DAX®12.809,53+1,71%TecDAX®3.057,14+0,97%S&P 500 I3.324,91+0,30%Nasdaq 10011.186,37+1,88%
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Wirecard: Schluss im DAX und Interpol-Fahndung

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das Ende für Wirecard naht in schnellen Schritten - zumindest im DAX. Die Deutsche Börse hat angesichts der Insolvenz des skandalträchtigen DAX-Mitglieds ihr Regelwerk überarbeitet. Gemäß den neuen Bestimmungen werden insolvente Unternehmen nun mit einer Frist von zwei Handelstagen aus den Auswahlindizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX herausgenommen, teilte die Deutsche Börse mit. Sie trete zum Donnerstag, 19. August in Kraft.

Die sich daraus aktuell ergebenden Veränderungen in der Zusammensetzung von DAX +1,71% und TecDAX +0,97% werden entsprechend am selben Abend nach 22 Uhr bekanntgegeben und nach Börsenschluss am Freitag, 21. August, umgesetzt. (siehe Original-Pressemitteilung der Deutsche Börse Group)

Erwartet wird von Index-Experten bereits, dass der Corona-Krisengewinner und Online-Essenslieferant Delivery Hero +0,66% den Platz der in einen Bilanzskandal verstrickten und inzwischen zahlungsunfähigen Wirecard +6,530% einnehmen wird. Chancen wurden aber auch dem Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise +0,89% eingeräumt.

Im Technologiewerte-Index TecDax gelten die beiden Unternehmen LPKF +2,12% und Stratec -2,15% als die Favoriten für den frei werdenden Platz des Zahlungsabwicklers.

Die Wirecard-Aktie sackt am Donnerstag-Vormittag weiter ab. Der Kurs nähert sich wieder seinem Ende Juni markierten Allzeit-Tief.
Drei-Monats-Chart Wirecard (in Euro)


Wirecard +6,530% hatte im September 2018 den frei gewordenen Platz der Commerzbank +1,56% im DAX eingenommen. In Juni dieses Jahres kam es dann zum Eklat. Der Konzern räumte Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro ein. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht mittlerweile von einem "gewerbsmäßigen Bandenbetrug" bei Wirecard aus, und zwar bereits seit 2015.

Einer der mutmaßlichen Drahtzieher im milliardenschweren Bilanzskandal wird nun sogar per Öffentlichkeits-Fahndung gesucht. Das Bundeskriminalamt (BKA) und Interpol suchen nach dem flüchtigen Ex-Vertriebsvorstand Jan Marsalek. Der österreichische Manager war bis Juni 2020 Vorstandsmitglied bei Wirecard, einem Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an Ladenkassen und im Internet.

"Aufgrund der derzeitigen Ermittlungsergebnisse wird ein Aufenthaltsort des Gesuchten im Ausland für sehr wahrscheinlich gehalten", teilte das BKA mit. Der Fall wurde Mittwoch-Abend sogar Thema bei der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst".

Marsalek wird verdächtigt, zusammen mit anderen Beschuldigten die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen durch Scheingeschäfte aufgebläht zu haben, um so das Unternehmen finanzkräftiger und für Investoren und Kunden attraktiver darzustellen. Die Ermittler verdächtigen ihn des besonders schweren Falls der Untreue und des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Banken und Investoren über drei Milliarden Euro verloren haben könnten. (Mit Material von dpa-AFX)

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