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Ikonen

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ikonen sind die Seltenheiten, nicht nur in der Gesellschaft, im Sport, sondern auch an der Börse. Die berühmteste Investorin in Tech-Aktien, Cathie Wood, liefert soeben den interessanten Beleg dafür, wie man damit leben kann.

Ihr Paradefonds ARK Innovation als ETF war bis vor Weihnachten das Paradepferd für alle Investoren in Tech und Vorbild für klein und groß, wie man die Zukunft einpreist. Ein Blick auf den Kursverlauf der letzten Wochen reicht: Glatte Halbierung bis heute! Das ist gegenüber dem Anfang der Karriere vor sagen wir 2 ½ Jahren immer noch ein gutes Ergebnis, aber jeder, der in den letzten 12 Monaten in ARK investiert hat, schreibt rot oder null. Die überwiegenden Investments wurden in der Preisspanne zwischen 105 bis 145 Dollar abgewickelt, ablesbar an den Tagesumsätzen. Das Handelsblatt berichtete am Montag darüber ausführlicher und liefert den Chart dazu.

Cathie Wood erklärt frohgemut, dass sie die abgestürzten Tech-Kurse dazu nutzen will, die Positionen auszubauen. Ob das Geld dafür reicht, ist nicht bekannt, denn die Barreserve des Fonds reicht dafür nicht aus. Um das ganze Portfolio auf eine Nulllinie zu stellen, sind wahrscheinlich 30 bis 35 % fresh money nötig, um alle Verlustpositionen aufzuholen oder zu verbessern und die Spitzenwerte des vergangenen Jahres wieder zu erreichen. Darin liegt bekanntlich immer das Problem der sogenannten Zukäufe zwecks Verbilligung. Doch darum geht es nicht, sondern:

Jede Übertreibung in einer Euphorie, diesmal in Tech, wird immer korrigiert. Die berühmte Halbierung ist der Maßstab. Das muss nicht genau stimmen, aber im Schnitt.

In Frankfurt waren weniger die Techs die Gewinner des zweiten Halbjahres 2021, sondern die Titel, die mit schwungvollen Kombinationen und Perspektiven insbesondere von den Online-Brokern vielen Privataktionären verkauft worden sind. Deren Erfahrung in Börsengeschäften ist gleich null oder sehr bescheiden. Die Ausweitung dieser Konten in der Zahl bewegte sich im letzten Jahr in der Größenordnung von etwa 2 ½ Mio. neuen Aktionären, die damit geködert werden, dass alle Geschäfte mit sehr geringen oder null Spesen belastet sind, also der flotte Handel jederzeit möglich ist. Die Broker kassieren ihre Gebühren/Gewinne aus den Kursdifferenzen mit ihren Handelspartnern im Markt, auch Kick-back. Das führt dazu, dass sie jeden Tag die Depots bewegen, gleichgültig, ob nach oben oder unten, Hauptsache Umsatz! Was bei solchen Geschäften herauskommt, kann sich jeder denken. In einem allgemein steigenden Markt funktioniert diese Strategie immer oder gut. In einem schwankenden oder gar negativen Markt, wird es schwieriger. Zunächst korrigieren alle diese Titel markant. Teilweise mit – 10 % an einem Tag. Darin liegt die laufende Konsolidierung der nächsten Wochen. Jede der betroffenen Firmen ist natürlich bemüht, die bisherigen Kursgewinne irgendwie zu rechtfertigen. Entsprechend hoffnungsvoll werden die erwarteten Umsätze und Gewinne vorgetragen.

Delivery Hero als DAX-Aktie dieser Art machte es am Dienstag vor. Nach knapp 40 % Kursverlust, womit rd. 12 Mrd. € schon verbrannt worden sind, betreibt der CEO Östberg Schadensbegrenzung. Aus bisher null sollen 100 Mio. € Gewinn werden. Das dürfte machbar sein, was aus den vielfältigen Beteiligungen errechenbar ist. Dann werden diese 100 Mio. € noch immer mit 21 Mrd. € bewertet. Und zwar für vielfältige Lieferdienste aller Art rund um die Welt. Darauf reagierte der Markt sofort mit + 7,5 % in den ersten drei Minuten, was anschließend leicht abbröckelte. Ob das ganze Bewertungsgebilde hält, ist völlig offen.

Die kommenden 4 – 6 Wochen werden deshalb besonders spannend. Jeder Chef bemüht sich um einen guten Eindruck im Markt und die Brücke zu den übertriebenen Formulierungen liegt auf der Hand. Kurz zum Schluss: Erst die Zahlen lesen, dann darüber nachdenken, ob die Relationen zu den Kursen stimmen, bevor ein neuer Kauf denkbar wird.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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