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Der Erste geht

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Jens Weidmann zieht sich als Bundesbankpräsident vorzeitig aus der persönlichen Verantwortung zurück. Das nennt man weitsichtig. Er folgt damit seinem Mentor Axel Weber, der die gleiche Entscheidung vor einigen Jahren traf, nämlich: Kein Bundesbankpräsident kann die aktuellen Entscheidungen oder Absichten im Zusammenhang mit der Finanzierung Europas hinnehmen.

Herr Weidmann folgt damit der klaren Logik in der Sache. Sein Nachfolger wird mit Sicherheit ein SPD-Mann oder eine SPD-Dame sein. Das entscheidet sich in Berlin.

Der unmittelbare Anlass lugt schon um die Ecke: Die sogenannte Schuldenbremse ist bereits erledigt. Die vielfachen Kommentare dazu sind überflüssig. Eine Verschuldungsquote von 60 % lt. Maastricht wird inzwischen sogar vom ESM-Chef hinterfragt und für unnötig gehalten. Er verwaltet bekanntlich den Rettungsfonds seit der Griechenlandkrise. Der nächste Schritt bedeutet dann:

Das in Brüssel verabschiedete große Konjunkturpaket wird im Wesentlichen über Eurobonds finanziert werden. Es handelt sich also um Emissionen, deren Garantie dem Euroschlüssel folgt. Im Falle Deutschland wären das rd. 22 %. Teilweise werden auch 25 % genannt. Aber: Die Verteilung der Mittel folgt diesem Schlüssel nicht. Als sicher gilt bereits, dass alle Südländer überproportional begünstigt werden, wofür es nur Schätzungen gibt. Die Schere zwischen Haftung einerseits und Begünstigung andererseits wird sich also zwingend erweitern.

Für die Liquiditätsversorgung aller Europäer ist dies zunächst günstig. Sie erhalten schlicht mehr Geld. Die Wirkung dieser Geldanlagen wird jedoch nicht investiv, sondern vor allem konsumtiv gestrickt sein. Das ergibt sich aus allen Haushalten dieser Länder.

Die sich aufbauende Inflation ist hinzunehmen. Ich hatte schon vor Wochen den Vergleich mit der Ölkrise und ihren Folgen berichtet. Kenneth Rogoff, der renommierte US-Ökonom, sieht es laut einem Interview in der nächsten Ausgabe von „Euro am Sonntag“ genauso. Die Schlüssigkeit der Begründungen ist bekannt.

Das bedeutet aus der Sicht der Bundesbank, dass sie über kein hinreichendes Instrument verfügt, in dieses Räderwerk einzugreifen. Dem Bundesbankpräsidenten wird dann lediglich die Aufgabe zufallen, dies durchzuwinken. Kein Mann von Ehre und Gewissen bzw. Verantwortung kann dies hinnehmen.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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