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Das entscheidende Wort

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wer wagt es, die richtige Formulierung zu finden, um die Wende aus der bisherigen Geld- und Kreditpolitik nach fast 12 Jahren in eine neue Periode zu führen? Alle Fachleute sind sich darüber einig, aber die zugespitzte Lage macht es sehr schwer, nicht nur mit den richtigen Worten, sondern mit begleitenden Entscheidungen diese Wende herbeizuführen, ohne die Märkte empfindlich zu stören. Darauf kommt es an.

 

Zur Verschuldungsfrage ist alles gesagt worden. Die Kombinationen in Richtung Inflation oder Arbeitsmarkt werden täglich herumgereicht. Auch ideologische Gesichtspunkte spielen eine Rolle. Die amerikanische Finanzministerin ist eine Sozialdemokratin/Sozialistin. Sie besteht darauf, in den USA den Sozialstaat auszubauen. Wie das geht und was das kostet, haben wir in Deutschland alles schon hinter uns. Je nach Gliederung werden es 3 – 4 Bio. Dollar sein, die die Staatsverschuldung bis auf 130/135 % des BIP in den nächsten vier Jahren anheben werden. Keine Frage: Damit ist das Ende in Sicht. Denn:

 

Inflation und Zins haben nun mal einen engen Zusammenhang, wenn man extreme Konstellationen vermeiden möchte. Folge für die Aktienmärkte: Jede Zinsänderung und die dazu gehörige Geldmenge verändern die Rahmenbedingungen für alle Asset-Märkte, Anleihen, Aktien und Immobilien. Niemand kann das bestreiten oder schönreden. Für die deutschen Immobilien lieferte die FAZ am Donnerstag die Grafik. Sie ist eindeutig. Doch wie berechnet man dies?

 

Zu allen Zeiten entscheidet der Barwert der Ertragserwartung den Wert eines Investments. Am einfachsten in Aktien. Nehmen wir Apple als Beispiel für alle: Der schwerste Konzern in Sachen Internet/Technik hat einen Marktwert von rd. 2,4 Bio. Dollar. Das KGV per 2022 wird auf etwa 29 geschätzt.

 

Um dieses KGV dauerhaft zu rechtfertigen, wenn die Zinsen schrittweise zulegen, etwa nur von aktuell 1,35 % für T-Bonds auf 2,2 % in einem Jahr, müsste Apple bei Umsatz und Gewinn um durchschnittlich 12 – 15 % zulegen. Ist das möglich? Ohne Corona-Schub wohl nicht. Also muss der Kurs korrigieren, um einen Gleichgewichtspreis zu finden. Für jedes Unternehmen dieser Art, wo KGVs über 30 zurzeit üblich sind (Amazon z. B. 48), gilt die gleiche Rechnung. Dazu gehören kein Crash und kein Einbruch, sondern eine schrittweise Anpassung dieser Kurse an die jeweiligen Bedingungen des Kapitalmarktes.

 

Mehr oder weniger alle größten Gewinner der letzten Jahre stehen unter diesem Zwang. Darin liegen der Ausleseprozess und der Unterschied, wer ein neues Investment wird und welches ein gutes Investment war, aber demnächst noch nicht ist. Denn: Die Geschäftsmodelle aller dieser Firmen sind hervorragend. Doch das Wachstumstempo wird sich deutlich relativieren. Damit kann man sehr sinnvoll umgehen und sich im Einzelnen die neuen Favoriten aussuchen, wenn sie vorher angemessen korrigiert haben. So funktioniert die Börse.

 

Zwei Instrumente gibt es dafür, auf die Sie nicht verzichten können: Die "Actien-Börse" zu empfehlen, ist eigentlich nicht nötig. Die Erfahrung der Redaktion und meine Erfahrungen über mehr als 60 Jahre drücken sich in dem, was ich gerade beschrieben habe, aus. Darin liegt die Strategie für jedes Portfolio, nämlich die Einordnung der globalen Erkenntnisse zur Führung eines Portfolios. Börse bedeutet immer, dass die Preise für Assets stärker schwanken, je nach den Umständen. Heute mehr als früher. Das lässt sich am besten und auch einfachsten dadurch nutzen, dass man sein Portfolio optimiert. Nicht mehr als 10 % des Kapitals sind dafür nötig, um die jeweiligen Momenti, die hinter jeder Aktie stehen, über Optionen (Calls oder Puts) zu nutzen. Das Ergebnis entnehmen Sie jeden Tag der "„TB-Daily“" mit der Dispoliste. Ein einziger Blick darauf sagt Ihnen schon, wie sinnvoll dies ist.

 

Ihr

 

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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