DAX®15.514,20-2,50%TecDAX®3.493,56-2,71%S&P 500 I4.462,48-0,47%Nasdaq 10014.846,46-1,34%
finanztreff.de

Experte zu Impf-Debatte in den Medien: 'Moralische immer wichtiger'

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
KÖLN (dpa-AFX) - Medienexperte Thomas Schierl sieht die Rolle der Medien in der Debatte um den Impfstatus von Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich kritisch. "Das Moralische wird in der Berichterstattung immer wichtiger", sagte der Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule in Köln der Deutschen Presse-Agentur. "Ein bisschen mehr Distanz und Überlegen würde der Sache manchmal besser tun."

Der Sensationalismus führe dazu, dass die Glaubwürdigkeit der Medien weiter abnehme, meinte er weiter. "Die Glaubwürdigkeit der Medien hat in der Demokratie eine ganz wichtige Funktion. Es tut weh, wenn in mancher Berichterstattung fast schon aktivistisch gehandelt wird."

Bayern Münchens Kimmich hatte am Samstag eingeräumt, bislang nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein, und damit eine emotionale und kontroverse Debatte ausgelöst. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", hatte der 26-Jährige erklärt. Eine spätere Impfung schloss er nicht aus.

Generell habe die Diskussion um die Impfung wieder Fahrt aufgenommen. "Die Diskussion wird immer schärfer und ist immer stärker von einem abnehmenden Verständnis der anderen Seite geprägt", meinte der Professor. Kimmich sei ein prominenter Fußballer, fast schon mit Star-Status. "Dazu kommt, dass jetzt auch die Zahlen wieder steigen. All das hat dazu geführt, dass die Diskussion um Kimmich großen Wirbel gemacht hat. Die öffentliche Wahrnehmung ist nochmal höher."

Nur weil jemand eine Vorbildfunktion habe, könne man ihn nicht zwingen, vorbildlich zu handeln. Kimmich sei Fußballer, "er macht das ja nicht, um ein Vorbild zu werden, sondern um Fußball zu spielen".

FDP-Generalsekretär Volker Wissing sieht das anders. "Gerade wenn man prominent ist, sollte man seine Meinung überprüfen, ob sie Vertrauen schafft oder Vertrauen zerstört", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schierl betonte hingegen, es sei Kimmichs Grundrecht, sich nicht impfen zu lassen. "Im Grunde genommen geht es uns einen feuchten Kehricht an", sagte der Medienexperte./clu/DP/zb


Quelle: dpa-AFX
Schlagworte:
, , , , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Aldi eröffnet eine Testfiliale in Großbritannien, wo man nur noch mit einer App bezahlen kann und es keine Kassen mehr gibt. Finden Sie diese Idee gut?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen