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Zur Rose: Höherer Verlust setzt Aktie unter Druck

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die schweizerische DocMorris-Konzernmutter Zur Rose ist im ersten Halbjahr 2021 tiefer in die Verlustzone gerutscht als erwartet. So gab das Unternehmen viel Geld für eine Marketingkampagne im Zusammenhang mit der Einführung des E-Rezepts in Deutschland aus. Hinzu kamen Sonderkosten im Zusammenhang mit Übernahmen und Restrukturierungen.

Unter dem Strich stand bei der Online-Apotheke ein Nettoverlust von rund 77 Millionen Schweizer Franken (rund 71,8 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch in Frauenfeld mitteilte. Im Vorjahr hatte das Minus rund 52 Millionen Franken betragen. Analysten hatten zwar mit einem Verlust gerechnet, aber nicht in dieser Höhe.

Starkes Erlöswachstum 

Inklusive der übernommenen Versand- und Diabetes-Geschäfte der deutschen Apothekenfirma Apotal und der ebenfalls zugekauften deutschen Versandapotheke Medpex kletterte der Umsatz um rund 23 Prozent auf 998 Millionen Franken. Damit liegt Zur Rose oberhalb der angepeilten 20 Prozent und hat gegenüber dem erste Quartal an Dynamik gewonnen: von Januar bis März hatte das Wachstum noch bei knapp 18 Prozent gelegen.

Das sagen die Analysten

Die Online-Apotheke habe insgesamt solide abgeschnitten und die Umsatzerwartungen erfüllt, schrieb Analyst Volker Bosse von der Baader Bank. Die Umsatzdynamik im zweiten Quartal sei höher als beim Konkurrenten Shop Apotheke gewesen. Dagegen liege das operative Ergebnis wegen der gestiegenen Kosten deutlich unter den Prognosen. Nach Ansicht von Analystin Amy Curry von der US-Investmentbank Morgan Stanley dürften wegen der enttäuschenden Ergebnismargen die Markterwartungen für das Gesamtjahr entsprechend sinken.

Hoffnungsträger E-Rezept

In diesem Jahr will sich das Unternehmen vor allem auf die flächendeckende Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland ab Anfang 2022 vorbereiten. Schon ab Mitte des Jahres geht das Unternehmen nach früheren Aussagen von ersten Erlösen aus. Mit dem E-Rezept entfällt die Hürde für Kunden, ein Papierrezept einzusenden, um Online-Apotheken rezeptpflichtige Arzneien zu bekommen. Die Gruppe zählt 10,3 Millionen Kunden auf dem deutschen Markt.

Schon in drei Jahren will Zur Rose den Umsatz ohne Zukäufe gerechnet auf vier Milliarden Franken steigern. In diesem Jahr soll der Erlös um 20 Prozent zulegen. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rechnet Zur Rose aber erst 12 bis 18 Monate nach 2021 mit einem operativen Gewinn.

Das macht die Aktie von Zur Rose

An der Börse reagierten die Anleger mit Enttäuschung auf die Quartalszahlen: Die Zur-Rose-Aktie notierte am Mittwochnachmittag rund 4,3 Prozent schwächer bei 351,00 Schweizer Franken. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein Plus von 21 Prozent zu Buche.

Sechs-Monats-Chart Zur Rose (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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