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Wochenausblick DAX: Noch keine Übertreibung in Sicht

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Bislang hatten positive Wirtschaftsdaten, der schnelle Fortschritt der Corona-Impfungen in den USA und die weltweite extrem expansive Geldpolitik den DAX auf neue Höchststände steigen lassen. Im Zuge dessen habe sich natürlich die Bewertung vieler DAX-Unternehmen seit Jahresanfang spürbar erhöht, so ein Aktienstratege bei der Commerzbank. Eine breit angelegte Übertreibung aber sei weiterhin nicht zu erkennen.

Andere Experten sind weniger optimistisch. Andreas Büchler von Index-Radar etwa sprach von einem kurz- und mittelfristig leicht überhitzten Markt, wobei spätestens im Bereich um die 15.500 Punkte mit verstärktem Abgabedruck zu rechnen sei. Angesichts des insgesamt immer noch positiven Grundtrends müssten Anleger voraussichtlich aber nicht mehr als eine kleine Korrektur fürchten.

Am Freitag ging der DAX +1,34% bei 15.234 Punkten ins Wochenende. Dank des weiterhin positives Aktienumfeldes schaffte das Börsenbarometer damit in der verkürzten Handelswoche nach Ostern ein Plus von 0,8 Prozent. Am Dienstag war der DAX erstmals über die Marke von 15.300 Punkten geklettert. Die Indikation für den Weekend-DAX vom Broker IG lag am Samstagabend bei 15.215 Punkten.

Sechs-Monats-Chart DAX (in Punkten, Xetra)


Am deutschen Aktienmarkt ist das Fundament für eine Fortsetzung der Kursrallye gelegt. Dank guter Wirtschaftsperspektiven könnten die Indizes der DAX-Familie, also DAX +1,34%, MDAX +1,13% und SDAX +1,08%, in der neuen Woche durchaus weitere Rekordhöhen erklimmen. Rückschläge in der Bekämpfung des Coronavirus aber könnten den Optimisten einen Strich durch die Rechnung machen.

Große Gefahren für den deutschen Aktienmarkt sehen viele Experten derzeit nicht. Erst langfristig könnten sich steigende Zinsen negativ auf die Aktienkurse auswirken, da festverzinsliche Wertpapiere dann wieder attraktiver würden und in Konkurrenz zu Aktien träten, urteilte Analyst Christian Kahler von der DZ Bank. Dies könnte die Märkte unter Druck setzen.

Weltwirtschaft zieht an

Zunächst aber sind es die guten Gewinnaussichten, die Kahler zufolge an der Börse zählen. Und die seien für die Jahre 2021 und 2022, in denen die Weltwirtschaft das stärkste Wachstum seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verzeichnen soll, hervorragend. "Kein Wunder, dass die Aktienmärkte boomen, statt sich vor potenziellen Störenfrieden zu fürchten", resümierte der Experte.

Allerdings ist noch nicht ausgemacht, dass sich die globale Wirtschaft in der Pandemie tatsächlich als robust erweist. "Europa steckt noch mitten in der dritten Welle und es wird noch eine ganze Weile dauern, bis die Lage soweit unter Kontrolle ist, dass die Wirtschaft anfangen kann, sich wieder zu erholen", mahnte Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX. Und auch in den USA gebe es Unwägbarkeiten, die der Konjunktur den Wind aus den Segeln nehmen könnte, wie beispielsweise neue Mutationen des Virus, gegen die die Impfungen nicht wirken.

IWF: Ende der Corona-Krise ist in Sicht

Sadowski zufolge stehen damit die jüngsten optimistischen Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf wackeligen Beinen. In den Industrieländern ist laut dem IWF ein Ende der Corona-Krise in Sicht: Dank Impfungen und Konjunkturpaketen soll die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 6,0 Prozent wachsen. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als noch im Januar angenommen.

Hierzulande jedenfalls kam es bereits zu einer überraschenden Wende bei der Corona-Strategie von Bund und Ländern: Die vor Ostern vereinbarte nächste Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder fällt aus. Stattdessen soll nun im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz nachgeschärft werden, um bundesweit einheitliche Regelungen für Regionen mit hohen Infektionszahlen zu schaffen. Dazu wird die nächste Sitzung des Bundeskabinetts von Mittwoch auf Dienstag vorgezogen.

Konjunkturdaten aus China und Deutschland

Die Anleger dürften in der neuen Woche nicht nur die politischen Entwicklungen in puncto Corona verfolgen, sondern auch frische Konjunkturdaten auf Hinweise zum Einfluss der Pandemie abklopfen. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, erwartet am Freitag gute Wirtschaftszahlen aus China: "Das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal dürfte wieder um etwa 20 Prozent über dem Corona-Tief des Vorjahresquartals liegen. Damit dokumentieren die Chinesen ihre weiterhin anhaltende Erholungsphase."

Dies habe auch positive Effekte auf die europäischen Volkswirtschaften, was sich am Dienstag in der Finanzmarktumfrage des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) widerspiegeln sollte. "Die Stimmungsindikatoren steigen weiter, obwohl die Risiken der dritten Corona-Welle hoch sind und eine Verschärfung des Lockdowns in Deutschland diskutiert wird", heißt es in einem Wochenausblick der Dekabank.

Erste Unternehmen liefern Q1-Zahlen

Derweil befindet sich hierzulande die Berichtssaison der Unternehmen für das abgelaufene Quartal noch in einer sehr frühen Phase. Der Autozulieferer Hella +0,27% präsentiert am Mittwoch Geschäftszahlen.

Zudem schauen die Anleger im Wochenverlauf auf die US-Banken. Von Mittwoch bis Freitag werden Branchen-Schwergewichte wie JPMorgan +0,35%, Goldman Sachs +1,16% oder die Bank of America -0,98% ihre Quartalszahlen vorlegen. Dies könnte auch die Kurse einiger hiesiger Finanzinstitute bewegen. (Mit Material von dpa-AFX)

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