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Frankfurter Ökonom fordert "Zukunftsdepot" für Neugeborene

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Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)In Deutschland geborene Kinder sollten sich nach der Vorstellung des Frankfurter Ökonomen Olaf Stotz so früh wie möglich mit der eigenen Altersvorsorge beschäftigen. Stotz schlägt vor, für jedes Kind ein "Zukunftsdepot" anzulegen, anhand dessen es im Schulunterricht finanzielle Bildung vermittelt bekäme und später eine Übersicht über künftige Leistungen aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente erhalten könnte. "Die Bürgerinnen und Bürger müssen finanzschlauer werden", sagt Stotz, der als Professor für Asset Management und Pension Economics an der Frankfurt School of Finance arbeitet.

Der Ökonom findet, dass die Deutschen zu wenig über ihre Altersvorsorge wissen, weshalb sie suboptimale Ergebnisse bei der Rente akzeptieren. Das hat nach seiner Aussage auch damit zu tun, dass die Deutschen von interessierter Seite - Politik und Versicherern - in ihrer Angst vor Verlusten bei etwas riskanteren, aber potenziell ertragreicheren Formen der Altersvorsorge bestärkt werden.

Natürlich sind Menschen bei Risiken in der Altersvorsorge nicht gerade offen. Aber dieses Narrativ wird von der Politik und der Industrie unterstützt, indem in den Produkten nicht der Zielkonflikt zwischen Chancen und Risiken gespiegelt wird", sagt Stotz.

Der Ökonom verweist auf das von der scheidenden Bundesregierung auf den Weg gebrachte Betriebsrentenstärkungsgesetz, das faktisch wirkungslos bleibe, weil die Sozialpartner an der in der Betriebsrente festgeschriebenen Beitragsgarantie festhielten. Grund: Die Beiträge werden vom Arbeitgeber garantiert, bei riskanteren Investments trägt der Arbeitnehmer das Risiko. Profiteur dieser Risikoaversion ist die Versicherungsindustrie, die in der Lage ist, lebenslange Renten zu zahlen.

In ihrem 2017 unterschriebenen Koalitionsvertrag hatten sich CDU und SPD laut Stotz darauf geeinigt, jeden Bürger auf einem einfachen Blatt über seine Ansprüche aus den verschiedenen Rentensäulen (gesetzlich, betrieblich, Riester) zu informieren. "Ich habe bis heute kein solches Schreiben bekommen", meint er. Gäbe es dieses Schreiben, würden viele Bürger ganz deutlich merken, wie unrentabel die zweite und dritte Säule der Rente aufgrund der Beitragsgarantien seien.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/kla

END) Dow Jones Newswires

September 21, 2021 08:27 ET ( 12:27 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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