DAX®15.562,91-2,20%TecDAX®3.511,44-2,21%Dow Jones 3034.603,94-0,32%Nasdaq 10014.766,62-0,54%
finanztreff.de

Politiker sehen teils Handlungsbedarf bei Billigstromanbietern

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Angesichts einer Reihe von Vertragskündigungen durch Billiganbieter von Strom und Gas wird in der Politik laut über mögliche Konsequenzen nachgedacht. Energieversorgung sei zugleich Daseinsvorsorge. "Wenn dies bei Preisschwankungen im Segment preiswerter Energieangebote nicht mehr gewährleistet ist, besteht dringender Handlungsbedarf", sagte die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, dem Handelsblatt. Zwar müssten die Preise eine Erfüllbarkeit der vertraglichen Leistung gewährleisten, aber Verträge müssten auch eingehalten werden.

Die Grünen schlossen ein Eingreifen der Politik nicht aus. "Für die steigenden Energiepreise sind verschiedene Faktoren verantwortlich, unter anderem die Corona-Pandemie und Auswirkungen des Klimawandels", sagte die Verbraucherpolitikerin Tabea Rößner dem Handelsblatt. "Daher müssen wir uns genau anschauen, wo konkreter Handlungs- beziehungsweise Regulierungsbedarf gegenüber Billigstromanbietern besteht."

Für die Verbraucherschutzexpertin der FDP, Judith Skudelny, ist dagegen keinen Handlungsbedarf erkennbar. "Den Verbrauchern muss bewusst sein, dass ein billiger Vertrag am Ende teuer zu stehen kommen kann", sagte sie dem Handelsblatt. Ein billiger Stromtarif könne dazu führen, dass man im teuren Ersatztarif der Grundanbieter lande. "So ärgerlich der Vorgang im Einzelnen ist, so wenig sollte die Politik sich darin einmischen." Allerdings sieht sie die Verbraucherzentralen in der Pflicht, die Preisbildung zu überwachen und sittenwidrigen Tarifen durch Klagen einen Riegel vorzuschieben.

Dagegen forderte der verbraucherpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Volker Ullrich (CSU), die Bundesregierung zum Handeln auf. "Regulatorisch muss sichergestellt werden, dass die Strom- und Gasanbieter ihre vertraglich zugesagten Lieferungen erfüllen können und damit wirtschaftlich solide aufgestellt sind", sagte Ullrich dem Handelsblatt.

Zudem dürften Schwankungen des Energiepreises nicht dazu führen, dass sich Anbieter auf den "Wegfall der Geschäftsgrundlage" als Kündigungsgrund berufen. Im Falle einer Kündigung müssten Strom- und Gasanbieter ihre Kunden rechtzeitiger und direkter informieren. "Man kann den Eindruck gewinnen, dass manche unseriöse Strom- und Gasanbieter gerade daraufsetzen, dass wegen des höheren Aufwands die betroffenen Kunden im Regelfall auch gegen eine ungerechtfertigte Kündigung nicht vorgehen." Ein solches Gebaren von Strom- und Gasanbietern bezeichnete Ullrich als "unseriös und nicht schutzwürdig".

Zugleich mahnte der CSU-Politiker, auch das Preisverhältnis bei den Grundversorgern in den Blick zu nehmen. "Eine zu hohe Spreizung zwischen Standardtarifen und Grundversorgungstarif ist nicht verhältnismäßig", sagte Ullrich. "Auch beim Grundversorgungstarif bedarf es zudem einer sozialen Komponente."

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/brb

END) Dow Jones Newswires

January 15, 2022 06:27 ET ( 11:27 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Nachrichten

Quelle: Dow Jones Newswire Web
15:37 DGAP-AFR: Stabilus S.A.: Vorabbekanntmachung über die Veröffentlichung von Quartalsberichten und Quartals-/Zwischenmitteilungen Stabilus S.A. 66,00 -0,98%
15:37 DGAP-AFR: Stabilus S.A.: Preliminary announcement of the publication of quarterly reports and quarterly/interim statements Stabilus S.A. 66,00 -0,98%
15:35 PRESS RELEASE: Reakiro Team Have Been Invited to Present at the Future Cannabis Strategies Europe 2022 Conference in London 26th-27th January
15:34 Zweiter Staatskredit für Galeria-Konzern kurz vor Abschluss - Presse
15:33 DGAP-DD: JDC Group AG english JDC GROUP AG O.N. 21,60 -12,90%
15:33 DGAP-DD: JDC Group AG deutsch JDC GROUP AG O.N. 21,60 -12,90%
15:32 DGAP-DD: Instone Real Estate Group SE english Instone Real Estate AG 15,80 -0,13%
15:32 DGAP-DD: Instone Real Estate Group SE deutsch Instone Real Estate AG 15,80 -0,13%
15:31 PTA-Adhoc: KONSORTIUM Aktiengesellschaft: Kaufpreisangebot für gesamtes Immobilienportfolio der KK Immobilien Fonds IV AG & Co. KG a.A. über 5,8 Mio. Euro KONSORTIUM AG O.N. 2,00 +6,38%
15:30 Superdry plc: Director/PDMR Shareholding SUPERDRY PLC LS -,01 2,60 -0,19%
Rubrik: Finanzmarkt
15:33 DGAP-DD: JDC Group AG (deutsch) JDC GROUP AG O.N. 21,60 -12,90%
15:32 DGAP-DD: Instone Real Estate Group SE (deutsch) Instone Real Estate AG 15,80 -0,13%
15:28 DGAP-DD: Instone Real Estate Group SE (deutsch) Instone Real Estate AG 15,80 -0,13%
15:20 dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 21.01.2022 - 15.15 Uhr
15:18 US-Anleihen ziehen deutlich an
15:15 Bitcoin: Zinsängste setzen Kryptowährungen unter Druck Bitcoin / Schweizer Franken 35.021,1100 -7,3870%
15:09 WDH: Ampel-Abgeordnete kündigen Entwurf für Corona-Impfpflicht an Pfizer Inc. 48,08 +1,50%
15:05 IRW-News: EnWave Corporation: EnWave Corporation: Führendes Molkereiunternehmen Alpina führt REV Dried Käsesnacks landesweit in Kolumbien ein EnWave Corporation 0,606 -4,717%
15:02 DGAP-Stimmrechte: ABOUT YOU Holding SE (deutsch) About You Holding SE 18,09 -3,11%
15:00 Lagarde: Derzeit keine gefährliche Lohn-Preis-Spirale im Euroraum

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Aldi eröffnet eine Testfiliale in Großbritannien, wo man nur noch mit einer App bezahlen kann und es keine Kassen mehr gibt. Finden Sie diese Idee gut?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen