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BdB/Sewing will Investitionsoffensive und fairen Wettbewerb für Banken

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Christian Sewing, hat Deutschland und Europa zu einer Investitionsoffensive aufgerufen, um private Investitionen zu erleichtern. Auch müsse der Bankensektor global wettbewerbsfähiger gemacht werden. Er warnte Deutschland und Europa zudem davor, dass sich der globale Wettbewerb um die maßgeblichen Zukunftstechnologien noch erheblich schärfer werde, sagte Sewing bei einer Pressekonferenz anlässlich der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank.

Für die deutschen Privatbanken sind aus Sewings Sicht drei Dinge wichtig: Europa müsse sich erstens dem globalen Wettbewerb stellen und eine Investitionsoffensive einläuten. Der Kontinent stehe beim Klimaschutz, bei der Digitalisierung und bei der Wettbewerbsfähigkeit vor einem beispiellosen Transformationsjahrzehnt, für das er noch nicht gut aufgestellt sei.

Niemand bestreitet, dass es einen erheblichen staatlichen Investitionsbedarf gibt. Um die Transformation unserer Wirtschaft und das Ziel 'Null Emissionen bis 2045' finanzieren zu können, müssen wir aber in erster Linie privates Kapital mobilisieren", so der BdB-Präsident. Daher müssten die Weichen für mehr private Investitionen gestellt werden. "Die Arbeit an der Kapitalmarkt- und der Bankenunion muss in den kommenden Monaten allergrößte Priorität genießen", so Sewing.


Stärkere Abhängigkeit von globalen Banken wäre falsch

In seinem zweite Appell drängte er dazu, den europäischen Finanzbinnenmarkt so rasch wie möglich verwirklichen. Denn davon würden alle profitieren. Unternehmen kämen leichter an Kapital, Verbraucher könnten unter sehr viel mehr Finanzprodukten auswählen und Banken hätten endlich einen großen Heimatmarkt und könnten dadurch einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den USA überwinden.

Es wäre ein strategischer Fehler, wenn wir uns in einer zunehmend fragmentierten und von nationalen Interessen dominierten Welt noch stärker von globalen Banken abhängig machten, die ihren Sitz außerhalb Europas haben", warnte Sewing. Über allem stehe daher die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Finanzplatzes.

In seinem dritten Punkt mahnt der Bankenpräsident an, dass die Profitabilität des deutschen und europäischen Finanzsektors zu steigern sei. Zwar sei das vor allem Aufgabe der Banken. "Dazu gehören aber auch faire Wettbewerbsbedingungen, also ein wirkliches Level Playing Field", mahnte Sewing. Dies sei gegenwärtig jedoch nicht gegeben.

Die regulatorische Schieflage im Wettbewerb mit den Big Techs, die Teile des Bankengeschäfts abgreifen und von ihren großen Datenbergen profitieren, ist mit Händen zu greifen", kritisierte Sewing. Wenn europäische Banken immer restriktiver reguliert würden und das Geschäft dadurch in andere Finanzbereiche abwanderten, sei für die Stabilität nichts gewonnen.


Globale Abhängigkeiten reduzieren

Sewing mahnte zudem angesichts der anhaltenden Pandemie, der wirtschaftliche Aufschwung bleibe solange brüchig, wie Teile der Welt unter Corona litten. Eine höhere Impfquote sei nötig.

Außerdem habe sich gerade in der Pandemie gezeigt, dass die europäische Wirtschaft wegen der weltweiten Arbeitsteilung besonders anfällig sei für Rohstoffmangel, Materialknappheit und Lieferengpässe. Es liege in erster Linie an den Unternehmen, hier aktiv zu werden. "Um unsere Wirtschaft insgesamt widerstandsfähiger zu machen, müssen wir wirtschaftliche Abhängigkeiten reduzieren und Lieferketten diversifizieren", sagte der BdB-Präsident.

Bei der Rückholung von Produktionskapazitäten gehe es nicht darum, Europa zu einer Festung zu machen oder das gegenwärtige Niveau weltweiter Waren- und Investitionsströme grundsätzlich in Frage zu stellen.

Wir brauchen in einigen strategischen Bereichen mehr Diversifizierung, teilweise auch ein Stück Autonomie, aber wir brauchen ganz sicher keine Bestrebungen in Richtung Autarkie", so Sewing. "Freihandel und globale Arbeitsteilung bleiben von existenzieller Bedeutung für unseren Wohlstand - gerade in Deutschland und Europa."

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/hab

END) Dow Jones Newswires

October 13, 2021 06:33 ET ( 10:33 GMT)

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