DAX®15.123,87+0,75%TecDAX®3.355,16+0,33%Dow Jones 3034.297,73-0,19%Nasdaq 10014.149,12-2,48%
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Wochenausblick: Fällt die Weihnachtsrally nun aus?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die vor einer Woche hier geäußerte Vorahnung, dass die Luft dünner werde, hat sich mit voller Wucht bewahrheitet. Eine neue, möglicherweise besonders ansteckende Coronavirus-Variante hat die Aktien-Anleger in die Flucht geschlagen. In der neuen Woche dürfte es darum gehen, ob sich die Korrektur und damit die Talfahrt an den Börsen fortsetzt oder ob sich die Aktienmärkte auf ihren erreichten tieferen Niveaus stabilisieren.

Der DAX +0,75% ist am Freitag auf Talfahrt gegangen und sackte um 4,15 Prozent auf 15.257 Punkte ab. Das ist der tiefste Stand seit Mitte Oktober (siehe Chart). Die Indikation vom Broker IG für den Weekend-DAX rutschte unter 15.200 Punkte ab. Der DAX-Wochenverlust beträgt 5,6 Prozent. Das Plus seit Jahresanfang beträgt noch gut 11 Prozent. Bereits Ende vergangener Woche hatten die sich zunehmend verschärfende Corona-Lage und Konjunktursorgen für eine Zäsur gesorgt.

Der EuroStoxx 50 +0,59% rutschte am Freitag um 4,7 Prozent auf 4.089 Punkte ab. In den USA gab der Dow Jones Industrial -0,19% zum vorgezogenen Handelsschluss um 2,5 Prozent auf 34.899 Punkte nach.

Sechs-Monats-Chart DAX (Xetra)


Laut Charttechnik-Experte Andreas Büchler von Index Radar haben sich die zunächst "harmlosen" Gewinnmitnahmen im DAX +0,75% inzwischen in eine Ernst zu nehmende Konsolidierung verwandelt. Er hält in den kommenden Wochen sogar einen Rutsch bis auf 14.800 Punkte für möglich, womit sich die Gewinne der jüngsten Aufwärtsbewegung von Anfang Oktober in Luft auflösen würden.

Experten befürchten, dass die im südlichen Afrika aufgetauchte Virus-Variante B.1.1.529 (Omikron) wegen ihrer vielen Mutationen auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Der Mainzer Impfstoff-Hersteller BioNTech +2,10% analysiert zurzeit die neue Variante und rechnet spätestens in zwei Wochen mit Erkenntnissen.

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sorgt sich um mögliche Auswirkungen der Corona-Variante Omicron auf den Impfschutz. B.1.1.529 sei die am stärksten abweichende Variante, die bislang während der Pandemie in umfassenden Zahlen entdeckt worden sei, teilte die in Stockholm ansässige Behörde am späten Freitagabend in einer Einschätzung zur Bedrohungslage durch die neue Virus-Variante mit. Die 'Gefährlichkeit' der Variante könne jedoch noch nicht eingeschätzt werden.

Nachrichten rund um das Coronavirus hierzulande – aber auch länderübergreifend – bleiben in den kommenden Tagen im Fokus der Börsianer. Neben Omikron spielen hierzulande die hohe Zahl der Neuinfektionen samt Hospitalisierungsraten und Todesfällen und außerdem mögliche Beschlüsse über Reisebeschränkungen und Lockdowns eine Rolle.

"Prinzip Hoffnung leuchtet noch"

"Die Weihnachtsrally war schon vor den Berichten über die Covid-19-Mutation mehr oder weniger zu Ende. Jetzt hat sie sich wohl endgültig erledigt", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners die jüngsten Verwerfungen am deutschen Aktienmarkt.

Und trotz aller Vorsicht – pessimistisch sind die meisten Marktexperten auch angesichts der zugespitzten Corona-Lage noch nicht. "In den letzten Mini-Korrekturen kamen jedes Mal rasch Käufer in den Markt", erinnert Altmann. Und ein weiterer Marktexperte ergänzt: "Das Prinzip Hoffnung leuchtet nach jeder Korrektur mit dem Börsenslogan 'buy the dip'", was heißt: Kaufe, wenn die Kurse absacken.

Auch Stratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck & Co. gibt sich zuversichtlich: "Auch wenn die Gefahr der neuen Virus-Variante noch schwer einzuschätzen ist: Sollte sich die Pandemie wesentlich verschlimmern und dadurch weitreichendere Lockdowns auslösen, dann werden sowohl die Regierungen wie auch die Notenbanken stärker als erwartet unterstützen - was dann wiederum die Börsen unterstützt."

US-Arbeitsmarkt-Bericht am Freitag

Konjunkturseitig wird in der neuen Woche das Hauptaugenmerk wohl auf dem US-Arbeitsmarktbericht für November am Freitag liegen und auf den ISM-Einkaufsmanager-Indizes am Mittwoch und Freitag, die wichtige Stimmungsdaten aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor liefern. Laut der Helaba sollten all diese Daten die robuste US-Wirtschaft, aber auch die Engpässe untermauern. Die Experten der Deutschen Bank erachten den Jobbericht dieses Mal vor allem vor dem Hintergrund der Frage für wichtig, ob die US-Notenbank das Auslaufen ihrer Wertpapierkäufe beschleunigen könnte.

In Europa stehen am Montag und Dienstag Daten zur Inflation im Blick, die sowohl hierzulande als auch in der gesamten Eurozone weiter gestiegen sein dürfte.

Verschiedene Unternehmens-News stehen an

Unter den Einzelwerten gibt es ebenfalls ein paar spannende Themen. Am Dienstag legt der in Turbulenzen geratene Wohnimmobilien-Konzern Adler Group +1,92% seine Quartalsbilanz vor.

Am Mittwoch dreht sich dann wohl die Aufmerksamkeit um Daimler -0,45%, denn dann wird das Geschäft mit Lastwagen und Bussen aus dem Konzern herausgelöst und am 10. Dezember unter dem Namen Daimler Truck an die Börse gebracht.

ThyssenKrupp +0,87% lädt einen Tag darauf zum Kapitalmarkttag ein. Börsianer erwarten von dem Stahl- und Industriekonzern tiefere Einblicke in den Konzernumbau.

Zum Kapitalmarkttag von Allianz +0,27% am Freitag erwarten Anleger und Investoren eine Aktualisierung der Unternehmensstrategie. Analyst Peter Eliot von der Investmentbank Kepler Cheuvreux rechnet darüber hinaus damit, dass der Versicherer einen starken Ausblick geben wird.

Außerordentliche Überprüfung der Index-Mitglieder

Am Freitagabend nach US-Börsenschluss schließlich steht die außerordentliche Überprüfung der Zusammensetzung der DAX-Familie durch die Deutsche Börse an. Index-Experten rechnen unter anderem damit, dass die weitgehend von Vonovia -0,44% übernommene Deutsche Wohnen +0,76% zurückkehrt und kurz vor Weihnachten einen Platz im MDAX +0,57% einnehmen wird.

Außerdem wird erwartet, dass die vom Autozulieferer Continental -0,46% abgespaltene Antriebstochter Vitesco +2,86% in den SDAX +0,74% einziehen wird. (Mit Material von dpa-AFX) 

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