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OTS: McKinsey & Company / Neues Rekordjahr für Investitionen in ...

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Neues Rekordjahr für Investitionen in Quantentechnologien/ Neuauflage
von McKinsey's "Quantum Technology Monitor" zeigt Zunahme der globalen
Markt- und Technologieentwicklungen von Quantentechnologien
Düsseldorf (ots) - Trotz Pandemie steigen die Investitionssummen in
Quantentechnologien (QT) deutlicher als im Vorjahr. Die angekündigten
Investitionen sind mit weltweit über 2.1 Milliarden US-Dollar Anfang September
2021 bereits dreimal so hoch wie die Gesamtinvestitionssumme aus dem Vorjahr
(~700 Millionen US-Dollar). Über 65% der Investitionen erhielten
Hardware-Entwickler. Zu den Quantentechnologien zählen neben Quanten-Computing
(QC) auch Quantenkommunikation (QComms) und Quantum Sensing (QS).
Quantencomputer versprechen in Zukunft exponentiell schneller zu sein als
aktuelle Großrechner oder Server. Während Quantenkommunikation im Kern eine
sicherere Übertragung von Quanteninformationen verspricht, handelt es sich bei
Quantum Sensing um eine neue Generation von Sensoren. Diese können Messungen
verschiedener Größen (z. B. Schwerkraft, Zeit, Elektromagnetismus) durchführen
und sensibler messen als klassische Sensoren.

Dies sind Ergebnisse des Quantum Technology Monitors der Unternehmensberatung
McKinsey & Company. Die turnusmäßig veröffentlichte Marktanalyse liefert einen
Überblick über den Reifegrad der Quanten-Industrien, ihre Akteure und
Investitionen. Sie basiert u.a. auf proprietären Daten, Datenbanken wie
Pitchbook und Crunchbase, Experteninterviews und einer Umfrage unter mehr als
300 Branchenführern.

"Der Markt für Quanten Technologien befindet sich gerade erst in der Entstehung,
elektrisiert aber jetzt schon Unternehmen, Investoren und potenzielle Anwender.
Mit dem Quanten Technology Monitor wollen wir Transparenz in globale
Investitionsbewegungen, Marktspieler und potenzielle Anwendungsfelder bringen",
sagt Niko Mohr Partner aus dem Düsseldorfer Büro von McKinsey und Initiator der
Studie.

Der Wettlauf um die Technologieführerschaft geht weiter. Erst Ende letzten
Jahres haben chinesische und amerikanische Forscher Anspruch auf
Quantenüberlegenheit beansprucht. "Wir werden immer mehr Akteure sehen, die von
der vorwettbewerblichen Erkundung des Quanten-Conmputings zur
wettbewerbsorientierten Forschung übergehen. All diese Entwicklungen werden von
der Investorenlandschaft genau beobachtet. Nach allem, was wir momentan
beobachten, wird es zu weiteren Rekord-Deals kommen. Es geht gerade erst los",
sagt Anika Pflanzer, promovierte Quantenphysikerin und Partnerin im Münchner
Office von McKinsey.

Technologische Herausforderungen bestehen aktuell bei der Hardware-Entwicklung
und Transparenz über den tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen. Entsprechend
bewegen sich Prognosen für die einzelnen Märkte in vergleichsweise breiten
Korridoren: Für den QC-Markt schätzen die Studienverantwortlichen das
Marktpotenzial bis 2040 auf 9 bis 93 Milliarden Euro. Der QS-Markt könnte 2040
bei einem bis sieben Milliarden US-Dollar liegen und der Qcomms-Markt bei einem
bis sechs Milliarden US-Dollar.

USA dominieren einen Markt in Entstehung

Insgesamt forschen und arbeiten mittlerweile weltweit 217 Unternehmen auf dem
Gebiet der Quantentechnologien. Darunter befinden sich über 100
Komponentenzulieferer, die größtenteils nicht spezifisch für
Quantencomputer-Hardware sind. Der Großteil der originären QT-Unternehmen (99)
entwickelt Software-Anwendungen. 45 Firmen haben sich auf den Bau von
Quantencomputern spezialisiert. Dieses Segment zieht am meisten Risikokapital
(Venture Capital, VC) an. Im Ländervergleich liegen die USA auf mehreren Ebenen
weiterhin vorn: Sie verfügen über die größte Anzahl an QC-Start-ups (59),
etablierten Unternehmen (9), staatlichen Förderprogrammen (18) und akademischen
Forschungsgruppen (63). Zudem stammen 10 der 12 größten Hardware-Unternehmen aus
den USA. Deutschland liegt mit sieben Start-ups, zwei etablierten Unternehmen
und vier akademischen Forschungsgruppen auf dem sechsten Platz hinter den
Kanada, Großbritannien, Japan und Frankreich.

Im gesamten QC-Markt wurden bislang 2.1 Milliarden US-Dollar in Start-ups
investiert. Investitionen großer Technologieunternehmen in eigene QT-Programme
wurden in dieser Betrachtung nicht berücksichtigt, übertreffen die
Gründungsfinanzierungen jedoch deutlich. Signifikant kleiner sind die beiden
anderen Märkte: So beheimatet QComms aktuell 111 Unternehmen weltweit und konnte
bislang 0.6 Milliarden US-Dollar Risikokapital heben. Mit 58 Unternehmen und 0.3
Milliarden US-Dollar ist der QS-Markt am kleinsten. Auch bei den Investitionen
nehmen die USA eine Spitzenposition ein. Vier der zehn größten
Risikokapitalrunden gingen seit 2017 an Unternehmen aus den USA. Darunter ist
auch die bislang größte Investitionsrunde: So gingen in diesem Jahr ca. 650
Millionen US-Dollar an den Hardware-Produzenten IonQ. Privatinvestitionen machen
länder- und kontinentübergreifend die Mehrheit der Investionsarten aus. Von 2001
bis 2021 stellten Risikokapitalgeber (Venture Capitalists, VCs) mit 50% genau
die Hälfte der globalen Investitionen. Rund 12% der Investitionen kommen direkt
von Unternehmen selbst. Die öffentliche Hand trägt mit bislang gut 7% einen
vergleichsweise kleinen Beitrag. Doch sowohl Deutschland als auch die EU haben
angekündigt, weitere Gelder bereitstellen zu wollen. Mittlerweile rangiert die
EU bei den öffentlichen Investitionen mit 7.2 Milliarden US-Dollar auf dem
zweiten Platz. Innerhalb der EU investiert der deutsche Staat mit 42% den
größten Anteil in die Entwicklung von Quantentechnologien.

Mehr als die EU investiert nur der chinesische Staat mit einem proklamierten
Betrag von 15 Milliarden US-Dollar. Eine umfassende Analyse des chinesischen
QT-Marktes ist aufgrund der allgemeinen Datenverfügbarkeit jedoch schwierig. Der
Quantum Technology Monitor enthält alle öffentlich verfügbaren Daten zum
chinesischen Markt. Aber vor allem Chinas kommerzielle Aktivitäten bleiben für
Marktanalysten intransparent. Chinas Anstrengungen lassen sich derzeit neben den
öffentlichen Investitionen am besten anhand ihrer Patentanmeldungen ablesen. Mit
über 6.000 Patenten in 2018 hat China bereits doppelt so viele Patente
angemeldet wie die USA. Auch wenn Einblicke in den chinesischen Markt schwierig
sind, wird China eine wichtige Rolle dem Zukunftsmarkt der Quantentechnologien
spielen.

Wirtschaftlicher Nutzen ab 2025 möglich

Schätzungen zu Marktentwicklungen sind bei aller Unsicherheit durchaus möglich.
Sie erfordern jedoch eine genaue Betrachtung von Marktakteuren, ihrer
Produktentwicklung und Umsätzen. Der Nukleus des QT-Ökosystems - Hardware und
Software - hat bislang keine kommerziellen Produkte hervorgebracht. Umsätze
werden hauptsächlich durch Komponentenanbieter, Beratungsleistungen und
gemeinsame Forschungsprojekte generiert. Am ausgereiftesten ist das
Komponentensegment, das jedoch kaum Raum für spezialisierte Akteure bietet. Das
potenzielle Hardware-Geschäft wird wiederum von großen Technologieunternehmen
dominiert, die sich hauptsächlich auf supraleitende Qubits konzentrieren. Der
Markt für Systemsoftware ist aufgeteilt in Full-Stack- und dedizierte
Softwareanbieter. Deutliches Potenzial gibt es im Bereich der
Anwendungssoftware: Hier ist der Markt noch lange nicht gesättigt, da sich
Akteure bislang auf wenige Schlüsselindustrien konzentrieren.

Mehrere Branchen arbeiten bereits im "Tarnmodus" an wettbewerbsfähigen
QT-Anwendungen. Den stärksten Disruptionseffekt dürfte die Chemie- und
Pharmaindustrie spüren, da auf QC basierende Simulation molekularer Prozesse die
Notwendigkeit von Tests im Labor ersetzen kann. In der Automobilindustrie kann
QC zu Durchbrüchen bei der Entwicklung von Batterien und neuen Kraftstoffen
führen. Eher inkrementelle Effekte erwartet die Finanzindustrie. Allerdings ist
dort das Wertschöpfungspotenzial mit über 10 Billionen US-Dollar so groß wie in
keiner anderen Branche. Pharma, Chemie und nachhaltige Energien könnten im
positiven Fall ab 2025 schon finanziell von den Technologien proftieren. Ab 2030
schätzen die befragten Technologieexperten den ökonomischen Nutzen bereits als
'hoch' ein. Mit drei bis 15 Billionen US-Dollar ist das Wertschöpfungspotenzial
für diese drei Branchen enorm.

Den Quantum Technology Monitor finden Sie unter: https://mck.de/quantum21 .

Über McKinsey

McKinsey & Company ist die in Deutschland und weltweit führende
Unternehmensberatung für das Topmanagement. In partnerschaftlicher
Zusammenarbeit mit den Klienten bietet McKinsey unter anderem strategische
Beratung, digitale Transformation, Talententwicklung, Risikomanagement,
Marketing, Design, Prozessoptimierung und funktionale Exzellenz für
Privatunternehmen, öffentliche Einrichtungen und soziale Organisationen. 67 %
der Arbeit von McKinsey ist für Mandanten, die seit zehn Jahren oder länger
betreut werden. In Deutschland und Österreich ist McKinsey mit Büros an den
Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München,
Stuttgart und Wien aktiv, weltweit mit über 130 Büros in 67 Ländern. Gegründet
wurde McKinsey 1926, das deutsche Büro 1964. Globaler Managing Partner ist seit
Juli 2021 Bob Sternfels, für Deutschland und Österreich verantwortlich ist seit
März 2021 Fabian Billing.

Erfahren Sie mehr unter: https://www.mckinsey.de/uber-uns

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Philipp Hühne, Telefon 0211 136-4486,
E-Mail: mailto:philipp_huehne@mckinsey.com
http://www.mckinsey.de/news

Alle Pressemitteilungen im Abo unter https://www.mckinsey.de/news/kontakt

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/14454/5026750
OTS: McKinsey & Company


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