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Wochenausblick DAX und Co: Tage der Entscheidung

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die mit einem Rekordhoch des deutschen Leitindex DAX begonnene Börsenwoche hat am Freitag mit Ernüchterung geendet. Nach dem großen Verfall an der Terminbörse Eurex gerieten die Aktien-Kurse unter Druck und weiteten die Verluste immer mehr aus. Droht der DAX nun womöglich in ein Sommerloch zu fallen?

Kurzfristig könnten sich die Aussichten für den deutschen Aktienmarkt tatsächlich eingetrübt haben. Hatte der DAX -0,32% am vergangenen Montag noch ein Rekordhoch bei gut 15.800 Punkten erklommen, so fiel er am Freitag mit 15.448 Punkten auf den niedrigsten Stand seit Monatsanfang. Die Wochenbilanz fiel mit minus 1,6 Prozent ebenfalls enttäuschend aus. Noch ist der Aufwärtstrend seit Januar intakt. Die wichtige 50-Tage-Linie verläuft bei 15.381 Punkten (siehe Chart).

Der MDAX -0,21%, der im frühen Freitags-Handel sogar noch auf ein Rekordhoch geklettert war, beendete die Woche mit einem Mini-Plus von 0,01 Prozent bei 34.022 Zählern.

12-Monats-Chart DAX


Mit dem sogenannten großen Verfall ("Hexensabbat") am Freitag haben offenbar die Bären die Oberhand über die Bullen bekommen. "Oftmals sind genau diese großen Verfallstermine der Dreh- und Angelpunkt im Aktienhandel", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. Auch im New Yorker Handel ging es am Freitag mit den meisten Kursen abwärts.

US-Zinserhöhung früher als bislang gedacht?

Marktteilnehmer begründeten den Verkaufsdruck auch mit Aussagen des Fed-Gouverneurs James Bullard. Dieser hatte in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC eine Zinserhöhung bereits Ende 2022 ins Spiel gebracht. Am Markt hatte man nach der Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch erst 2023 mit steigenden Leitzinsen gerechnet. "Das hat den Märkten heute Nachmittag einen weiteren Schlag versetzt", schrieb Analyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets.

Die nächste rund Marke von 16.000 Zählern liegt für den DAX -0,32% zwar noch immer in Reichweite. Auch zeigt der langfristige Trend weiter klar aufwärts, seit Jahresbeginn hat der DAX um fast 13 Prozent zugelegt. Doch gerade hierin sehen Experten eine Gefahr. "Innerhalb eines stark ausgeprägten Bullenmarkts werden Risiken ausgeblendet", warnte Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Die Kurse spiegelten mittlerweile sehr hohe Erwartungen wider, die Relation von Chancen zu Risiken sei nicht länger attraktiv.

Delta-Variante des Corona-Virus verunsichert

Sollte es tatsächlich zu einer spürbaren Korrektur der hohen Erwartungen kommen, hätte der DAX -0,32% nach der Rallye nun reichlich Platz nach unten. Das nächste markante Tief datiert von Mitte Mai bei gut 14.800 Punkten.

Zum Auslöser eines Rücksetzers könnte womöglich erneut das Coronavirus werden. "Inzwischen wird auch in Deutschland die Delta-Variante vermehrt nachgewiesen", sagte Volkswirt Christoph Weil von der Commerzbank. In Großbritannien und Portugal stiegen die Zahlen der mit dieser Mutante Infizierten. Das Robert Koch-Institut und Virologe Christian Drosten warnten eindrücklich vor dieser ansteckenderen Variante.

In den ersten Bundesländern beginnen die Sommerferien

Derweil dürften sich in der neuen Woche die ersten Marktakteure in die Sommerferien verabschieden. In Berlin, Hamburg und drei Bundesländern beginnen die Schulferien. Damit dürfte es auch an den Börsen in den kommenden Wochen ruhiger zugehen. Am Mittwoch könnten die Einkaufsmanager-Indizes aus der Eurozone und den USA und am Donnerstag das ifo-Geschäftsklima konjunkturelle Impulse setzen.

Auch mit Blick auf die Unternehmen ist die Agenda überschaubar. Am Donnerstag lädt Siemens +0,10% zu einem Kapitalmarkttag. "Siemens macht gute Fortschritte", attestierte Guillermo Peigneux Lojo von der Bank UBS den Münchenern. Die Lage auf wichtigen Märkten wie Automatisierung und Elektrifizierung sei gut. Siemens werde auf der Veranstaltung das sich hieraus ableitende Wachstumspotenzial abschätzen.

Zwei Investoren-Tage und Index-Neulinge

Am Mittwoch laden der britische Pharmariese GlaxoSmithKline -0,60% und der niederländische Halbleiter-Zulieferer ASML -0,06% die Investoren ein. Die ASML-Aktien eilten im Juni von einem Hoch zum nächsten. Das Unternehmen ist an der Börse mittlerweile fast 250 Milliarden Euro wert, mehr als die beiden deutschen Schwergewichte SAP +0,09% und Allianz +0,60% zusammen. Die weltweite Halbleiter-Knappheit lässt die Nachfrage der Chip-Produzenten nach Fertigungsanlagen boomen.

Am Montag werden die von der Deutschen Börse beschlossenen Index-Änderungen wirksam. Neu im MDAX -0,21% sind dann die Papiere des Online-Gebrauchwagenhändlers Auto1 -0,12%. Auch im SDAX +0,43% gibt es einige Änderungen, so steigen etwa die Anteile der Vodafone-Funkmasten-Tochter Vantage Towers -1,51% in den Nebenwerte-Index auf. Im DAX bleibt alles beim Alten. (Mit Material von dpa-AFX)

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DAX ®
DAX ® - Performance (3 Monate) 15.618,98 -0,32%
PKT -50,31
Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
Tops Kurs %
Deutsche Wohnen SE 51,72 +1,17%
MTU Aero Engines AG 209,40 +0,92%
Deutsche Bank 10,66 +0,89%
HeidelbergCement 74,86 +0,70%
BASF 67,46 +0,66%
Flops
Delivery Hero SE 127,75 -1,28%
Continental 116,38 -1,37%
adidas AG 312,00 -1,83%
Deutsche Börse AG 144,95 -1,90%
Vonovia SE 56,20 -2,46%
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