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Vonovia: Milliarden-Fusion mit Deutsche Wohnen geplant

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die beiden großen Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen stehen vor einem Zusammenschluss. Es ist nicht der erste Versuch, doch dieses Mal scheint die lange umworbene Deutsche Wohnen nicht abgeneigt. Sollte der Deal gelingen, dürfte es die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte von Vonovia werden. 

Der größte deutsche Immobilienkonzern Vonovia greift erneut nach dem Branchenzweiten Deutsche Wohnen.

Mit Unterstützung von ganz oben

Vonovia gab in einer Mitteilung vom Montagabend die Absicht bekannt, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot im Gesamtwert von rund 18 Milliarden Euro oder 53,03 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie abzugeben. Das entspreche einer Prämie von knapp 18 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag und von 25 Prozent auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs. Anders als bei den bisherigen Versuchen konnte sich Vonovia die Unterstützung der Deutsche-Wohnen-Spitze sichern. Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Wohnen begrüßten das Übernahmeangebot und beabsichtigten dieses, vorbehaltlich der Prüfung der finalen Angebotsunterlage, zu unterstützen und den Aktionären die Annahme zu empfehlen.

Kapitalerhöhung geplant 

Beide Konzerne unterzeichneten eine Grundsatzvereinbarung über den Zusammenschluss. Zur Finanzierung der Übernahme will Vonovia neue Aktien für bis zu acht Milliarden Euro ausgeben. Vonovia selbst kommt an der Börse derzeit auf einen Marktwert von knapp 30 Milliarden Euro. Durch den Zusammenschluss sollen die jährlichen Kosten um 105 Millionen Euro gedrückt werden. Das Sparziel soll bis Ende 2024 erreicht werden. 

Mindestannahmequote von 50 Prozent

Die Offerte stehe unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 50 Prozent aller ausstehenden Deutsche-Wohnen-Aktien, der Erteilung der fusionskontrollrechtlichen Freigabe "sowie weiterer üblicher Bedingungen". Beide Unternehmen erwarteten, dass die fusionskontrollrechtliche Freigabe vor Ende der Annahmefrist des geplanten Übernahmeangebots erfolge, hieß es. 

Durch den Zusammenschluss entsteht den Angaben zufolge Europas größter Wohnimmobilienkonzern mit einer gemeinsamen Marktkapitalisierung von voraussichtlich rund 45 Milliarden Euro. Dabei ist Vonovia trotz eines Kursrutsches von 13 Prozent seit Jahresbeginn fast doppelt so viel wert wie Deutsche Wohnen, die um drei Prozent zulegen konnten. Die beiden größten deutschen Vermieter bringen es zusammen auf mehr als 500.000 Wohnungen. Der gemeinsame Immobilienportfoliowert wurde auf knapp 90 Milliarden Euro beziffert.

Das sagen die Analysten 

Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für Vonovia +0,18% anlässlich einer geplanten Übernahme von Deutsche Wohnen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 74 Euro belassen. Das Timing des erneuten Übernahmeversuchs nach 2016 sei angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen und der zuletzt divergierenden Aktienkursentwicklung überraschend, schrieb Analyst Sander Bunck in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Er kalkuliert, dass der Deal auf 100%iger Cash-Basis den Nettoinventarwert des neuen Unternehmens um vier bis fünf Prozent steigern könnte.

Etwas zurückhaltender ist hingegen die US-Bank JPMorgan. Die Bereitschaft von Deutsche Wohnen, auf der Basis des kolportierten Übernahmepreises von etwa 53 Euro je Aktie in die Transaktion einzusteigen, sei wohl begrenzt, schrieb Analyst Neil Green in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Der Net Asset Value, eine für die Bewertung von Immobilienunternehmen gebräuchliche Bewertungskennziffer, habe im letzten Quartalsbericht bei 52,50 Euro je Aktie gelegen. Kurz nach Veröffentlichung der Studie gab Vonovia bekannt, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot im Gesamtwert von rund 18 Milliarden Euro oder 53,03 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie abzugeben. Folglich hat JPMorgan die Einstufung für Vonovia +0,18% vor der Bestätigung von Berichten über eine angestrebte Übernahme von Deutsche Wohnen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 62 Euro belassen. 

Das machen die Aktien von Deutsche Wohnen und Vonovia 

Bei den Anlegern lösten die Übernahmepläne am Dienstagmorgen unterschiedliche Reaktionen aus: Während die Vonovia-Aktie +0,18% zum Handelsbeginn um 4,5 Prozent auf 49,87 Euro nachgab, legten die Papiere von Deutsche Wohnen ±0,00% um 15,3 Prozent auf 52 Euro zu und setzten sich damit an die DAX-Spitze +0,99% .

Sechs-Monats-Chart Vonovia (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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