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MÄRKTE EUROPA/Omikron-Nachrichtenlage sorgt für volatiles Geschäft

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Leicht im Minus und damit deutlich erholt von den Tagestiefs zeigen sich Europas Börsen am Dienstagnachmittag. Rekordhohe Inflationsdaten und Zweifel an der Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen gegen die neue Omikron-Variante belasten die Stimmung. Dagegen kommt leichter Rückenwind von der Eröffnung der Wall Street, wo die Reaktion auf die Omikron-Nachrichtenlage nicht allzu harsch ausfällt. Der DAX liegt noch 0,4 Prozent zurück bei 15.217 Punkten. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,4 Prozent auf 4.092 Punkte nach unten.

Stärker belastet hatten zunächst Aussagen des Moderna-Chefs , dass die Wirksamkeit bisheriger Impfstoffe gegen Omikron stark nachlasse. Dies sorgt für Unsicherheiten über eventuell erneute Lockdowns mit entsprechenden Folgen für die Konjunktur. Die unsichere Lage dürfte noch eine Woche bis zehn Tage anhalten, meint Kapitalmarktstratege Martin Lück von Blackrock.

Durchwachsene Konjunkturdaten kommen derweil aus den USA. Der wichtige Einkaufsmanagerindex Chicago ist im November auf 61,8 nach 68,4 Punkte im Vormonat gefallen, deutlich stärker as erwartet und auch der Index des Verbrauchervertrauens erreichte die Prognose nicht, wenn auch nur knapp. Gleichzeitig zeigen aber Einzelhandelsdaten einen historisch hohen Anstieg bei der Einkaufslaune der Amerikaner.

In den USA wird nun auf Reden von Notenbankchef Powell und US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des Senats geblickt. Dabei geht es um die Auswirkungen der Pandemie. Der Dollar steht unter Druck, unter anderem weil wegen Omikron die eingeleiteten geldpolitischen Straffungen in den USA ausgepreist werden.


Inflation auf höchstem Stand seit 30 Jahren

In der EU explodiert derweil die Inflation weiter: Die Verbraucherpreise lagen zuletzt 4,9 Prozent über Vorjahr. Im Vormonat lag das Plus nur bei 4,1 Prozent. Die EZB stuft den Inflationsschub weiter als temporär ein, auch wenn es die größte Preisexplosion seit 30 Jahren und damit in der Geschichte der monetären Union ist.

Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank erwartet derweil ein anhaltendes Gewinnwachstum der Unternehmen im nächsten Jahr. Dies dürfte den DAX bis Jahresende 2022 auf bis zu 17.000 Punkte treiben. Die Auftragsbücher in der Industrie seien prall gefüllt und dazu dürfte der Autosektor vom Nachlassen der Lieferkettenprobleme profitieren. Von der Inflation erwartet die Bank, dass sie auf höherem Niveau verharrt.


Reiseaktien Hauptverlierer

Mit den vorherrschenden Impfstoff- und Wachstumssorgen fallen Öl- und Finanzwerte im Schnitt um bis zu 1,8 Prozent. Für Autoaktien geht es mittlerweile nur noch um 0,2 Prozent nach unten. Die Branche der Reise- und Touristikwerte ist mit 1,9 Prozent die schwächste in Europa.

Neue Reisebeschränkungen wegen Omikron dürften die Auslastung bei den Fluglinien drücken und die Winterflugpläne beeinträchtigen, heißt es von den Analysten der Citi. Für Air France geht es um 3,3 Prozent nach unten. Easyjet fallen um 1,2 Prozent. Schwach ausgefallene Geschäftszahlen seien hier schon eingepreist gewesen, heißt es von CMC.

Im DAX schießen Sartorius um 7 Prozent nach oben auf ein neues Allzeithoch. Anleger setzen darauf, dass die Testkapazitäten wegen der Omikron-Variante wieder hochgefahren werden müssen. Auch bei Synlab geht es weiter nach oben um knapp 3,6 Prozent.

Schneider Electric gewinnen gegen den Markt 3,3 Prozent. Die Analysten von Jefferies bezeichnen die ausgegebenen neuen Ziele des Industriekonzerns als "eindrucksvoll". Der Siemens-Konkurrent strebt bis 2024 ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von 5 bis 8 Prozent an. Siemens fallen um 0,9 Prozent.

Inditex (-5,5%) hat einen Umbau an der Spitze mitgeteilt. Unter anderem verlässt der von Analysten geschätzte CEO das Unternehmen.

Adler Group (-19%) hat den Ausblick zwar bestätigt, ein neues Jahrestief der Aktie habe jedoch Stop-Loss-Verkäufe ausgelöst, heißt es. Für Verbio geht es nach einer Prognoserhöhung um 7Prozent nach oben.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.096,21 -0,3% -13,30 +15,3%
Stoxx-50 3.615,37 -0,3% -10,29 +16,3%
DAX 15.228,15 -0,3% -52,71 +11,0%
MDAX 34.158,22 +0,3% 106,18 +10,9%
TecDAX 3.892,96 +1,3% 50,03 +21,2%
SDAX 16.377,34 -0,1% -11,04 +10,9%
FTSE 7.091,42 -0,3% -18,53 +10,1%
CAC 6.756,38 -0,3% -19,87 +21,7%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,37 -0,05 +0,21
US-Zehnjahresrendite 1,42 -0,07 +0,51


DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:11 Uhr Mo, 19:05 % YTD
EUR/USD 1,1373 +0,7% 1,1314 1,1272 -6,9%
EUR/JPY 128,07 -0,2% 128,10 128,20 +1,6%
EUR/CHF 1,0424 +0,0% 1,0426 1,0417 -3,6%
EUR/GBP 0,8510 +0,3% 0,8497 0,8471 -4,7%
USD/JPY 112,61 -0,9% 113,06 113,73 +9,0%
GBP/USD 1,3363 +0,4% 1,3323 1,3308 -2,2%
USD/CNH (Offshore) 6,3660 -0,3% 6,3750 6,3878 -2,1%
Bitcoin
BTC/USD 58.867,01 +1,3% 56.693,21 58.683,01 +102,6%



ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 67,90 69,95 -2,9% -2,05 +43,0%
Brent/ICE 70,90 73,44 -3,5% -2,54 +45,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.808,03 1.784,99 +1,3% +23,04 -4,7%
Silber (Spot) 23,29 22,93 +1,6% +0,36 -11,8%
Platin (Spot) 960,95 966,50 -0,6% -5,55 -10,2%
Kupfer-Future 4,33 4,34 -0,2% -0,01 +22,9%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/gos

END) Dow Jones Newswires

November 30, 2021 10:17 ET ( 15:17 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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