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Wochenausblick: DAX-Verwerfungen voraus?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Erst am vergangenen Montag hat sich im DAX ein kräftiges Sommergewitter entladen: Nach dem Rekordhoch bei etwas über 15.800 Punkten ging es wegen Sorgen über die sich ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus und steigender Inflationsdaten kräftig abwärts in Richtung 15.000 Punkte. Doch Schnäppchenjäger griffen auf diesem Niveau schnell wieder zu. In der neuen Woche dürfte nun das US-Notenbank-Treffen stehen sowie die Quartalszahlen mehrerer Schwergewichte aus Dow, DAX und MDAX.

Von Sommerruhe kann am deutschen Aktienmarkt zurzeit keine Rede sein. Eher ist die Nervosität gestiegen, und das dürfte angesichts neuer wichtiger Konjunkturdaten und -ereignisse sowie anstehender Geschäftsberichte dies- und jenseits des Atlantiks auch so bleiben.

Am Freitag haben robuste Konjunkturdaten die Erholung des DAX +0,27% weiter vorangetrieben. Zudem bleibt das monetäre Umfeld günstig, nachdem die Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag ihren expansiven Kurs mit Zinsen auf Rekordtief und milliardenschweren Anleihekäufen bekräftigt hatte.

Der deutsche Leitindex ging bei 15.669 Punkte ins Wochenende. Nach dem vierten Erholungstag in Folge summiert sich der Gewinn auf Wochensicht auf 0,8 Prozent. Seit dem Tief am Montag beträgt das Plus sogar etwas mehr als vier Prozent.

Sechs-Monats-Chart DAX


Der MDAX -0,02% erklomm am Freitag ein neues Rekordhoch und gewann auf Wochensicht 2,1 Prozent auf 35.163 Zähler.

Laut Andreas Büchler von Index Radar ist die aktuelle Erholung am deutschen Aktienmarkt zwar noch kein echtes Signal für wieder steigende Kurse. Aber wenigstens habe sich das Risiko verringert, dass es noch weiter abwärts gehe, konstatierte er. Aktuell sieht er wieder DAX-Potenzial +0,27% bis zurück in den Bereich von rund 15.750 Punkten. Kurse oberhalb von 15.800 Punkte lässt ihm zufolge der Sommer zwar nicht mehr erwarten, aber auch keine neuen Tiefs. Und selbst ein Rückfall bis um die 14.300 Punkte sieht Büchler charttechnisch als "nicht schädlich für den übergeordneten Aufwärtstrend".

Fed-Sitzung im Fokus

Wenn die US-Notenbank (Fed) am Mittwoch erneut auf den Plan tritt, rechnen Experten weiterhin mit keiner geldpolitischen Wende. "Die Fed dürfte erst einmal nicht vom Gas gehen", erwartet Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck und verweist auf zuletzt wieder gemischtere Konjunkturdaten sowie steigende Infektionszahlen.

Und auch Bernd Weidensteiner von der Commerzbank schreibt: "Die Fed wird auf der Sitzung nächste Woche trotz der hohen Inflationsraten keinen raschen Kurswechsel vollziehen, also noch nicht das versprochene Signal zur Vorankündigung der Rückführung der Anleihekäufe geben." Allerdings dürften entsprechende Vorbereitungen vorangetrieben und möglicherweise einige Überlegungen dazu präsentiert werden.

Der entsprechende Plan dürfte laut Greil erst im September kommuniziert werden, wenn auch in den USA klarer absehbar sei, wie hoch die Pandemie-Risiken für die Konjunktur seien. "Börsianer sollten sich daher den 9. und 22. September dick im Kalender anstreichen - wenn sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die Fed ihre Karten auf den Tisch legen."

Neue Impulse durch Konjunkturdaten

Weitere wichtige Daten in der neuen Woche werden wohl die US-Auftragseingangszahlen am Montag sein und die Daten des Conference Board zum Verbrauchervertrauen im Juli sowie am Freitag neue Inflations- und wöchentliche Jobdaten. Hierzulande rückt das Ifo-Geschäftsklima am Montag in den Blick, gefolgt vom GfK-Konsumklima am Mittwoch und Inflationsdaten aus dem Monat Juli am Donnerstag und Freitag.

Marktverwerfungen werden all diese Daten aber wohl kaum auslösen. Doch die jüngste Konsolidierung, also die Abkühlung an der Börse nach den vorangegangenen kräftigen Anstiegen, könnte sich im laufenden dritten Quartal laut Aktienstratege Andreas Hürkamp von der Commerzbank durchaus fortsetzen.

Eine scharfe Korrektur erwartet aber auch er nicht. Mit den gesunkenen Inflationserwartungen habe sich ein "wichtiger Risikofaktor für das zweite Halbjahr beruhigt". Zudem erhielten die Aktienmärkte nach wie vor Rückenwind von starken Unternehmensgewinnen. Selbst in Falle einer möglichen Korrektur verringere dies die Fallhöhe des DAX erheblich.

Quartalszahen ohne großen Einfluss?

Und so geht der Blick zu den Quartalsberichten, "auch wenn die Zahlen zum zweiten Jahresviertel insgesamt keine große Tragweite besitzen", wie Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect sagt. "Sie geben aber dennoch Auskunft darüber, wie sich die Konjunktur in den einzelnen Branchen und Sektoren erholen kann".

Aus den USA werden Quartalszahlen unter anderem von Apple -0,50%, Alphabet +0,06%, Microsoft -0,04% und Amazon -0,39% erwartet.

Acht DAX-Unternehmen mit Geschäftszahlen

Hierzulande wird sich in der neuen Woche die Aufmerksamkeit unter anderem auf die Zahlen von BASF -0,12%, Deutsche Börse -1,32%, FMC +0,10%, Fresenius -0,61%, HeidelbergCement +1,16%, Linde ±0,00% und MTU +0,15% sowie auf die DAX-40-Anwärter Airbus -0,51% und Siemens Healthineers +0,52% richten.

Die Deutsche Bank +0,31% steht sogar gleich zweimal im Fokus: Einmal mit ihrem Geschäftsbericht am Mittwoch und nochmals am Freitagabend. Denn dann veröffentlichen die Europäische Bankaufsichtsbehörde EBA und die EZB die Ergebnisse des diesjährigen Banken-Stresstests. Dabei dürfte sich laut Helaba-Analystin Susanne Knips "das solide Bild, das der Sektor in der Krise bisher zeigte, bestätigen".

Immobilien-Hochzeit gescheitert

Gleich am Montag dürften zudem die DAX-Werte Vonovia -0,22% und Deutsche Wohnen ±0,00% im Fokus der Börsianer stehen. Am Freitag, 18 Uhr, lief das freiwillige Übernahmeangebot durch Vonovia aus. Die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Anteilseigner wurde offenbar nicht erreicht, teilte der Immobilien-Konzern am Abend per DGAP-Mitteilung mit. Der Mega-Deal wäre damit vorerst gescheitert. Die Vonovia-Aktie geriet bereits am Freitag unter Druck. Das endgültige Ergebnis wird am Montag bekannt gegeben.  (Mit Material von dpa-AFX)

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