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Micky-Maus-Börse

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Berichtssaison ist im vollen Umfang gestartet. Natürlich sind die Amerikaner diejenigen, die die Leitlinien dafür vorgeben. Eine der interessantesten Erkenntnisse lässt sich schon formulieren:

Die Verbraucher sind nicht nur in der Wirtschaftsleistung die wichtigste Größe, sondern auch die Investitionsziele und damit das gesamte Gerüst des Marktes. Gemessen an den vorgelegten Ergebnissen für Umsatz und Gewinn zum einen und der Resonanz dieser Ergebnisse in der öffentlichen Meinung zum anderen, kann man locker formulieren:

Alle Investoren kommen sich vor wie im Disneyland. Alle großen Techs liefern Produkte und Ideen für die private Nutzung. Egal ob via Medien oder als Hardware für Geräte und Instrumente, die ebenfalls lediglich den Privaten ansprechen.

Der Anteil echter Industrieprodukte hat sich inzwischen auf eine geschätzte Größe von nur noch 18 bis 22 % reduziert und lediglich Deutschland bietet diesbezüglich den größten Anteil und das angeblich größte Industrieland der Welt (USA) inzwischen den kleinsten. Für China gibt es keine Zahlen.

Mit diesen Verbraucherprodukten ergeben sich automatisch andere Kriterien für die Beurteilung von Aktien und Investments (ETFs) als bislang in allen früheren Perioden. Was General Electric oder Dow Chemical bieten, interessiert keinen mehr. Auch große Adressen des Anlagebaus und der Energietechnik spielen keine Rolle. Die Bindung der Arbeitskräfte ist ähnlich gering. Der gesamt Sektor Finanzen unterliegt inzwischen ähnlichen Kriterien, indem Modelle oder Fintech-Algorithmen die Entscheidungsträger sind und nicht mehr der früher übliche Bankberater. Sowohl Kredite für Immobilien als auch sonstige Finanzierungen sind über digitale Plattformen abrufbar. Der Banker ist nicht mehr nötig. Kurzum:

Jedes Investment in Aktien muss sich heute an diesen locker formulierten Kriterien orientieren. Daher ist es nötiger, sich über deren Chancen und Risiken zu unterhalten, als über Gewinn je Aktie oder dem KGV etc. Wie Verbraucher üblicherweise entscheiden, nämlich nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis für irgendein Produkt, so auch für ein Investment in Aktien. Der Name, das Image und der Eindruck, den ein Produkt macht, sind offensichtlich wichtiger als die absolut beste Qualität. Bei einem Zinsumfeld von 0 % wird dies noch gravierender sichtbar.

Die Berichtssaison liefert dafür die besten Beispiele. Wer ist am besten über die Krise hinweggekommen, hat am meisten verloren oder im Gegenteil am meisten zugelegt, wobei manche Geschäfte vom Himmel fielen. In der Neuordnung dieser Relationen liegen nun die Perspektiven für die Zeit nach der Pandemie. Und hierbei wird der Anteil der Verbraucherkriterien wichtiger als die zitierten bisher üblichen Maßstäbe über Wert oder Unwert einer Aktie.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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