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Wirecard: Eine Blamage für Analysten

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Umstritten war Wirecard seit Jahren. So richtig begann das Desaster aber erst Anfang 2019 mit Vorwürfen der Financial Times. Lange Zeit hielten die Analysten jedoch die Fahne hoch – selbst Mitte Juni gab es noch Kursziele von 270 Euro.

Für die Gläubiger und Investoren gibt es wenig Hoffnung. Der Wirecard-Insolvenzbericht zeigt, dass es frei verfügbare Finanzmittel kaum gibt und die Liquiditätslücke bei 99 Prozent liegt. 3,2 Milliarden Euro sollen die Verbindlichkeiten schwer sein, die Vermögenswerte sollen aber nur mit 428 Millionen Euro angesetzt worden sein.

Der Fall Wirecard ist für die Analystengemeinde eine große Blamage. Zu lange haben auch sie an das Erfolgsmodell geglaubt, den Beteuerungen des Managements und den Testaten des Wirtschaftsprüfers EY vertraut. So hatte das durchschnittliche Kursziel wenige Tage vor dem Auffliegen des Milliardenlochs in der Bilanz noch bei 155 Euro gelegen.

Inzwischen ist das Papier für die Aktienexperten ein rotes Tuch. Die meisten Analysten haben die Beobachtung der Aktie mittlerweile eingestellt, darunter die Analysten der Baader Bank, der NordLB und von Warburg Research. Wolfgang Donie von der NordLB, der die Aktie bereits im April auf Halten abgestuft hatte, riet den Anlegern zum Schluss "weiterhin dringend von spekulativen Investments bei Wirecard ab."

Schon vor dem düsteren Bild, dass der Insolvenzbericht abzugeben scheint, machte Donie den Anlegern nur wenig Hoffnung, dass sie im Rahmen der Insolvenzabwicklung etwas von der erzielten Masse abbekommen werden. "Auch wenn die Zerschlagung vielleicht einige Arbeitsplätze retten kann, die Aktionäre dürften mit überwiegender Wahrscheinlichkeit leer ausgehen", betonte der Experte. Er hält es für wahrscheinlich, dass selbst die Gläubiger auf großen Teilen ihrer Forderungen sitzen bleiben werden.

Kursziele nennt kaum noch ein Experte. Seit der Zuspitzung der Situation Mitte Juni gibt es lediglich zwei neuere Zielmarken mit maximal einem Euro. Der NordLB-Experte Donie ging in seiner Abschlussstudie noch einen Schritt weiter und senkte das Kursziel von einem Euro auf nur noch zehn Cent. Wirecard als Pennystock – auch damit untermauerte der Analyst, dass die Aktie nichts mehr für Anleger ist.

Das macht die Aktie von Wirecard

Dieser Status als Pennystock, also einer Aktie mit einem Wert von unter einem Euro, ist für Wirecard -3,322% Realität geworden. Sie spielen damit in einer Liga mit berüchtigten Namen wie etwa Steinhoff -3,795%. Dem Möbelkonzern waren 2017 ebenfalls Unregelmäßigkeiten in der Bilanz zum Verhängnis geworden - das Papier stürzte ab und kostet derzeit nur noch knapp fünf Cent das Stück, nachdem es Mitte 2016 noch mehr als sechs Euro gekostet hatte.

Mit Material von dpaAFX.
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