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Wochenausblick DAX: "Viel Positives vorweg genommen"

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ein auf ganzer Linie enttäuschender Arbeitsmarktbericht aus den USA hat die Börsen auf beiden Seiten des Atlantiks nicht ins Wanken gebracht. Im Gegenteil: Der Dow Jones kletterte auf ein neues Rekordhoch. Der DAX wird in der neuen Woche vielleicht folgen. Neue Quartalszahlen könnten allerdings auch Störfeuer entfachen.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt dürften nach der jüngsten Erholungsrallye guten Mutes in die neue Woche gehen. Vor einigen Tagen hatte ein kurzer Rutsch des DAX unter die Marke von 15.000 Punkten noch ein charttechnisches Warnsignal geliefert, das von den Anlegern aber ignoriert wurde.

Am Freitag schloss der DAX -1,78% dann bei 15.399 Zählern nur noch gut 100 Punkte unter seinem Rekordhoch von 15.501 Punkten. Stützend wirkte die Wall Street, wo der Dow Jones Industrial -1,58% einen neuen Rekord erreichte. Die schwankungsreiche erste Mai-Woche beendete der DAX trotz des heftigen Rücksetzers vom Dienstag damit mit 1,7 Prozent im Plus.


Sechs-Monats-Chart DAX (Xetra)


Nun dürfte der Leitindex wieder mit seinem im April erreichten Rekordhoch liebäugeln. Der Börsenweisheit "Sell in May and go away", wonach der Mai ein guter Monat für einen Rückzug sein soll, scheint er damit vorerst nicht gerecht zu werden.

Nachlassender Optimismus?

"Mangels Anlagealternativen hält sich die Abgabebereitschaft der Marktteilnehmer augenscheinlich weiterhin in Grenzen, auch wenn Umfragen unter Investoren gerade hierzulande inzwischen nachlassenden Optimismus signalisieren", kommentierte Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Helaba. Wie er beobachtete, werden Kursrücksetzer rasch wieder aufgeholt - unter anderem wegen der jüngsten Erfahrung, dass Aktien auch in schwierigen Zeiten steigen. Anleger wunderten sich, warum die Kurse gerade jetzt fallen sollten, wo die Wirtschaft wieder an Fahrt aufnimmt.

Marktexperte Robert Halver von der Baader Bank sieht die "entscheidende Gretchenfrage" weiter in der Frage nach Zinssteigerungen, nachdem die US-Finanzministerin Janet Yellen jüngst die Erwartung äußerte, dass bald höhere Zinsen möglich werden könnten - und damit der Notenbank in die Parade fuhr, die zuletzt immer wieder beschwichtigt hatte. Börsianer fürchten, dass eine schnelle Erholung der Wirtschaft in einer Zeit nach der Pandemie gemeinsam mit einer dann steigenden Inflation die US-amerikanischen Währungshüter zum Handeln zwingen könnte.

Sicherheitsnetz von den Notenbanken

Halver aber baut darauf, dass die Notenbanken die Anleger vorerst nicht im Stich lassen werden. Prinzipiell sieht er in Zeiten der Pandemie in dem Zusammenspiel aus lockerer Fiskal- und Geldpolitik ein ordentliches Sicherheitsnetz. Der Marktexperte glaubt auch, dass das Zinsargument in den Augen vieler Marktteilnehmer zuletzt überstrapaziert wurde. Und an diesem Freitag zeigte sich, dass die Erholung am US-Arbeitsmarkt im April praktisch zum Erliegen gekommen ist. Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners lässt dies die Stimmen für eine restriktivere Geldpolitik verstummen.

Glaubt man dem Analysten Markus Reinwand von der Landesbank Helaba, ist die Börsenregel "Sell on good News" vor dem Hintergrund der laufenden Berichtssaison derzeit der bessere Ratgeber als die "Sell in May"-These. Dabei könnten gute Nachrichten zu einem kleinen Ausverkauf führen wie am vergangenen Dienstag bei dem Chipkonzern Infineon -0,26%.

Sein Fazit lautet, dass die Quartalsberichte mit überwältigender Mehrheit positive Überraschungen lieferten, individuelle Kursfeuerwerke aber ausblieben. "Dies untermauert die These, dass bereits sehr viel Positives vorweg genommen wurde."

Berichtssaison läuft weiter

In der neuen Woche bleiben die Blicke dennoch weiter auf die Berichtssaison gerichtet. Am Montag berichtet der Corona-Impfstoffpionier BioNTech +2,04% vom ersten Quartal, in dem das gemeinsam mit Pfizer -0,23% vermarktete Vakzin der Mainzer international schon munter verimpft wurde. Nach dem Kursrücksetzer am vergangenen Donnerstag wegen Anlegersorgen um die Patente von Impfstoffherstellern könnten diese in ein besonderes Licht rücken.

In den Tagen danach folgt eine Flut an Zahlen mit diversen DAX-Konzernen, darunter am Dienstag zunächst der Energiekonzern E.on -0,51%. Am Mittwoch berichtet dann mit der Allianz -0,23%, Merck +0,19%, der Deutschen Telekom -0,23%, RWE -0,59% sowie Deutsche Wohnen -0,62% und Bayer -0,21% eine ganze Schar an Hochkarätern vom ersten Quartal – teilweise nach bereits bekannten Eckdaten. Danach wird es an Christi Himmelfahrt, an dem in Frankfurt dennoch gehandelt wird, und am darauf folgenden Brückentag voraussichtlich etwas ruhiger.

Wenig Konjunkturdaten

Konjunkturell bewertet Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank die Agenda in der neuen Woche als "überschaubar". Die Blicke der Anleger richteten sich wegen der Inflationsbedenken vor allem auf die US-Verbraucherpreise am Mittwoch. "Diese dürften der Inflationsdebatte zusätzliche Nahrung liefern", so der Experte. Er rechnet mit einer vorübergehend hohen Gesamtinflationsrate von 3,5 Prozent. (Mit Material von dpa-AFX)

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