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Stimmungskiller, Kommentar zum Markt für Börsengänge von Christoph
Ruhkamp
Frankfurt (ots) - Die Absage des Börsengangs von Babbel kommt überraschend und
wirft die Frage auf, ob die geplatzte Erstnotierung der Sprachlern-App aus
Berlin das Ende des IPO-Booms einläutet. Zu teuer angeboten wurden die Aktien
jedenfalls nicht: Mit einer Marktkapitalisierung von bis zu 1,3 Mrd. Euro hat
Babbel eine deutlich geringere Bewertung angestrebt als der große
US-Wettbewerber Duolingo, der im Juli überaus erfolgreich sein Debüt an der Wall
Street feierte. Noch am Montag hatte eine der von Babbel engagierten Banken
gemeldet, das Orderbuch sei gut gefüllt. Doch der wichtigste Tag in der
fünftägigen Zeichnungsfrist ist der letzte: Bis dahin können alle Orders
zurückgezogen werden.

Offenbar hatte Babbel Pech mit dem Timing. Als die Liquiditätsprobleme des
chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande am Montag für einen
vorübergehenden globalen Ausverkauf sorgten, hat das auch die Stimmung der
IPO-Investoren in Europa verdorben. Das Volatilitätsbarometer Vix - der
"Angstindex" - war am Montag mit 26,5 auf den höchsten Stand seit Mai gestiegen.
Für Börsengänge gilt als Faustregel, dass man sie nicht bei einem Wert oberhalb
von 20 wagen sollte. Ob die Banker von BNP Paribas, Morgan Stanley, Berenberg
und Citigroup den Anstieg nicht früh genug beachtet haben, müssen sie jetzt
ihrem Kunden Babbel erklären. Auch die Tatsache, dass es keinen Ankerinvestor
gab, der vor Beginn der Zeichnungsfrist seine Teilnahme zugesagt hätte, mag ein
Kunstfehler gewesen sein.

Was bedeutet nun die IPO-Absage für das Dutzend an weiteren Börsenkandidaten in
Deutschland? Voraussichtlich nicht allzu viel. Einiges spricht dafür, dass es
sich nicht um die Folge eines deutlich verschlechterten Um­felds handelt. Die
Geldschleusen der Notenbanken bleiben geöffnet. Die Preise für börsengehandelte
Aktien, Anleihen und Immobilien gelten als weitgehend ausgereizt. So wird wohl
weiter Geld in IPOs fließen.

Sicher ist das aber nicht. Der Stimmungstest geht weiter. Babbel ist nicht die
einzige Absage. Schon in der vergangenen Woche brach der kleine Versorger Scholt
Energy in Amsterdam das IPO ab, und in Paris hat der Spezialdistributor
Exklusive Networks gerade trotz mehrfacher Überzeichnung den Sprung aufs Parkett
nur am unteren Ende der Spanne geschafft. Nach dem Boom der Börsengänge in der
ersten Jahreshälfte zeichnet sich eine gewisse "Müdigkeit" der Investoren ab,
von denen viele ihr Budget für Investments in IPOs ausgeschöpft haben. Sie
müssen und wollen nicht mehr bei jedem Deal dabei sein.

Pressekontakt:

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Telefon: 0692732-0
www.boersen-zeitung.de

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