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MÄRKTE EUROPA/Evergrande-Krise löst Kursrutsch aus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Europas Börsen sind mit massiven Verlusten am Montag in die neue Woche gestartet. Die Stimmung wurde von den Turbulenzen um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande belastet, dessen drohender Zahlungsausfall in Hongkong nicht nur die gesamte Branche nach unten riss, sondern auch auf die Titel der Banken und auf die Versicherungswerte drückte. Der neue, ab heute auf 40 Mitglieder erweiterte DAX fiel um 2,3 Prozent auf 15.132 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 verlor 2,1 Prozent auf 4.044 Stellen.

Evergrande belastete auch den hiesigen Rohstoffsektor, für den es um 3,6 Prozent nach unten ging. Es wird befürchtet, dass die Probleme am chinesischen Immobilienmarkt auf die Gesamtwirtschaft übergreifen könnten. Dies sei eine besonders schlechte Nachricht für Bergbauunternehmen. Jeder Abschwung in China hätte erhebliche Auswirkungen auf die Rohstoffnachfrage, da das Land der weltweit größte Verbraucher von vielen Mineralien und Metallen sei, so AJ Bells. Banken büßten mit Evergrande-Ausfallrisiken sogar 4,3 Prozent ein.


US-Notenbank könnte am Mittwoch Tapering verkünden

Daneben waren Anleger wegen des erwarteten Taperings vorsichtig. Möglicherweise wird die US-Notenbank Fed bereits auf ihrer Sitzung am Mittwoch einen ersten Zeitplan für die Rückführung der monatlichen Anleihenkäufe vorlegen. Und schließlich belastete auch der Streit um die US-Schuldengrenze die Entwicklung an den Börsen. Der Markt hofft zwar laut Teilnehmern darauf, dass die für diese Woche angesetzte Abstimmung zur Erhöhung der Schuldengrenze positiv ausgehen werde, Marktteilnehmer warteten aber erst einmal ab.

Im DAX fielen VW um 4,6 Prozent und BASF um 2,1 Prozent. Deutsche Bank büßten gleich 7,7 Prozent ein. Auf der anderen Seite legten Qiagen um 1,7 Prozent zu, sie gehören zu den zehn DAX-Neulingen. Daneben sind Symrise, Siemens Healthineers, Airbus, Brenntag, Hellofresh, Porsche, Puma, Sartorius und Zalando neu mit dabei.

Marktteilnehmer sprachen von einer "schweren Geburtsstunde" für den neuen DAX. Der deutsche Leitindex hat nun 40 Werte, zehn mehr als bisher. Nach 33 Jahren gehört der "alte" DAX mit seinen 30 Aktien damit der Vergangenheit an.

Sopra Steria brachen an der Pariser Börse um 7,1 Prozent ein. Hintergrund waren Medienberichte, laut denen das Unternehmen ein Gebot für Atos abgeben könnte. Auch Thales (+0,7%) wird als möglicher Käufer genannt. Thales soll allerdings vornehmlich Interesse an der IT-Sicherheitssparte von Atos haben. Atos gewannen 1,2 Prozent.

Sixt reagierten mit Aufschlägen von 7,1 Prozent auf eine deutlich angehobene Gewinnprognose. Der Gewinn vor Steuern (EBT) soll nun zwischen 300 und 330 (anstatt zwischen 190 und 220) Millionen Euro landen. Der Autovermieter profitiert von erhöhten Marktpreisen. Sixt geht zudem nicht von erneuten tiefgreifenden Einschränkungen im Reiseverkehr wegen der Pandemie aus. Im Handel zeigte man sich angetan: Das neue Gewinnziel liege weit über den Konsensschätzungen.


Überraschung bei Lufthansa - Kurs im Plus

Die geplante Kapitalerhöhung um 2,1 Milliarden Euro belastete die Aktien der Lufthansa nicht. Der Kurs stieg sogar um 5,5 Prozent auf 8,66 Euro, allerdings auch gestützt von der Möglichkeit baldiger Reiseerleichterungen in die USA. Bestehende Aktionäre können für je eine Lufthansa-Aktie eine der neuen Aktien zum Preis von 3,58 Euro erwerben. Die Platzierung ist bereits gesichert: Die Kapitalerhöhung wird von einem Konsortium aus 14 Banken vollständig garantiert, wie der Konzern mitteilte. Mit dem Geld will die Lufthansa die coronabedingten Staatshilfen zurückzahlen.

Für die Aktie von Prudential ging es dagegen um 8,4 Prozent nach unten. Hier belastete, dass der britische Versicherungskonzern mit einer Kapitalerhöhung bis zu 22,49 Milliarden Hongkong-Dollar (ca. 2,5 Milliarden Euro) einsammeln will. Mit dem Erlös sollen in sechs Monaten fällige hochverzinsliche Schuldtitel zurückgezahlt und in Wachstum zu investiert werden.



Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 4.043,63 -87,21 -2,1% +13,8%
Stoxx-50 3.473,55 -48,07 -1,4% +11,8%
Stoxx-600 454,12 -7,72 -1,7% +13,8%
XETRA-DAX 15.132,06 -358,11 -2,3% +10,3%
FTSE-100 London 6.903,91 -59,73 -0,9% +7,8%
CAC-40 Paris 6.455,81 -114,38 -1,7% +16,3%
AEX Amsterdam 778,28 -11,21 -1,4% +24,6%
ATHEX-20 Athen 2.155,78 -51,29 -2,3% +11,4%
BEL-20 Bruessel 4.079,04 -54,17 -1,3% +12,6%
BUX Budapest 50.982,15 -1394,76 -2,7% +21,1%
OMXH-25 Helsinki 5.383,79 -105,93 -1,9% +17,4%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.490,91 -28,67 -1,9% -8,9%
OMXC-20 Kopenhagen 1.769,86 -25,97 -1,4% +20,8%
PSI 20 Lissabon 5.299,37 -85,82 -1,6% +6,4%
IBEX-35 Madrid 8.655,40 -105,50 -1,2% +7,2%
FTSE-MIB Mailand 25.048,26 -661,30 -2,6% +15,6%
RTS Moskau 1.700,66 -44,38 -2,5% +22,6%
OBX Oslo 985,77 -22,44 -2,2% +14,8%
PX Prag 1.285,49 -19,75 -1,5% +25,2%
OMXS-30 Stockholm 2.272,46 -51,09 -2,2% +21,2%
WIG-20 Warschau 2.272,52 -60,49 -2,6% +14,5%
ATX Wien 3.545,67 -60,09 -1,7% +29,4%
SMI Zuerich 11.766,42 -169,11 -1,4% +9,9%


DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 08:26 Uhr Fr, 17.33 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1733 +0,0% 1,1717 1,1734 -3,9%
EUR/JPY 128,41 -0,4% 128,69 128,96 +1,8%
EUR/CHF 1,0885 -0,4% 1,0921 1,0924 +0,7%
EUR/GBP 0,8593 +0,7% 0,8548 0,8532 -3,8%
USD/JPY 109,45 -0,5% 109,84 109,92 +6,0%
GBP/USD 1,3655 -0,6% 1,3707 1,3752 -0,1%
USD/CNH (Offshore) 6,4832 +0,2% 6,4810 6,4673 -0,3%
Bitcoin
BTC/USD 43.789,51 -7,7% 45.707,51 47.486,26 +50,7%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 70,54 71,97 -2,0% -1,43 +46,9%
Brent/ICE 74,11 75,34 -1,6% -1,23 +45,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.760,90 1.754,40 +0,4% +6,50 -7,2%
Silber (Spot) 22,25 22,40 -0,7% -0,15 -15,7%
Platin (Spot) 915,00 940,85 -2,7% -25,85 -14,5%
Kupfer-Future 4,11 4,25 -3,1% -0,13 +16,6%




Kontakt zum Auto: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/raz

END) Dow Jones Newswires

September 20, 2021 12:14 ET ( 16:14 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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