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Bundesbank/Buch verteidigt Ring-fencing bei Bankenregulierung

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch hat die Praxis nationaler Aufsichtsbehörden verteidigt, Kapital und Liquidität von Zweigstellen ausländischer Banken regulatorisch im Gastgeberland einzuschließen ("Ring-fencing"). In einer Rede bei einer Jahrestagung des Bankenabwicklungsfonds SRB sagte Buch, dieses Vorgehen erhöhe das Vertrauen des Gastgeberlandes, dass solche Institute ohne Einsatz öffentlicher Gelder abgewickelt werden könnten.

Ohne Vertrauen könnten die Behörden des Mutterlandes grenzüberschreitend tätigen Banken Anreize bieten, im jeweiligen Aufnahmeland Zweigstellen anstelle von Tochtergesellschaften zu errichten", sagte Buch. Zweigniederlassungen ermöglichten eine flexiblere und effizientere Ressourcenallokation durch das Management der Banken in ruhigen Zeiten. Durch Zweigstellenstrukturen erhielten die Herkunftslandbehörden im Falle einer Abwicklung mehr Kontrolle über grenzüberschreitende Bankengruppen.

Die Filialisierung kann jedoch auch Schwierigkeiten für das Aufnahmeland mit sich bringen, wenn die Zweigstellen kritische Funktionen erfüllen oder für die Finanzstabilität des Aufnahmelandes wichtig sind", gab Buch zu bedenken.

Auch wenn sich die Abwicklungsbehörden vorab verpflichteten, bestimmte Regeln einzuhalten und keine öffentlichen Mittel zu verwenden, erweise sich dies im Nachhinein möglicherweise als nicht glaubwürdig. "In einem konkreten Abwicklungsfall besteht ein erhebliches Maß an Unsicherheit über das Ausmaß der Verluste und die Auswirkungen des Einsatzes von Abwicklungsinstrumenten", gab Buch zu bedenken. Mechanismen zur Verbesserung der Zusammenarbeit seien daher von entscheidender Bedeutung.

Gegenwärtig jedoch achten die nationalen europäischen Aufsichtsbehörden - auch die deutschen - darauf, dass Auslandsbanken Kapital und Liquidität im Gastgeberland vorhalten. Aus Sicht der grenzüberschreitend tätiger Bankengruppen ist das ärgerlich, weil es den effizienten Einsatz von Mitteln beeinträchtigt. Nicht zuletzt macht es grenzüberschreitende Zusammenschlüsse wirtschaftlich unattraktiv.

Die Europäische Zentralbank (EZB) appelliert in ihrer Rolle als Bankenaufseherin deshalb immer wieder an die Staaten, den freien Verkehr von Kapital und Liquidität zuzulassen. Buch fordert dagegen, zunächst das Abwicklungsregime zu stärken und glaubwürdiger zu gestalten. "In dieser Diskussion ist es wichtig, die richtige Balance zwischen der freien Beweglichkeit von Ressourcen innerhalb einer Gruppe und dem Vorhalten von Ressourcen zu finden", sagte sie.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/kla

END) Dow Jones Newswires

October 14, 2021 05:47 ET ( 09:47 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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