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MÄRKTE EUROPA/Omikron und US-Geldpolitik sorgen für Verkäufe

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Nach einigem volatiles Hin und Her allerdings durchweg in negativem Terrain, haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag schwächer geschlossen. Für Bewegung sorgten die Nachrichten rund um die neue Virusvariante Omikron und Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell. Omikron schürte weiter Sorgen vor neuen Lockdowns und einer erneuten Abschwächung der Weltwirtschaft. Das setzte Konjunktur-, besonders aber Reise-und Freizeitaktien zu (-2,5%). Auslöser waren Aussagen des Moderna-Chefs, wonach die vorhandenen Impfstoffe eine deutlich geringere Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante zeigen.

Der DAX gab um 1,2 Prozent auf 15.100 Punkte nach, der Euro-Stoxx-50 fiel um 1,1 Prozent auf 4.063 Punkte. Händler gehen auch in den kommenden Tagen von erhöhter Volatilität am Markt aus. Die unsichere Lage dürfte noch eine Woche bis zehn Tage anhalten, meint Kapitalmarktstratege Martin Lück von Blackrock. Tendenziell gesucht waren die als sicherer Hafen geltenden Anleihen.

Belastend wirkte auch, dass US-Notenbankchef Jerome Powell Spekulationen über ein möglicherweise langsameres Tempo bei der Straffung der Geldpolitik einen Dämpfer erteilte und sogar eine Beschleunigung in Aussicht stellte angesichts der beharrlich hohen Inflationsraten. Der Dollar machte darauf einen kräftigen Satz nach oben.

Dazu kamen auf der Negativsseite ein historischer Anstieg der Inflation in Europa und ein deutlicher Rückgang im Chicago-Einkaufsmanager-Index, nur phasenweise stützend wirkten starke Einzelhandelsdaten aus den USA.


Inflation auf höchstem Stand seit 30 Jahren

Sorgen macht die explodieren Inflation in der EU: Die Verbraucherpreise stiegen im November um 4,9 Prozent über Vorjahr. Im Vormonat lag das Plus nur bei 4,1 Prozent. Die EZB stuft den Inflationsschub noch immer als "temporär" ein, auch wenn es die größte Preisexplosion seit 30 Jahren und damit in der Geschichte der monetären Union ist. Besonders für Deutschland erwartet Ökonom Tomasz Wieladek von T. Rowe Price, dass der Koalitionsvertrag Inflation und Renditen weiter nach oben treibt.

Mit Blick auf 2022 erwartet Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank aber ein anhaltendes Gewinnwachstum der Unternehmen. Dies dürfte den DAX auf bis zu 17.000 Punkte treiben. Die Auftragsbücher in der Industrie seien prall gefüllt und dazu dürfte der Autosektor vom Nachlassen der Lieferkettenprobleme profitieren. Von der Inflation erwartet die Bank, dass sie auf höherem Niveau verharrt.


Reiseaktien Hauptverlierer

Unter den Freizeitwerten ging es für die Aktie des Kinobetreibers Cineworld um 4,7 Prozent nach unten. Neue Reisebeschränkungen wegen Omikron dürften die Auslastung bei den Fluglinien drücken und die Winterflugpläne beeinträchtigen, bemerkten die Analysten von Citi. Für Air France ging es um 2,9 Prozent nach unten, für Lufthansa um 2,5 Prozent.

Aber auch in anderen Branchen reduzierten die Anleger die Risiken und verkauften Aktien. Im DAX verloren Deutsche Post, Telekom und SAP bis zu 3 Prozent. Sartorius sprangen um 4,7 Prozent auf ein neues Allzeithoch nach oben. Anleger setzten hier darauf, dass die Testkapazitäten wegen der Omikron-Variante wieder hochgefahren werden müssen.

Siemens fielen um 2,3 Prozent, teils auch durch Umschichtungen, nachdem der Wettbewerber Schneider Electric (+3,3%) mit ambitionierten neuen Zielen aufgewartet hatte. Jefferies nannte die Ziele der Franzosen "beeindruckend". Schneider strebt bis 2024 ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von 5 bis 8 Prozent an.

Inditex (-6,1%) hatte einen Umbau an der Spitze mitgeteilt. Unter anderem verlässt der von Analysten hoch geschätzte Aufsichtsratschef das Unternehmen.

Der Kurs des Biokraftstoffexperten Verbio legte nach einer kräftigen Prognoserhöhung um 4,3 Prozent zu.



Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 4.063,06 -46,45 -1,1% +14,4%
Stoxx-50 3.593,42 -32,24 -0,9% +15,6%
Stoxx-600 462,96 -4,28 -0,9% +16,0%
XETRA-DAX 15.100,13 -180,73 -1,2% +10,1%
FTSE-100 London 7.059,45 -50,50 -0,7% +10,1%
CAC-40 Paris 6.721,16 -55,09 -0,8% +21,1%
AEX Amsterdam 777,39 -9,62 -1,2% +24,5%
ATHEX-20 Athen 2.077,72 -10,65 -0,5% +7,4%
BEL-20 Bruessel 4.113,40 -26,28 -0,6% +13,6%
BUX Budapest 51.464,60 -115,06 -0,2% +22,2%
OMXH-25 Helsinki 5.301,07 -61,73 -1,2% +15,6%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.942,82 -8,85 -0,5% +18,8%
OMXC-20 Kopenhagen 1.783,92 -17,36 -1,0% +21,8%
PSI 20 Lissabon 5.463,39 -30,34 -0,6% +10,9%
IBEX-35 Madrid 8.305,10 -150,10 -1,8% +2,9%
FTSE-MIB Mailand 25.814,34 -227,21 -0,9% +17,1%
RTS Moskau 1.645,81 +7,09 +0,4% +18,6%
OBX Oslo 1.051,13 -6,67 -0,6% +22,4%
PX Prag 1.357,22 -5,77 -0,4% +32,1%
OMXS-30 Stockholm 2.241,66 -30,61 -1,3% +19,6%
WIG-20 Warschau 2.194,37 +45,75 +2,1% +10,6%
ATX Wien 3.661,46 +4,86 +0,1% +30,2%
SMI Zuerich 12.159,69 -61,05 -0,5% +13,6%

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:11 Uhr Mo, 19:05 % YTD
EUR/USD 1,1288 -0,0% 1,1314 1,1272 -7,6%
EUR/JPY 127,75 -0,4% 128,10 128,20 +1,3%
EUR/CHF 1,0403 -0,1% 1,0426 1,0417 -3,8%
EUR/GBP 0,8521 +0,5% 0,8497 0,8471 -4,6%
USD/JPY 113,18 -0,4% 113,06 113,73 +9,6%
GBP/USD 1,3248 -0,5% 1,3323 1,3308 -3,1%
USD/CNH (Offshore) 6,3786 -0,1% 6,3750 6,3878 -1,9%
Bitcoin
BTC/USD 56.992,26 -1,9% 56.693,21 58.683,01 +96,2%



ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 65,58 69,95 -6,2% -4,37 +38,1%
Brent/ICE 70,45 73,44 -4,1% -2,99 +45,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.771,26 1.784,99 -0,8% -13,73 -6,7%
Silber (Spot) 22,77 22,93 -0,7% -0,16 -13,7%
Platin (Spot) 934,00 966,50 -3,4% -32,50 -12,7%
Kupfer-Future 4,26 4,34 -1,7% -0,07 +21,0%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/gos

END) Dow Jones Newswires

November 30, 2021 12:19 ET ( 17:19 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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