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MÄRKTE USA/Wall Street nach Schreck über Daten auf Rekordhoch

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)Ein krasses Verfehlen der Marktprognose am Arbeitsmarkt hat der Wall Street am Freitag zunächst eine Schrecksekunde beschert. Doch die währte nicht lange. Kaum war der Schock verdaut, marschierten Dow-Jones und S&P-500 auf Allzeithochs. Der Arbeitsmarktbericht hatte die Markterwartungen um Lichtjahre verfehlt. Doch die schwachen Daten nahmen die Sorge vor einer Zinswende aus dem Markt. Vor allem die Technologiewerte an der Nasdaq profitierten zunächst davon. Doch während der breite Markt im Verlauf zulegte, kamen Technologietitel von ihren Tagehochs zurück.

Eine Sache ist klar. Die lockere Geldpolitik wird so schnell nicht weichen", brachte Chefmarktanalyst Naeem Aslam von AvaTrade die Stimmungslage im Handel auf den Punkt. Neel Kashkari, Notenbankgouverneur aus Minneapolis, zeigte sich ebenfalls überrascht von den Daten. Der Dow-Jones-Index kletterte um 0,7 Prozent auf 34.778 Punkte, S&P-500 und der technologielastige Nasdaq-Composite stiegen um 0,7 bzw. 0,9 Prozent. Auf 2.467 (Donnerstag: 1.657) Kursgewinner an der Nyse kamen 899 (1.634) -verlierer. Unverändert gingen 91 (152) Titel aus dem Handel.

Neben der Aussicht auf eine Beibehaltung der ultralockeren Geldpolitik befeuerte auch US-Präsident Joe Biden den Aktienmarkt. Denn er nahm die enttäuschenden Arbeitsmarkdaten zum Anlass, erneut für sein massives Infrastrukturpaket zu werben, mit dem Millionen Jobs geschaffen werden sollen.


Dollar unter Druck

Am Devisenmarkt geriet der Dollar mit den enttäuschenden Daten unter Druck. Der ICE-Dollarindex fiel um 0,7 Prozent, der Euro schoss auf 1,2171 US-Dollar in die Höhe nach Wechselkursen um 1,2060 vor den Daten. Zinserhöhungsspekulationen würden ausgepreist, hieß es.

Am Rentenmarkt beruhigte sich die Lage im Verlauf, im späten Geschäft zeigte sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen mit 1,57 Prozent fast unverändert. Damit erholten sich die Renditen deutlich von ihren Tagestiefs. Die schwachen Daten, die Aussicht auf weiterhin niedrige Zinsen und der schwache Dollar befeuerten indes den Goldpreis, der auf den höchsten Stand seit knapp drei Monaten kletterte.

Die Ölpreise zeigten sich nach anfänglichen Verlusten kaum verändert - auf Wochensicht stiegen die Preise um 2,1 Prozent. Am Ölmarkt sah man die Nachfrageeffekte als eher gering an. Immerhin finde in den USA ja weiter ein üppiger Stellenaufbau statt, hieß es. Händler warnten indes, die Förderausweitung der Gruppe Opec+ vollziehe sich angesichts der Coronakrise in Indien zu schnell.


Roku und Biontech sehr fest

Unter den Einzelaktien verteuerten sich Roku um 11,5 Prozent, nachdem der Hersteller von Streaming-Hardware einen Gewinnsprung im ersten Quartal vermeldet und einen optimistischen Ausblick geliefert hatte. Gut kamen auch Geschäftszahlen und Ausblick des Kameraherstellers Gopro (+3,4%) an.

Peloton schlossen knapp im Plus, obwohl der Hersteller von Fitnessgeräten seinen Ausblick wegen einer Rückrufaktion nach unten revidiert hatte. Allerdings hatte der Skandal um tödliche Unfälle mit einem Laufband des Unternehmens die Aktie schon in den zurückliegenden Wochen belastet.

Die A-Aktien von News Corp legten um 5,5 Prozent zu. Der Medienkonzern, zu dem auch diese Nachrichtenagentur gehört, hatte in seinem dritten Geschäftsquartal den Umsatz gesteigert und wieder einen Millionengewinn erzielt.

Die deutsche Biontech (+9,4%) und US-Kooperationspartner Pfizer (+1%) setzen auf die vollständige Zulassung ihres erfolgreichen Corona-Impfstoffes auch für Jugendliche. Nach Geschäftszahlen über Erwartung stiegen die Titel des Reiseportals Expedia um 5,2 Prozent. Nach positiver Umsatzentwicklung zog der Kurs des Datenspeicheres Dropbox um 0,7 Prozent an.

Die Papiere des Produzenten fleischloser Nahrungsmittel Beyond Meat sanken um 7 Prozent. Die Gesellschaft setzt verstärkt auf eine Kooperation mit McDonald's. Aber coronabedingt sind hier viele Schnellrestaurants noch geschlossen. Der Pipeline-Betreiber Energy Transfer (+7%) profitierte von steigenden Gaspreisen bedingt durch den Wintersturm im Februar in Texas. Die Aktien des Elektro-Nutzfahrzeugherstellers Nikola zogen um über 13,4 Prozent an. Das Unternehmen hatte mit einem bereinigten Verlust besser abgeschnitten als befürchtet.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 34.777,76 0,66 229,23 13,63
S&P-500 4.232,60 0,74 30,98 12,69
Nasdaq-Comp. 13.752,24 0,88 119,40 6,70
Nasdaq-100 13.719,63 0,78 105,90 6,45

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,14 -1,6 0,16 2,4
5 Jahre 0,77 -3,5 0,80 40,7
7 Jahre 1,23 -2,4 1,25 57,8
10 Jahre 1,56 -0,6 1,57 64,3
30 Jahre 2,27 3,0 2,24 62,5

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:04 Uhr Do, 19:15 % YTD
EUR/USD 1,2166 +0,85% 1,2061 1,2051 -0,4%
EUR/JPY 132,13 +0,40% 131,59 131,48 +4,8%
EUR/CHF 1,0959 +0,09% 1,0946 1,0955 +1,4%
EUR/GBP 0,8688 +0,04% 0,8672 0,8677 -2,7%
USD/JPY 108,61 -0,44% 109,11 109,10 +5,2%
GBP/USD 1,4004 +0,82% 1,3909 1,3889 +2,5%
USD/CNH (Offshore) 6,4170 -0,74% 6,4567 6,4673 -1,3%
Bitcoin
BTC/USD 57.893,01 +2,67% 55.738,76 56.993,76 +99,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 64,83 64,71 +0,2% 0,12 +33,3%
Brent/ICE 68,18 68,09 +0,1% 0,09 +32,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.831,87 1.815,40 +0,9% +16,47 -3,5%
Silber (Spot) 27,45 27,30 +0,6% +0,16 +4,0%
Platin (Spot) 1.255,60 1.256,38 -0,1% -0,78 +17,3%
Kupfer-Future 4,76 4,62 +3,0% +0,14 +35,0%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf

END) Dow Jones Newswires

May 07, 2021 16:16 ET ( 20:16 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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