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Wall Street: Schwach zum Ultimo, aber von Tagestief erholt – außer Twitter

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Enttäuschende Quartalsberichte namhafter Tech-Giganten wie Apple und Facebook haben zum Monatsultimo die US-Börsen belastet. Zudem bereiten die Corona-Neuinfektionen, die seit Montag herbe Kurseinbrüche ausgelöst haben, weiter Sorgen. Die zeitweise heftigen Tagesverluste im Dow Jones Industrial +0,13% verringerten sich in der letzten Handelsstunde allerdings kräftig.

Letztlich ging der Wall-Street-Index mit einem moderaten Abschlag von 0,6 Prozent auf 26.501 Punkte aus dem Handel, nachdem er zeitweise knapp zwei Prozent eingebüßt hatte. Das Minus seit Wochenbeginn beläuft sich auf 6,5 Prozent, sein Monatsverlust auf 4,6 Prozent. So kräftig war der Dow - sowohl auf Wochen- als auch Monatsbasis - seit März nicht mehr abgesackt.

Der marktbreite S&P 500 +0,51% gab am Freitag um 1,2 Prozent auf 3270 Punkte nach. Der Nasdaq 100 +0,87% büßte 2,6 Prozent auf 11.052 Zähler ein und verlor damit in den vergangenen fünf Handelstagen 5,5 Prozent. Auch für den Nasdaq-Auswahlindex bedeutet dies den größten Verlust seit März. Das Monatsminus summiert sich auf moderatere 3,2 Prozent.

Dow Jones (Stand: 30.10.20)


Neuer Höchststand an Corona-Neuinfektionen in den USA

Die Zahl der Neuinfektionen an einem Tag erreichte in den USA am Donnerstag mit mehr als 88.000 Fälle einen neuen Höchststand. Damit waren es fast 10.000 mehr als am Vortag.

Besser als erwarteter Konjunkturdaten wirkten sich zunächst nur zu Handelsbeginn positiv aus und dämpften die Verluste. Das Geschäftsklima in der wichtigen Wirtschaftsregion Chicago trübte sich im Oktober weniger ein als erwartet. Im September stiegen außerdem die Einkommen und auch die Konsumausgaben stärker als prognostiziert.

Apple am Dow-Ende

Unternehmensseitig enttäuschte in erster Linie Apple ±0,00%: Die verzögerte Markteinführung des iPhone 12 brockte dem Technologie-Schwergewicht einen Gewinnrückgang im vergangenen Quartal ein. Für die erfolgverwöhnte Aktie, die erst Anfang September nach einem Aktiensplitt auf ein Rekordhoch geklettert war, ging es am Ende des Dow um 5,6 Prozent nach unten. Im bisherigen Jahresverlauf steht dennoch ein Plus von 50 Prozent zu Buche.

Facebook -0,43% sackten am Ende des S&P 100 um 6,3 Prozent ab. Zwar profitierte das Geschäft des sozialen Netzwerks davon, dass mehr Unternehmen in der Corona-Krise auf digitale Plattformen setzten, allerdings warnte der Facebook zugleich vor erheblicher Unsicherheit im kommenden Jahr. Dabei wurde unter anderem auf die wegen der Pandemie unvorhersehbare Entwicklung im Werbegeschäft verwiesen.

Der weltgrößte Online-Händler Amazon +1,12% gehört zwar ebenfalls zu den Profiteuren der Corona-Krise und meldete ein glänzend gelaufenes Geschäft, da der Trend zum Einkauf im Internet andauert. Die Aktien gaben dennoch 5,5 Prozent ab. Seit Jahresbeginn sind sie mit einem Kurszuwachs von rund 70 Prozent aber auch bereits extrem gut gelaufen.

Twitter verliert ein Fünftel

Besonders steil abwärts ging es für die Papiere von Twitter +0,62% mit einem Abschlag von rund 21 Prozent, womit sie den größten Tagesverlust seit 2014 erlitten. Der Kurznachrichtendienst gewann im vergangenen Quartal trotz der großen Aufmerksamkeit durch den US-Wahlkampf nur eine Million neue Nutzer. Das enttäuschte die Anleger gewaltig.

Die Aktien von Alphabet +0,03% +0,74% sprangen dagegen um 3,8 Prozent nach oben. Boomende Werbeeinnahmen und ein starkes Cloud-Geschäft sorgten im dritten Quartal trotz Corona-Pandemie bei dem Google-Mutterkonzern für einen Gewinnsprung.

TikTok-Rückschlag für US-Regierung

Nachbörslich gab es noch Neuigkeiten zur Video-App TikTok. Die US-Regierung hat bei ihrem Vorgehen dagegen einen weiteren Rückschlag vor Gericht erlitten. Eine Richterin im Bundesstaat Pennsylvania setzte eine Anordnung des Handelsministeriums aus, die das komplette Aus für Tiktok in den USA zum 12. November bedeuten würde. Sie erließ eine einstweilige Verfügung auf Antrag von drei Autoren von TikTok-Videos, die ihren Lebensunterhalt auf der Plattform verdienen.

Zuvor hatte bereits ein Richter in Washington den für Ende September geplanten Download-Stopp für die TikTok-App ebenfalls mit einer einstweiligen Verfügung ausgesetzt. Die US-Regierung legte Berufung dagegen ein. Durch den Download-Stopp sollte das Programm des chinesischen Konzerns Bytedance aus den amerikanischen App Stores von Apple und Google verschwinden. Die Lage um TikTok bleibt insgesamt unklar.  (Mit Material von dpa-AFX)

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