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Chipmangel macht Intel zu schaffen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Meghan Bobrowsky

SANTA CLARA (Dow Jones)Intel hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet und auch die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Allerdings kann der Chiphersteller die Nachfrage der Kunden nicht schnell genug befriedigen, weshalb der Umsatz im dritten Quartal die Markterwartungen knapp verfehlte und voraussichtlich auch im laufenden vierten Quartal nicht erreichen wird. Genau das nahmen die Anleger dem Konzern jedoch übel. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel in einer ersten Reaktion um über 7 Prozent.

Im Berichtszeitraum steigerte Intel den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar. Netto verdiente das Unternehmen 6,8 Milliarden Dollar. Bereinigt um den Umsatz mit der südkoreanischen Hynix betrugen die Erlöse 18,1 Milliarden Dollar, während Analysten im Konsens 18,2 Milliarden Dollar erwartet hatten.

Ursächlich für das enttäuschende Abschneiden beim Umsatz war unter anderem der Rückgang der PC-Auslieferungen, wie Morgen Stanley schon vor der Veröffentlichung der Zahlen vermutete. Die Nachfrage nach PCs sei zwar nach wie vor solide, fehlende Komponenten führten jedoch dazu, dass weniger Geräte die Werke verließen.

Das zwingt vor allem die Auto-Industrie zu vorübergehenden Werksschließungen und treibt die Preise für Elektronik nach oben. Hersteller von Laptops erfreuen sich zwar einer regen Nachfrage, können diese aber nicht bedienen, was die Auftragsbestände nach oben treibt. Mittlerweile vergehen zwischen Bestellung und Lieferung eines Chips 22 Wochen, wie Analyst Christopher Rolland von Susquehanna ermittelt hat. Das sei die längste Lieferfrist, seit er 2013 mit der Erhebung dieser Daten begonnen habe.

Intel-CEO Pat Gelsinger hat im vergangenen Monat die Investition von 95 Milliarden Dollar in den Aufbau von Produktionskapazitäten in Europa angekündigt, zusätzlich zu den 20 Milliarden, die in den USA investiert werden sollen. Auch die Konkurrenz rüstet auf: Taiwan Semiconductor kündigte den Bau einer Fabrik in Japan an, und Samsung Electronics und Micron Technology wollen ihre Kapazitäten ebenfalls ausbauen.

Bis diese den Betrieb aufnehmen können, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Gelsinger erwartet daher, dass die weltweiten Lieferengpässe noch bis 2023 andauern werden.

Um wenigstens der Auto-Industrie kurzfristig etwas Erleichterung zu verschaffen, will der Intel-CEO in einer Fabrik in Irland ausschließlich für die Branche produzieren. Auch soll ein Chip-Design-Team aufgebaut werden, das andere dabei unterstützen soll, ihre Designs so anzupassen, dass sie die Produktionskapazitäten von Intel nutzen können.

Für das laufende Quartal rechnet Intel mit einem Umsatz von 19,2 Milliarden Dollar, während der Konsens von 19,4 Milliarden Dollar ausgeht. Im Geschäftsjahr soll sich der Umsatz auf 77,7 Milliarden Dollar summieren.

Bei der Vorlage der Zahlen kündigte Intel ferner an, dass Finanzchef George Davis sich im Mai von seinem Posten zurückziehen wird.

Gelsinger, der seit Februar im Amt ist, will das Unternehmen nach einer jahrelangen Serie von Fehlentscheidungen wieder auf Wettbewerb trimmen. Im Juli stellte er einen Plan vor, wonach bis 2025 jährlich mindestens ein innovativer Prozessor auf den Markt kommen soll. Auf dem Weg dahin gibt es allerdings einige Hindernisse. Im Juni hat Intel die geplante Einführung eines neuen Server-Chips verschoben, um diesen mit zusätzlichen Eigenschaften auszustatten.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

END) Dow Jones Newswires

October 21, 2021 17:23 ET ( 21:23 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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