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Minischritte

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die angekündigte Weihnachtsrally ist ein Spaziergang, aber kein Sprint. Das ist täglich gut nachvollziehbar und frühzeitig bereits avisiert worden. Warum?

Die soeben zu Ende gegangene Berichtssaison brachte erstaunlich gute Ergebnisse und hat alle Erwartungen im Wesentlichen bestätigt. Damit ist die Fantasie zunächst mal raus. Die Erwartungen für 2022 wurden schon formuliert, bleiben aber noch schwammig. Dabei spielt die Ampel-Koalition keine Haupt-, aber eine erkennbare Nebenrolle.

Die Börse verlangt neue Ziele, die sie einpreisen kann. Mit Klima und Digitalisierung ist zu wenig Konkretes gesagt und vor allem ist es nicht ohne Weiteres greifbar. Jüngster Fall: Das RWE kündigt soeben ein bombastisches Investitionsprogramm über 50 Mrd. € bis 2030 an, mit dem die anschließende Leistung auf 50 Gigawatt ausgebaut sein wird. Das ist wirklich überzeugend, aber: Wer kann damit etwas anfangen? Kraftwerke und Windkraft sind keine Smartphones. Für die Digitalisierung gilt das Gleiche. Es sind Rahmengrößen, die schwer zu greifen sind.

Die Geldversorgung durch die Notenbanken wird demnächst abgedreht. Wie in solchen Fällen immer, nimmt der Markt dies schon vorweg, bevor es in den einschlägigen Gremien entschieden wird. Dann lautet das Ergebnis: Ohne dieses Geld läuft der Börsenmotor langsamer.

Alle Euromärkte haben bis jetzt rund 17 bis 18 % in diesem Jahr zugelegt. Das ist anspruchsvoll. Damit haben alle Märkte richtig gerechnet, richtig eingepreist, aber nun fehlt auch die Luft, die sich nach oben rechnen lässt. Also kommt es darauf an, nicht das Allgemeine, sondern das Spezielle zu sehen.

Der Umbau großer Konzerne wird ein neues Gefechtsfeld. Nach Siemens haben nun auch General Electric, Johnson & Johnson und auch Toshiba die Aufteilung der Konzerne avisiert. Wer ist der nächste in Deutschland? Vier bis fünf Dax-Konzerne stehen in der gleichen Ausgangslage, historisch gewachsene Strukturen so zu verändern, dass aus den bisherigen Geschäften mehr Dynamik resultiert. Siemens-Chef Busch formulierte es schon richtig: Die kleineren Firmen aus dem Siemens-Konzern gewinnen mehr Luft zum Atmen, Raum für Kreativität und zusätzliche Gesichtspunkte für neue Geschäfte. Das war im Konzernverbund nie möglich. Ergebnis:

Im Umbau dieser Konzerne liegt ein erhebliches Potenzial für neue Wertschöpfungen aus der Sicht der Aktionäre. An Siemens ist dies gut nachvollziehbar. Vor 5 Jahren kostete der damalige Siemens-Konzern weniger als 100 Mrd. Euro. Heute addieren sich die drei Börsengesellschaften von Siemens auf gut 250 Mrd. Euro, worin allerdings auch die jeweiligen Beteiligungsquoten noch zu berücksichtigen sind, was zu einem Nettoergebnis führt, das man bei etwa 180 bis 190 Mrd. Euro schätzen kann. Aktueller Wert inzwischen: immerhin schon 124 Mrd. Euro für Siemens-alt. Also:

Nach 12 Jahren super Liquidität und 0 % Zinsen entstehen demnächst neue Geschäftsideen und -felder mit neuen Potenzialen. Das war immer so.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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