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Neue Wetten

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die zwei großen Notenbanken des Westens haben sich entschieden. Wozu? Damit fortzufahren, was sie seit 10 Jahren tun. Als erstes war vor 8 Tagen die EZB dran. Die üblichen Formulierungen rufe ich lediglich in Erinnerung. Interessanter wird es nun, was die Fed vorhat. Ihren perfekten Seiltanz hatte ich bereits angekündigt. Letzter Stand:

Die Fed sagt ein Wachstum der amerikanischen Wirtschaft für dieses Jahr um 7 % voraus. Vorher waren es 6,5 %. Die Inflationserwartung bleibt bei 5 %. Dennoch wird sie das Bondankaufprogramm vorerst nicht ändern, um die amerikanische Wirtschaft weiterhin zu stützen. Wie dies angesichts der genannten Zahlen zu verstehen ist, ist ein Rätsel. Warum?

89 % aller amerikanischen Haushalte investieren ausschließlich in Aktien zum Zwecke der Altersvorsorge. Es ist der weltweit höchste Standard dieser Art. Wie also soll die Fed nun nach 10 Jahren Gelddrucken den Amerikanern beibringen, dass jede Änderung der bisherigen Politik unweigerlich zu höheren Zinsen führt, womit der Aktienmarkt in welcher Form auch immer betroffen sein wird? Man kann sich diese Annahme als ein Axiom vorstellen.

Die vorsichtige Ankündigung, in etwa zwei Jahren mit zwei Zinssenkungen zu beginnen, ist der Versuch, in diese komplizierte Materie einzusteigen.

Beide Notenbanken unterliegen unterschiedlichen Aufgaben. Für die Fed gilt Wachstum als wichtigste Leitlinie, dazu die Zinsen als zweitwichtigster Faktor. Für die EZB kommt dazu der Auftrag zur Stabilität, der in den Maastricht-Verträgen festgeschrieben ist. Diese Aufgabe war die Bedingung der deutschen Regierung. Damit hat die EZB einen Zielkonflikt unter den 19 Mitgliedern der Eurozone. Wie dieser Konflikt zu lösen ist, bleibt offen, ist zurzeit auch nicht in den Vordergrund zu stellen. Fest steht für beide:

Die begonnenen inflationären Tendenzen haben eine Kurzfristwirkung und eine Folgewirkung. Die sprunghaft angezogenen Inflationsraten sind in der Tat nicht entscheidend. Die jeweiligen Basiseffekte sind hinreichend diskutiert worden. Aber: Das Re-opening oder die Aufholjagd weltweit und auch in Europa führen dazu, dass aus der Kurzfristwirkung länger wirkende Trends werden. Kluge Forscher der Konjunkturen kennen das Thema. Es wäre ein Wunder, wenn diese Folgewirkungen nicht über mehrere Jahre realistisch werden. Zu vermuten sind Zeiträume von drei bis vier Jahre. Daraus entsteht keine Inflationsflut oder eine Superinflation, aber eine nachhaltige Teuerungstendenz sowohl auf der Ebene der Erzeugerpreise als auch auf der der Verbrauchermärkte. Darauf muss jede Notenbank reagieren.

Die Beurteilung der Aktienmärkte steht unter diesem Vorzeichen. Nie war es anders, wenn in den Wirkungen auch unterschiedlich.

Notenbanken haben stets die Aufgabe und die Möglichkeit, kurzfristig einzugreifen, wenn Gefahr in Verzug ist. In der Regel also erst dann, wenn Grenzwerte erreicht oder überschritten werden. Soweit ist es noch nicht. Mithin ist eine akute Gefahr für eine Notbremsung nicht gegeben. Wohl aber eine klare Sicht auf langsam anziehende Zinsen, unabhängig vom Terminkalender.

Damit ändern sich die Rahmengrößen für alle Bewertungen von Assets, Immobilien, Aktien, Anleihen und sonstige Aktiva, die zur Vermögensbildung gehören. Eines ist allen gemeinsam: Ohne den Mainstream des Gelddruckens beginnt die Individualisierung in der Investmentauswahl.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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