappheit an Wohnungen die Mietpreisbremse um fünf Jahre und verschärfte sie zudem. Dies bekommt auch Vonovia zu spüren. Die marktbedingte Steigerung der Vonovia-Mieten liege mit 0,8 Prozent um ein Drittel unter den Vorjahreswerten, sagte Buch im November. "Die Maßnahmen der Politik zur Senkung der Mietanstiege wirken offensichtlich." Vonovia legt an diesem Donnerstag (4. März) Zahlen zum Gesamtjahr 2020 vor.

Das sagen die Analysten

Analyst Marios Pastou von der französischen Großbank Societe Generale (SocGen) rechnet damit, dass der Schwung am Immobilienmarkt aufgrund des Mangels an erschwinglichen Mietwohnungen bei hoher Nachfrage anhält. Dies dürfte die potenziellen Risiken überwiegen, die mögliche Mietdeckelungen auf nationaler Ebene mit sich bringen könnten.

Trotz regulatorischer Unsicherheiten bevorzugt Analyst Sander Bunck von der britischen Bank Barclays bei den Immobilienwerten weiterhin die bereits 2020 gut gelaufenen Aktien deutscher Wohnimmobiliengesellschaften. Der Subsektor biete die Aussicht auf überdurchschnittliche Renditen bis 2024 und werde aktuell mit einem Bewertungsabschlag gehandelt. 

Das macht die Aktie von Vonovia

Die Vonovia-Anteile -1,02% gehören in diesem Jahr zu den größten Verlierern im Dax. Seit ihrem Jahreshoch von etwas mehr als 60 Euro verlor das Papier bis Anfang März mehr als zehn Prozent und gehört damit derzeit zu den größten Verlierern im Leitindex Dax -0,37% . Im vergangenen Jahr legte die Aktie des Immobilienkonzerns hingegen um rund ein Viertel zu.

Damit lag das Vonovia-Papier 2020 auf Rang sechs unter den begehrtesten Dax-Titeln. Seit dem Index-Aufstieg der Aktie im September 2015 zog der Kurs um fast 80 Prozent an - und auch in diesem Zeitraum gab es kaum Dax-Titel, die mehr zugelegt haben. Mit einem Börsenwert von inzwischen 30 Milliarden Euro liegt Vonovia in dieser Wertung im Index-Mittelfeld. 

Sechs-Monats-Chart Vonovia (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
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