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Gespräche über Verkauf von Monte dei Paschi vor dem Abbruch - Kreise

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Von Giovanni Legorano

ROM (Dow Jones)Die Verhandlungen zwischen der italienischen Regierung und Unicredit über den Verkauf der angeschlagenen Bank Monte dei Paschi die Siena (MPS) stehen vor dem Abbruch, wie informierte Personen berichten. Das offizielle Ende der Gespräche könnte noch am Sonntag verkündet werden.

Für die italienische Regierung unter dem ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi wäre das ein harter Schlag. Denn Rom muss die im Jahr 2017 vom italienischen Staat gerettete Bank gemäß EU-Auflagen bis April reprivatisieren.

Unicredit hatte die exklusiven Verhandlungen über eine etwaige Übernahme der toskanischen Bank im Sommer aufgenommen. Dabei hatte die Großbank Interesse nur an ausgewählten Bereichen von Monte dei Paschi bekundet. Viele Teile des Unternehmens, darunter die zentrale Verwaltung, waren davon ebenso ausgenommen wie Teile des Kreditportfolios (inklusive der faulen Kredite) und viele Filialen im Süden Italiens.

Bei der Aufnahme der Verhandlungen stellte Unicredit überdies klar, dass sie sich nur dann auf eine Übernahme einlassen werde, wenn diese ihre Kapitalposition nicht beeinträchtigen werde. Auch wollte sich die Bank gegen Kosten in Milliardenhöhe absichern, die voraussichtlich durch die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten entstehen, in die Monte dei Paschi verwickelt ist.

Uneinigkeit zwischen den Verhandlungspartnern herrscht vor allem in der Frage, wie viel neues Kapital nötig wäre, um Unicredit die Übernahme schmackhaft zu machen. Die in Mailand ansässige Großbank fordert vom italienischen Finanzministerium 7 Milliarden Euro. Das Ministerium biete aber nur maximal 5 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung von Monte dei Paschi, berichtete eine der informierten Personen.

Dieses Geld würde unter anderem auch für den Abbau von 7.000 Arbeitsplätzen bzw einem Drittel der Belegschaft bei Monte dei Paschi benötigt.

Theoretisch könnten die Gespräche in den kommenden Tagen wieder aufgenommen werden. Einige Beteiligte sehen angesichts der Lage der Dinge kaum eine Chance, dass es dazu kommt.

Draghi hat das Amt des italienischen Ministerpräsidenten in diesem Jahr mit dem Mandat übernommen, die italienische Wirtschaft auf Vordermann zu bringen, die in den vergangenen beiden Jahrzehnten kaum gewachsen ist. Er zeigt sich fest entschlossen, seine kurze Amtszeit - ihm verbleiben noch bestenfalls anderthalb Jahre - längst überfällige Veränderungen auf den Weg zu bringen. Dazu gehören strukturelle Reformen zur Modernisierung der italienischen Wirtschaft, aber auch schmerzhafte Entscheidungen über Unternehmen wie Monte dei Paschi, die schon seit längerer Zeit die Wirtschaft bremsen.

Die von Unicredit genannten Bedingungen waren von vielen Politiker kritisiert worden, die einen Notverkauf der Monte dei Paschi fürchteten, der die Regierung teuer zu stehen komme. Allerdings hatte Unicredit auch als einzige Interesse an dem traditionsreichen Institut bekundet, dessen Geschichte bis ins Jahr 1472 zurückgeht. In den vergangenen zehn Jahren machte die älteste italienische Bank überwiegend negative Schlagzeilen, indem sie faule Kredite anhäufte und chronisch unrentabel war. Ein Rechtsskandal und die teure Übernahme einer anderen italienischen Bank, die sich als Fehler entpuppte, beschädigten den Ruf von Monte dei Paschi zusätzlich.

Die Bank stellte sich schon 2014 zum Verkauf, fand aber keinen Käufer und wurde schließlich verstaatlicht. Die italienische Regierung investierte 5,4 Milliarden Euro und versprach den europäischen Regulierungsbehörden, Monte dei Paschi bis Anfang 2022 wieder zu verkaufen.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

END) Dow Jones Newswires

October 24, 2021 09:13 ET ( 13:13 GMT)

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