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MÄRKTE USA/Kleinere Gewinnmitnahmen nach Rekordhochs

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
(Wiederholung)

NEW YORK (Dow Jones)Nachdem sich die Rekordjagd an der Wall Street zum Start in den Freitagshandel zunächst fortgesetzt hatte, kam es im weiteren Verlauf zu Gewinnmitnahmen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,4 Prozent auf 30.179 Punkte. Kurz nach der Eröffnung hatte er ein neues Allzeithoch bei 30.344 Punkten markiert. Auch der S&P-500 und der Nasdaq-Composite kletterten auf neue Rekordstände. Der S&P-500 schloss 0,4 Prozent niedriger, während der Nasdaq-Composite um 0,1 Prozent nachgab. Dabei wurden 1.320 (Donnerstag: 2.090) Kursgewinner gesehen, denen 1.832 (1.044) -verlierer gegenüber standen. Unverändert gingen 87 (104) Titel aus dem Handel.

Zwar hoffen die Anleger unverändert, dass sich die politischen Lager bald auf ein Konjunkturpaket einigen, doch wollten sie vor dem Wochenende kein Risiko eingehen, zumal die Verhandlungen nun wieder zu stocken scheinen, nachdem zuletzt von einer Annäherung gesprochen worden war. Mit den jüngsten Kursgewinnen hatten die Anleger auf eine baldige Einigung gesetzt. Doch mit dem enger werdenden Zeitfenster für einen Durchbruch kehrte wieder etwas Skepsis an den Markt zurück.

Es zeigt sich eine klare Verschlechterung der US-Wirtschaft", sagte Luca Paolini, Chefstratege bei Pictet Asset Management. "Der Markt erwartet einen fiskalischen Stimulus. Es wird eine große Enttäuschung geben, wenn es keine Einigung gibt." Dazu kommen die weiter weltweit rasant steigenden Neuinfektionen. Bis die begonnenen Impfungen erste positive Wirkungen zeigen, dürfte es noch eine Weile dauern.

Zudem hat die Regierung des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump noch einmal den Streit mit China verschärft. Die Semiconductor Manufacturing International Corp (SMIC) werde auf die schwarze Liste gesetzt, auf der bereits über 60 andere chinesische Institutionen stehen, teilte das US-Handelsministerium mit. SMIC soll der Zugang zu Hochtechnologie verwehrt werden, weil der Konzern angeblich über Verbindungen zum chinesischen Militär verfügt.

Einen nicht geringen Anteil an der erhöhten Volatilität hatte der große Verfall am Freitag. Am sogenannten "Hexensabbat" verfielen Futures und Optionen auf Indizes und Einzelwerte.


Leistungsbilanzdefizit in 3Q gestiegen

Die Agenda der Konjunkturdaten war übersichtlich. So ist das Defizit in der US-Leistungsbilanz im dritten Quartal 2020 kräftig gestiegen. Nach vorläufigen Berechnungen betrug es 178,5 Milliarden US-Dollar, nach 170,5 Milliarden im Vorquartal. Volkswirte hatten jedoch mit einem noch höheren Passivsaldo von 186,9 Milliarden Dollar gerechnet. Der Index der Frühindikatoren für November stieg um 0,6 Prozent zum Vormonat. Prognostiziert war ein Anstieg um 0,5 Prozent.

Enttäuschende Daten hatten den Markt zuletzt nicht belastet, da sie einerseits als Argument für ein Konjunkturprogramm gesehen wurden und die Anleger andererseits auf eine kräftige Konjunkturerholung im kommenden Jahr setzen.


Tesla ab Montag im S&P-500

Für die Tesla-Aktie ging es an ihrem letzten Handelstag vor der Aufnahme in den S&P-500 um 1,4 Prozent aufwärts. Ab Montag werden die Titel des Elektroautoherstellers in dem renommierten Index vertreten sein. Dies dürfte vorab zu größeren Umschichtungen, vor allem bei Index-Fonds, geführt haben, so ein Teilnehmer. Da die Umschichtungen zudem am großen Verfall stattgefunden hätten, könnte die Volatilität zusätzlich gestiegen sein. Der Kurs von Apartment Investment and Management, die ihren Platz im S&P-500 für Tesla räumen müssen, fiel derweil um 1,2 Prozent.

Die Fedex-Aktie verlor 5,7 Prozent. Der Logistik-Konzern profitierte im zweiten Geschäftsquartal von der Corona-Pandemie und übertraf die Markterwartungen. Allerdings blieb Fedex eine konkrete Prognose für das laufende Quartal schuldig. Zudem verwiesen Marktteilnehmer auf Gewinnmitnahmen.

Blackberry stürzten um fast 16 Prozent ab. Das Unternehmen setzte im dritten Quartal weniger um als ein Jahr zuvor und fuhr einen höheren Verlust ein. Bei Moderna ging es nach dem Kurssprung am Vortag um 2,6 Prozent nach unten. Wie kurz nach Handelsende am Donnerstag bekannt geworden war, hat eine unabhängige Expertenkommission der US-Gesundheitsbehörde FDA empfohlen, den von Moderna entwickelten Covid-19-Impfstoff für den breiten Einsatz freizugeben. Eine Notfallzulassung könnte damit noch am Freitag erfolgen. Teilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen.

Einen Höhenflug erlebten Aktien des Sektors IT-Sicherheit nach dem Bekanntwerden eines großangelegten Cyberangriffs auf US-Behörden und -Unternehmen. Analysten schätzen, dass die Branche nun viel zu tun bekommen wird, weil die angerichteten Schäden behoben werden müssten und die Kunden in Sachen IT-Sicherheit "aufrüsten" dürften. Unter den Einzelwerten gewannen Palo Alto Networks 7,3 Prozent, Crowdstrike 10 Prozent und Varonis Systems 8,9 Prozent. Die Aktie des auf Sicherheitssoftware spezialisierten Unternehmens Fireeye, das den Hack entdeckt hatte, sprang um fast 34 Prozent nach oben.

Mit Abstand schwächster Wert im Dow war die Intel-Aktie, die 6,3 Prozent niedriger aus dem Handel ging. Ursächlich war nach Angaben aus dem Handel die Nachricht, dass Microsoft eigene Chips herstellen will.


Dollar mit leichter Erholung

Nach den jüngsten Abgaben erholte sich der Dollar vor dem Wochenende leicht. Der Dollar-Index legte um 0,2 Prozent zu. Die Entwicklung bei den Neuinfektionen ließ Anleger vorsichtig agieren. Davon profitierte der als sicherer Hafen geltende Greenback.

Die Ölpreise bauten ihre jüngsten Gewinne aus. Weiterhin stützten die weltweit beginnenden Coronavirus-Impfungen und die dadurch steigende Hoffnung auf eine rasche konjunkturelle Erholung mit einer anziehenden Ölnachfrage. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 0,7 Prozent auf 49,10 Dollar, für Brent ging es um 1,5 Prozent auf 52,26 Dollar nach oben.

Der Goldpreis kam nach seinen jüngsten Gewinnen leicht zurück, wobei der wieder etwas festere Dollar belastet haben dürfte. Die Feinunze ermäßigte sich um 0,3 Prozent auf 1.880 Dollar. Übergeordnet stütze jedoch weiter die Aussicht auf noch längere Zeit niedrige Zinsen, hieß es. Staatsanleihen verzeichneten trotz der Verluste an den Aktienmärkten keinen Zulauf. Die Rendite zehnjähriger Schuldtitel stieg um 1,1 Basispunkte auf 0,95 Prozent.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 30.179,05 -0,41 -124,32 5,75
S&P-500 3.709,41 -0,35 -13,07 14,81
Nasdaq-Comp. 12.755,64 -0,07 -9,11 42,16
Nasdaq-100 12.738,18 -0,11 -13,88 45,86

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,12 -0,4 0,12 -108,5
5 Jahre 0,38 0,0 0,38 -154,6
7 Jahre 0,66 0,4 0,65 -159,2
10 Jahre 0,94 0,7 0,94 -150,2
30 Jahre 1,69 1,0 1,68 -137,7

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:48 Do, 17:04 % YTD
EUR/USD 1,2247 -0,17% 1,2254 1,2243 +9,2%
EUR/JPY 126,53 +0,03% 126,68 126,22 +3,8%
EUR/CHF 1,0824 -0,21% 1,0836 1,0833 -0,3%
EUR/GBP 0,9076 +0,52% 0,9051 0,9008 +7,2%
USD/JPY 103,32 +0,19% 103,37 103,09 -5,0%
GBP/USD 1,3493 -0,69% 1,3538 1,3591 +1,8%
USD/CNH (Offshore) 6,5218 +0,11% 6,5264 6,5165 -6,4%
Bitcoin
BTC/USD 22.960,25 -0,06% 23.048,20 23.266,00 +218,4%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 49,05 48,36 +1,4% 0,69 -12,5%
Brent/ICE 52,21 51,50 +1,4% 0,71 -13,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.880,75 1.885,60 -0,3% -4,85 +24,0%
Silber (Spot) 25,76 26,13 -1,4% -0,37 +44,3%
Platin (Spot) 1.038,10 1.049,00 -1,0% -10,90 +7,6%
Kupfer-Future 3,63 3,60 +0,9% +0,03 +28,5%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln

END) Dow Jones Newswires

December 18, 2020 16:27 ET ( 21:27 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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PKT -4,54
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