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MÄRKTE EUROPA/Kräftig erholt - UMG mit gelungenem Börsenstart

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte können sich am Dienstag kräftig erholen. Nach dem Kursrutsch der letzten beiden Handelstage steigt der DAX am Nachmittag um 1,5 Prozent auf 15.358 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 zieht um 1,4 Prozent auf 4.100 Punkte an. Damit wird der Rückgang nun erst einmal zum Kauf genutzt. Unsicherheitsfaktor bleibt laut Marktteilnehmern aber ein möglicher Zahlungsausfall des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande. Angesichts einer Verschuldung von mehr als 300 Milliarden Dollar könnte ein Default Schockwellen durch das Finanzsystem und die Wirtschaft senden, wird befürchtet.

Nach Meinung von Analyst Hao Zhou von der Commerzbank geht es für Peking darum, ein systemisches Risiko zu verhindern, das aber schwer zu definieren sei. Vergangene Fälle deuteten darauf hin, dass China die Schuldenbereinigung stark in die Länge ziehen und die Finanzaufsicht irgendwann die Umschuldung selbst übernehmen könnte. Auf jeden Fall wäre der Prozess langwierig und kompliziert. Die Citigroup sieht in einer möglichen Evergrande-Pleite kein zweites "Lehman"-Ereignis.


Fed-Meeting startet

Daneben erhoffen sich Anleger von der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank am Mittwoch neue Impulse. Auf der Sitzung könnte Fed-Präsident Jerome Powell eine Reduzierung der Wertpapierkäufe ankündigen. Dies hätte Signalwirkung für die Finanzmärkte. "Manch andere Notenbank dürfte dies nutzen, um ebenfalls den Expansionsgrad ihrer Geldpolitik herunterzufahren. Dies gilt allerdings nicht für die EZB, die ihr Notkaufprogramm eher noch einmal aufstocken wird", so die Commerzbank.

Allerdings gibt es auch Stimmen, nach denen auch die US-Notenbank wegen der Turbulenzen um Evergrande die Reduzierung der Anleihenkäufe noch einmal aufschieben könnte. Der Euro notiert am Mittag fast unverändert, und auch an den Anleihenmärkten tendieren die Renditen zur Seite.


Gelungener Börsenstart von UMG

Am Morgen sind die Blicke der Anleger nach Amsterdam gerichtet, wo die ausgegliederte Vivendi-Tochter Universal Music Group (UMG) erstmalig notiert wird. Der Referenzpreis je UMG-Aktie wurde mit 18,50 Euro festgelegt. Damit würde sich die Marktkapitalisierung der Tochter auf 33,5 Milliarden Euro belaufen. Dieser Wert liegt leicht unter dem Unternehmenswert, den die Citigroup jüngst auf 35 Milliarden Euro taxiert hatte. Die Vivendi-Aktie notiert bei 10,72 Euro, die UMG-Titel bei 25,34 Euro. In Kombination ergibt sich damit ein Preis von 36,06 Euro, was rund 14 Prozent über dem letzten Schlusskurs der Vivendi-Aktie liegt.


Shell laufen wie geschmiert - Ölfeld wird zu Geld gemacht

Angeführt wird der Aufschwung in Europa von den Ölwerten, deren Branchendindex 2 Prozent gewinnt. Angeführt wird er von Royal Dutch Shell, die nun um 4.6 Prozent steigen. Der Konzern verkauft seine Vermögenswerte im Permian-Becken, dem aktivsten Ölfeld der USA, für rund 9,5 Milliarden US-Dollar in bar an den Wettbewerber Conocophillips. Shell erklärte, 7 Milliarden Dollar des Erlöses an ihre Aktionäre auszuschütten, während mit dem Rest die Bilanz gestärkt werden soll.

Die Gewinne wieder abgegeben hat der Bereich Reise und Freizeit, der zunächst stark von der Aufhebung des Reiseverbots für Geimpfe in die USA profitiert hatte. Der Stoxx-Branchenindex notiert nun fast unverändert. Lufthansa ziehen aber immer noch um 0,5 Prozent an, IAG steigen um 3,5 Prozent und IAG um 1,5 Prozent.


Deutsche Börse nun DAX-Gewinner Nummer eins

Im DAX wird die Gewinnerliste von Deutsche Börse angeführt, der Kurs steigt um 3,5 Prozent. "Die Kursausschläge steigen, und mit ihnen ziehen auch die Umsätze im Aktienhandel kräftig an, so ein Marktteilnehmer. Das gelte sowohl für den Kassa- als auch für den Terminmarkt. Dahinter erholen sich Hellofresh um 3,2 Prozent, und Porsche ziehen um 3 Prozent an.

Einziger Verlierer im DAX sind Zalando, die um ein halbes Prozent nachgeben. Außerhalb des DAX stehen auch andere Corona-Gewinner unter Druck, so Teamviewer und Westwing. "Die Corona-Welle schwappt ab, und das lässt auf eine schnelle Normalisierung der Wirtschaft hoffen", so ein Marktteilnehmer. Wer nach dem Rückschlag Positionen aufstocke, wende sich deshalb eher anderen Titeln zu.

Die Kaufempfehlung der UBS treibt Bechtle auf neue Allzeit-Hochs. Der Kurs des IT-Dienstleisters steigt deutlich um 4,8 Prozent auf 67,38 Euro. Die UBS hat ein Kursziel von 71 Euro errechnet.



Euro-Stoxx-50 4.101,62 +1,4% 57,99 +15,5%
Stoxx-50 3.517,66 +1,3% 44,11 +13,2%
DAX 15.374,50 +1,6% 242,44 +12,1%
MDAX 35.130,37 +1,0% 330,78 +14,1%
TecDAX 3.909,15 +2,1% 81,08 +21,7%
SDAX 16.711,40 +1,0% 173,48 +13,2%
FTSE 6.995,72 +1,3% 91,81 +6,9%
CAC 6.560,93 +1,6% 105,12 +18,2%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,34 -0,02 +0,24
US-Zehnjahresrendite 1,31 -0,00 +0,39

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 08:33 Uhr Mo, 17:37 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1730 +0,0% 1,1736 1,1734 -4,0%
EUR/JPY 128,29 -0,0% 128,59 128,96 +1,7%
EUR/CHF 1,0836 -0,4% 1,0881 1,0924 +0,2%
EUR/GBP 0,8585 +0,0% 0,8578 0,8532 -3,9%
USD/JPY 109,34 -0,1% 109,58 109,92 +5,9%
GBP/USD 1,3661 +0,0% 1,3680 1,3752 -0,0%
USD/CNH (Offshore) 6,4829 +0,0% 6,4748 6,4674 -0,3%
Bitcoin
BTC/USD 43.183,51 -0,7% 42.952,76 47.490,26 +48,7%



ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 70,59 70,29 +0,4% 0,30 +47,0%
Brent/ICE 74,43 73,92 +0,7% 0,51 +46,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.773,22 1.764,18 +0,5% +9,04 -6,6%
Silber (Spot) 22,51 22,28 +1,1% +0,24 -14,7%
Platin (Spot) 945,10 915,00 +3,3% +30,10 -11,7%
Kupfer-Future 4,09 4,12 -0,6% -0,02 +16,1%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/raz

END) Dow Jones Newswires

September 21, 2021 09:47 ET ( 13:47 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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