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Déjà-vu

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Konstellationen an den Märkten haben sich in der Form zugespitzt, dass ein Vergleich mit März 2020 naheliegt. Zur Erinnerung: Im März sackten mehr oder minder alle Märkte nach den jeweiligen Nachrichten aus China um rd. 30 % in etwa 14 bis 16 Börsentagen ab. Das wars gewesen. In dieser Zeit ging es um die Frage der sofortigen Maßnahmen, woraus am Ende der Lockdown entstand. Entscheidend war die Botschaft und nicht der Verlauf. Noch entscheidender: Es wurde in den Märkten weniger verkauft, sondern vor allem machten Anleger die Taschen zu - jeweils am Tagesumsatz gut nachzuvollziehen. Am Dienstag dieser Woche erreichten die Börsenumsätze ähnliche Größenordnungen. Im DAX 8,3 Mrd. Euro oder das fast Dreifache über normal, im Nasdaq beinahe 100 Mrd. Dollar und im Dow um 30 Mrd. Dollar. Das entspricht den Vergleichszahlen von damals. Im Raum steht:

Lockdown oder Impfpflicht? Dass beides bevorstehen kann, ist unstreitig. Wer den Mut hat, dieses Thema anzugehen, und zwar sofort, bestimmt das Klima sowohl auf der Verbraucherseite wie auf der Industrieseite, aber vor allen Dingen in der öffentlichen Meinung. Dann sind wir wieder beim Vergleich März 2020.

Auf die kurzfristige Entscheidung allein kommt es an, ob es noch eine Jahresendrally gibt oder nicht. Bis Weihnachten sind es noch grob drei Wochen. Dazu gehört eine deutlich überverkaufte Marktlage, um einen Anlauf zu finden. Denn zu einem Ausverkauf gehört genauso eine negative Übertreibung, wie eine positive Übertreibung die berühmte Fahnenstange ergibt. Ob die 1.200 Punkte Abschlag im DAX schon ausreichen, ist noch offen. 1.500 bis 1.800 wären mir lieber. So etwas findet nur an ein, zwei Tagen statt, aber ergibt ein Momentum mit wirklichem Effekt. Also zum dritten Mal ein Rückblick:

Mitten im Absturz wagte so gut wie niemand auf Schnäppchenjagd zu gehen. Als ich dieses Wort verwendete, wurde herzlich gelacht. Aber genau da lag der richtige Zeitpunkt, zu handeln. Diesmal ist die Dramatik geringer, weil alle Voraussetzungen gegeben sind, das extreme Risiko abzufangen. Vor allem die Gesundheitsbehörden stehen dafür, die jeweilige technische Ausrüstung und auch die Verfügbarkeit von Impfstoff. Die einzigen, die sich noch nicht entscheiden können, sind die Politiker. Das ist in Deutschland nicht untypisch: Wenn den Politikern nichts einfällt, muss am Ende das Bundesverfassungsgericht entscheiden. Der Glaube an dieses Gericht ist grenzenlos, obwohl die Richter von der Sache keine Ahnung haben, politisch denken, allerdings in der Regel auch den Mut haben, zu sagen, was sein muss. Darauf wird es nun ankommen. Übertrieben formuliert: Ob es noch eine Jahresendrally gibt, entscheidet am Ende Karlsruhe.

Wie stellt man sich darauf ein? Bisher mit einem Barbestand von 20 bis 30 %, aber schussbereit für sofortige Reaktionen, wenn die Voraussetzungen (siehe oben) definitiv entschieden sind.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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