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MÄRKTE USA/Aussicht auf frühere Zinswende bremst Wall Street

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die Aussicht auf bald wieder steigende Zinsen in den USA dämpft auch am Donnerstag die Kauflaune an der Wall Street. Am Mittag (Ortszeit) reduziert sich der Dow-Jones-Index um 0,9 Prozent auf 33.741 Punkte. Der S&P-500 fällt um 0,3 Prozent. Dagegen legt mit gestiegenen Hoffnungen auf eine kräftige Konjunkturerholung der Nasdaq-Composite um 0,6 Prozent zu. Hier ziehen die Papiere von Apple, Microsoft, Facebook und Intel zwischen 0,2 und 1,3 Prozent an.

Am Mittwoch hatte die US-Notenbank im Anschluss an ihre Sitzung die Absicht bekundet, die Zinsen früher als bislang erwartet zu erhöhen, worauf die Aktienkurse an der Wall Street nachgaben. Der Median der Projektionen sieht den Leitzins bis Ende 2023 von derzeit 0,0 auf 0,6 Prozent steigen. Im März hatte die Fed noch damit gerechnet, dass der Leitzins bis 2023 konstant bleiben werde.

Die Währungshüter begründeten ihren Kurswechsel mit der überraschend schnellen Erholung der Wirtschaft und der Inflation, die höher sei als noch vor einigen Monaten erwartet. Dass sich die Kursverluste der Börsen in Reaktion auf diese Ankündigung am Mittwoch in Grenzen hielten und auch am Donnerstag moderat ausfallen, erklären Marktteilnehmer damit, dass die Fed ihre Anleihekäufe zunächst fortsetzen wird, bis "substanzielle weitere Fortschritte" bei der Erholung erzielt worden sind.


Fed zur Normalisierung der Geldpolitik bereit

Die Botschaft der Fed laute, dass es nicht ewig so weitergehen könne wie bisher, sagt Florent Pochon, Leiter des Bereichs Cross-Asset Strategies bei Natixis. Sie habe das aktuell starke Momentum genutzt, um zu signalisieren, dass sie zur Normalisierung der Geldpolitik bereit sei. Es dürfte aber schwierig sein, dies in die Tat umzusetzen, ohne ein neuerliches "Taper Tantrum" zu riskieren, so Pochon in Anspielung auf die Panik, die im Jahr 2013 an den Finanzmärkten aufkam, nachdem die Fed angekündigt hatte, ihre Anleihekäufe allmählich zurückzufahren. Die Angst vor einem Zusammenbruch des Marktes trieb damals die Anleiherenditen zeitweise drastisch in die Höhe, bevor sich die Gemüter wieder beruhigten.

Von einer "falkenhaften Überraschung" spricht Seema Shah, Chefstrategin bei Principal Global Advisors. Angesichts des Wirtschaftswachstums und der Inflation hätte es sie aber auch überrascht, wenn die Fed keinen Kurswechsel vorgenommen hätte. Es habe nämlich auch Befürchtungen gegeben, dass die Fed den Anschluss verlieren könnte. Das dürfte aber nicht der Fall sein.

Die US-Konjunkturdaten des Tages geben ein gemischtes Bild ab. Der Philadelphia-Fed-Index für Juni fiel etwas besser aus als erwartet, jedoch wurden in der vergangenen Woche mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt, als Volkswirte geschätzt hatten. Der Index der Frühindikatoren legte im Juni gegenüber dem Vormonat zu.


Optimistischer Ausblick stützt Ford-Aktie nicht

Für die Ford-Aktie geht es nach anfänglichen Gewinnen nun um 1,3 Prozent nach unten. Das bereinigte EBIT im zweiten Quartal liege über den eigenen Erwartungen, teilte der Automobil-Hersteller in einer vorläufigen Einschätzung zum Geschäftsverlauf mit.

Curevac brechen um 40 Prozent ein. Der Covid-19-Impfstoff des deutschen Biopharmazie-Konzerns hat in einer Studie mit einer Wirksamkeit von nur 47 Prozent enttäuscht. Dagegen legen Novavax um 3,3 Prozent zu, nachdem sie allerdings in den vergangenen Tagen unter Druck gestanden haben. Der Corona-Impfstoff von Novavax hat gemäß kürzlich veröffentlichter Studienergebnisse einen Wirkungsgrad von 90,4 Prozent.


Dollar zieht weiter an

Der Dollar baut seine kräftigen Vortagesgewinne noch aus - der Dollar-Index erhöht sich um 0,8 Prozent. Hier stütze weiterhin die Aussicht auf eine frühere Zinswende als erwartet, heißt es. Die Commerzbank rechnet allerdings für Herbst und Winter wieder mit einer nachlassenden Inflationsdynamik, und zwar mehr, als der Fed lieb sein dürfte. Dann könne es mit der Dollar-Euphorie auch wieder schnell vorbei sein.

Am Anleihemarkt geben die Renditen ihre Vortagesgewinne vollständig wieder ab. Die Rendite zehnjähriger Papiere fällt um 8,3 Basispunkte auf 1,49 Prozent und liegt damit wieder auf dem Niveau von vor den Fed-Aussagen am Vorabend.

Unterdessen lastet der andauernd starke Dollar auf den Rohstoffpreisen. Der Goldpreis fällt um 2,2 Prozent auf 1.773 Dollar je Feinunze. Mit der Aussicht auf steigende Zinsen reduziert sich die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls als Geldanlage gegenüber Anleihen. Zudem dürften anziehende Zinsen die Inflation eindämmen, was Gold als Inflationsschutz in den Hintergrund treten lässt.

Auch für die Ölpreise geht es mit dem starken Dollar abwärts. Zudem verweisen Teilnehmer auf Gewinnmitnahmen, nachdem die Notierungen zuletzt auf ein 32-Monatshoch gestiegen waren.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 33.740,75 -0,86% -292,92 +10,2%
S&P-500 4.211,88 -0,28% -11,82 +12,1%
Nasdaq-Comp. 14.129,76 +0,64% 90,07 +9,6%
Nasdaq-100 14.138,91 +1,11% 155,90 +9,7%

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,21 0,4 0,21 9,6
5 Jahre 0,90 0,8 0,89 53,6
7 Jahre 1,27 -2,5 1,30 62,2
10 Jahre 1,49 -8,3 1,58 57,7
30 Jahre 2,10 -11,7 2,21 45,0

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:41 Uhr Mi, 17:25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1908 -0,71% 1,1984 1,2119 -2,5%
EUR/JPY 131,33 -1,04% 132,65 133,23 +4,2%
EUR/CHF 1,0926 +0,27% 1,0910 1,0893 +1,1%
EUR/GBP 0,8558 -0,19% 0,8568 0,8592 -4,2%
USD/JPY 110,29 -0,32% 110,69 109,93 +6,8%
GBP/USD 1,3915 -0,51% 1,3987 1,4105 +1,8%
USD/CNH (Offshore) 6,4592 +0,33% 6,4315 6,3951 -0,7%
Bitcoin
BTC/USD 38.821,51 +0,18% 39.191,76 38.710,51 +33,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 70,53 72,15 -2,25% -1,62 +45,4%
Brent/ICE 72,69 74,39 -2,29% -1,70 +41,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.772,60 1.812,10 -2,18% -39,50 -6,6%
Silber (Spot) 25,85 26,98 -4,17% -1,13 -2,1%
Platin (Spot) 1.064,60 1.125,80 -5,44% -61,20 -0,5%
Kupfer-Future 4,21 4,39 -3,89% -0,17 +19,5%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/cln

END) Dow Jones Newswires

June 17, 2021 12:26 ET ( 16:26 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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Ford Motor Company 11,81 -3,63%
EUR -0,44
Intel Corporation 45,11 +0,02%
EUR +0,01
Microsoft Corporation 240,30 -0,31%
EUR -0,75
Dow Jones Industrial Average ( 34.960,66 -0,35%
PKT -123,87
NASDAQ 100 14.987,17 -0,41%
PKT -61,20
S&P 500 I 4.400,80 -0,06%
PKT -2,55
NASDAQ Composite 14.702,52 -0,51%
PKT -75,74
Facebook Inc. 301,90 +0,12%
EUR +0,35
Bitcoin / Schweizer Franken 35.354,1600 -1,32%
CHF -474,3100
Bitcoin / Euro 32.895,4700 -1,13%
EUR -376,8200
Bitcoin / US Dollar 39.023,5100 -1,32%
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