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Wacker Chemie: Die Zuversicht steigt

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wacker Chemie wird nach deutlichen Umsatz- und Gewinnzuwächsen zum Jahresstart optimistischer für 2021. Das Unternehmen profitiert mit seinen Polymeren, die in Klebstoffen, Bodenbelegen, Farben, aber auch in Beton beigemengt werden, vom Bauboom. Zudem sind die Silikone des Konzerns - vielseitig einsetzbare Kunststoffe - gefragt, etwa in der Auto- und Elektronikindustrie sowie bei Textilherstellern und Medizintechnikunternehmen. 

Im abgelaufenen ersten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um mehr als 13 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um mehr als 41 Prozent auf gut 246 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieben 106,6 Millionen Euro hängen und damit über 50 Prozent mehr als vor einem Jahr.

"Insbesondere die Nachfrage nach Polysilizium für Solar- und Halbleiteranwendungen hat sich in den vergangenen Monaten sehr positiv entwickelt," sagte Konzernchef Rudolf Staudigl laut Mitteilung vom Freitag. Auch seien die Preise gestiegen, sie dürften in den kommenden Monaten stabil bleiben.

Prognose angehoben

Für 2021 rechnet Staudigl nun mit einem Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und mit einem Anstieg des operativen Ergebnisses (Ebitda) um 15 bis 25 Prozent. Bislang hatten die Bayern ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie einen Ebitda-Anstieg um maximal 20 Prozent avisiert. 2020 hatte Wacker einen Umsatz von knapp 4,7 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von gut 666 Millionen Euro erzielt.

Das sagen die Analysten

Analyst Markus Mayer von der Baader Bank sprach in einer ersten Reaktion von einem weiterhin sehr vorsichtigen Ausblick und verwies dabei auch auf nach wie vor vorhandene Corona-Risiken, wie der Blick nach Indien und Brasilien zeige. Wenngleich der Konzern die Markterwartungen im ersten Quartal deutlich übertroffen habe, hinke der Gewinnausblick für 2021 der durchschnittlichen Analystenschätzung hinterher, erklärte der Experte.

Das macht die Aktie von Wacker Chemie 

Die Aktien von Wacker Chemie +3,63% fielen kurz nach dem Handelsstart um knapp fünf Prozent auf 122,40 Euro, inzwischen relativierten sich die Verluste jedoch auf 0,5 Prozent bei 128 Euro. Auf Sicht der letzten zwölf Monate hat sich der Kurs jedoch mehr als verdoppelt. Erst vor wenigen Tagen hatten die Titel ein Mehrjahreshoch von 133 Euro erreicht. Baader-Analyst Mayer sowie die Experten der britischen Bank Barclays sehen Kursschwächen allerdings als Kaufgelegenheiten. "Der neue Ausblick lässt Spielraum für mehr," schrieben die Barclays-Analysten in einer ersten Einschätzung.

Sechs-Monats-Chart Wacker Chemie (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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