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MÄRKTE EUROPA/Börsen von Fed wenig beeindruckt - Curevac halbiert

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte treten am Donnerstagnachmittag auf der Stelle. Teils erwartete größere Schwankungen bei den Aktien infolge der Zinsentscheidung der US-Notenbank bleiben somit aus. Der feste Dollar stützt dabei etwas. Die US-Notenbank hat zwar kein unmittelbares Signal für eine Reduzierung der Wertpapierkäufe gegeben, hat Anleger aber auf eine straffere Gangart in Zukunft vorbereitet. Damit scheint sie aus Marktsicht die richtige Balance gefunden zu haben.

Am Devisen- wie auch am Anleihenmarkt sorgten die eher falkenhaften Aussagen für Bewegung. Der Euro hat als Reaktion deutlich abgewertet auf Wechselkurse unter 1,1950 von Ständen klar oberhalb von 1,21 Dollar am Vorabend, was grundsätzlich positiv für europäische Aktien ist. Die Anleihen wie auch Gold notieren leichter. Der DAX tritt mit 15.714 Punkten auf der Stelle, der Euro-Stoxx-50 handelt bei 4.149 Punkten ebenfalls wenig verändert.


Fed sieht 2023 höhere Zinsen

Fed-Chef Jerome Powell hat vor weiter steigenden Inflationserwartungen gewarnt, die Fed selbst schätzt die Inflation aber unverändert als vorübergehend ein. Zugleich hat er nun offen die Diskussion zum so genannten Tapering - dem Zurückfahren der Wertpapierkäufe - angekündigt. Bis Ende 2023 rechnen die Fed-Mitglieder zudem nun mit einem Leitzins von 0,6 Prozent, bisher waren sie von einem Zinssatz von nahe null ausgegangen, auch wenn dies aus Marktsicht keine große Überraschung darstellt.


Corona-Vakzin von Curevac enttäuscht - Aktie bricht ein

Die Aktie von Curevac bricht ein, für sie geht es um rund 49 Prozent nach unten. Die deutsche Pharmafirma hat in den Bemühungen um die Markteinführung ihres Corona-Impfstoffs einen herben Rückschlag einstecken müssen. Das Mittel wies in vorläufigen Auswertungen nur eine relativ geringe Wirksamkeit auf. Die Zwischenanalyse einer internationalen Studie ergab demnach "eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades". Damit habe das Vakzin nicht die "vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien" erfüllt, erklärte Curevac. Für die Aktie von Wacker geht es um 4,5 Prozent nach unten. Das Unternehmen ist Produktionspartner, im Standort Amsterdam sollte das Medikament ursprünglich hergestellt werden.

Bayer (plus 0,3%) wird seine Unterstützung für Curevac auch nach dem schwachen Zwischenergebnis zur Wirksamkeit des Covid-19-Impfstoffs der Tübinger Biotechfirma fortsetzen. Eine Bayer-Sprecherin sagte auf Nachfrage, der Support gehe weiter, die finalen Ergebnisse der zulassungsrelevanten Studie stünden noch aus.


Banken profitieren von steigenden Zinsen

Ein Blick auf die Sektoren zeigt, dass die Bankaktien mit Aufschlägen von 1,6 Prozent die Gewinnerliste anführen. Die Renditen der Langläufer ziehen an, nachdem die Fed eine Diskussion zum Tapering angekündigt hat - was positiv für den Sektor ist. "Die kurzen Zinsen bleiben aber noch niedrig, und in der Eurozone sicherlich für längere Zeit", so ein Händler. Zinssensible Titel wie Versorger geben dagegen 1,2 Prozent nach.

Rohstoffaktien geben um weitere 2 Prozent nach. Im Handel wird neben der Fed weiter auf China verwiesen. Dort gibt es offenbar Pläne, Reserven an Industriemetallen freizugeben, um so der Rally der Rohstoffpreise etwas entgegenzusetzen. Anglo American verlieren 2,7 Prozent und Rio Tinto 2,4 Prozent.

Vor allem britische Airline-Aktien liegen gut im Markt. Im Handel wird auf Medienberichte verwiesen, laut denen die britische Regierung erwägt, dass vollständig geimpfte Briten nach der Rückkehr aus einem Land, das nicht auf der grünen Liste steht, nicht in Quarantäne müssen. Das wäre eine positive Nachricht für den Reisesektor. Easyjet steigen 3,8 Prozent, Ryanair 3,2 Prozent, für TUI geht es 3,6 Prozent nach oben.

Südzucker geben um 3,2 Prozent nach. Umsatz im Plus, aber das operative Ergebnis schwächer - auf diesen Nenner bringt die LBBW die Erstquartalszahlen von Südzucker. Der Umsatz habe um 4,8 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro zugelegt, während das Ergebnis um 18 Prozent auf 49 Millionen Euro eingebrochen sei.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.148,95 -0,07 -2,81 16,78
Stoxx-50 3.573,63 -0,07 -2,40 14,97
DAX 15.714,32 0,02 3,75 14,55
MDAX 34.161,88 -0,21 -70,86 10,93
TecDAX 3.487,87 -0,32 -11,16 8,56
SDAX 16.177,81 -0,20 -31,65 9,57
FTSE 7.154,02 -0,43 -30,93 11,21
CAC 6.656,68 0,06 4,03 19,91

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,23 0,02 -0,47
US-Zehnjahresrendite 1,54 -0,03 -1,14

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:41 Uhr Mi, 17:25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1934 -0,50% 1,1984 1,2119 -2,3%
EUR/JPY 131,80 -0,69% 132,65 133,23 +4,5%
EUR/CHF 1,0928 +0,28% 1,0910 1,0893 +1,1%
EUR/GBP 0,8561 -0,15% 0,8568 0,8592 -4,2%
USD/JPY 110,43 -0,19% 110,69 109,93 +6,9%
GBP/USD 1,3942 -0,32% 1,3987 1,4105 +2,0%
USD/CNH (Offshore) 6,4480 +0,16% 6,4315 6,3951 -0,8%
Bitcoin
BTC/USD 38.528,09 -0,58% 39.191,76 38.710,51 +32,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 72,05 72,15 -0,1% -0,10 +48,5%
Brent/ICE 74,05 74,39 -0,5% -0,34 +44,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.775,45 1.812,10 -2,0% -36,65 -6,5%
Silber (Spot) 26,00 26,98 -3,6% -0,98 -1,5%
Platin (Spot) 1.089,08 1.125,80 -3,3% -36,73 +1,8%
Kupfer-Future 4,27 4,39 -2,6% -0,11 +21,1%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/cln

END) Dow Jones Newswires

June 17, 2021 10:09 ET ( 14:09 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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